
Im Juli 2025 besuchte Landesumweltministerin Katrin Eder die DBU-Naturerbefläche Stegskopf, um sich über die Naturschutzmaßnahmen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im Westerwald zu informieren. Alexander Bonde und Susanne Belting vom DBU Naturerbe, sowie Revierleiter Christof Hast vom Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel erläuterten unsere aktuellen Planungen zum Wasserrückhalt im Übergangsmoor Derscher Geschwemm sowie den Rückbau der Drainagen auf den zahlreichen ehemaligen Schießbahnen im Rahmen des Modellprojekts „NaturErbeKlima“. Außerdem stand die Kampfmittelbelastung und die daraus resultierend schwierige und kostenintensive Pflege der Offenlandflächen im Fokus.
In dem europäisch geschützten NATURA 2000-Gebiet „Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwaldes“ müssten die Tallagen der Naturerbefläche ihrem Ursprung nach deutlich feuchter sein – doch aufgrund kilometerlanger unterirdischer Drainagen werden den ehemals nassen Lebensräumen auf hunderten Hektar sehr viel Wasser entzogen. Für Tier- und Pflanzenarten, die sich auf das Leben an nassen Standorten spezialisiert haben wie die Bekassine oder das Sumpf-Blutauge als „Blume des Jahres 2025“, bedeutet das den Verlust ihres Lebensraums. Ein Zustand, den das DBU Naturerbe über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ändern möchte. Das Naturschutz-Team plant im Modellprojekt „NaturErbeKlima“, das durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umweltschutz, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unterstützt wird, die Wiedervernässung im Übergangsmoor Derscher Geschwemm sowie der 14 Schießbahnen. Teil des Projekts sind auch der Rückbau oder Verschluss der Drainagen und der Entwässerungsgräben. Die ersten Messpegel zur Bestandsaufnahme von Grundwasserständen und Wasserabfluss sind gesetzt.
Schwalbenschwanz, Schillerfalter, Kaisermantel – wohlklingende Namen einiger von mehr als 30 bedrohten Schmetterlingsarten, die es noch im Nationalen Naturerbe „Wersener Heide“ gibt. Damit diese und Vögel wie der Große Brachvogel, die Bekassine, der Kiebitz und die Heidelerche hier weiterhin optimale Lebensraumbedingungen finden, haben die Naturschutzbehörden des Kreises Steinfurt und des Landkreises Osnabrück in Kooperation mit dem DBU Naturerbe sowie haupt- und ehrenamtlichen Naturschützern im April 2025 eine wichtige Schutzmaßnahme abgeschlossen: die vollständige und eindeutige Kennzeichnung durch Beschilderung der in der Wersener Heide gelegenen Naturschutzgebiete „Haler Feld-Vogelpohl“ in Westerkappeln und Lotte und „Achmer Sand“ in Bramsche. Rund um das insgesamt 1.051 Hektar große Gebiet machen nun Schilder darauf aufmerksam, in welch wertvollem und verletzlichem Bereich sich Besucherinnen und Besucher befinden. Denn außer Schmetterlingen und Vögeln gibt es allein im Naturschutzgebiet „Haler Feld-Vogelpohl“ mehr als 60 vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten. Grenzübergreifend werden hier großflächig Heideflächen, Sandmagerrasen, Nasswiesen und alte Eichenwälder geschützt. Die Beschilderung in die Praxis umgesetzt haben Dirk Ruwe, hauptamtlicher Ranger bei der unteren Naturschutzbehörde Kreis Steinfurt, sowie Friedhelm Scheel und Rainer Bussas, ehrenamtliche Naturschutzwächter für den Kreis Steinfurt.