Hitze, Trockenheit und ein kleiner Funken – Momente der Unachtsamkeit können schnell Waldbrände auslösen. Die Hauptursache ist laut Umweltbundesamt menschliches Handeln. Unachtsamer Umgang mit der Natur wie das im Wald ohnehin verbotene Entfachen von Lagerfeuern oder das Wegwerfen eines einzigen Zigarettenstummels können dramatische Folgen nach sich ziehen. Auch Autos sollten grundsätzlich nur auf ausgewiesenen und dafür vorbereiteten Parkplätzen, nicht auf trockenem Gras am Seitenstreifen abgestellt werden, da dies ein Feuer entfachen könnte.
Um im Brandfall zeitnah und pragmatisch zu reagieren, benötigen Feuerwehren schnellen Zugang zu Wasser. Auf der rund 2.600 Hektar großen DBU-Naturerbefläche Glücksburger Heide im Landkreis Wittenberg vereinfachen nun sieben neue Löschwasserentnahmestellen das Vorgehen. Neben einem Kreisregnersystem für die Stadt Jessen, der Pflege von Waldbrandschutzschneisen, Wundstreifen sowie gemeinsamen Übungen hat das DBU Naturerbe bis Frühjahr 2025 mit eigenen Finanzmitteln sieben weitere Tiefbrunnen in der Glücksburger Heide gebaut. Mit Unterwasserpumpen ausgestattet liefern die bis zu 30 Meter tiefen Brunnen rund 800 Liter Wasser pro Minute.
Die Glücksburger Heide wurde einst forstwirtschaftlich genutzt und ist durch die militärische Nutzung kampfmittelbelastet. Auch heute wachsen dort großflächig noch Kiefern-Eichenwälder sowie großflächige Zwergstrauchheiden, die vor allem in Trockenperioden brandgefährdet sind. In enger Abstimmung mit der Feuerwehr liegen die Standorte strategisch entlang der Brandschutzstreifen auf der DBU-Naturerbefläche und sind für die Einsatzkräfte leicht nutzbar. Bürgermeister Michael Jahn schätzt die Zusammenarbeit mit der DBU und dem als Ansprechpartner vor Ort beauftragten Bundesforstbetrieb Mittelelbe sehr und zeigte sich interessiert an der neuen Technik.
Vorsorgende und abwehrende Waldbrandbekämpfungsmaßnahmen gewinnen weiter an Bedeutung. Damit die Einsatzkräfte einen Brand auf der DBU-Naturerbefläche Glücksburger Heide auch mit großen Fahrzeugen erreichen können, wurden breite, sogenannte BOS-Wege, für die Feuerwehren, Rettungsdienste und andere Organisationen der Gefahrenabwehr geschaffen. Außerdem werden Schutzstreifen regelmäßig gepflegt und können eine Ausbreitung des Feuers verlangsamen. So hat die beauftragte Firma SEBU im März 2025 wegen der möglichen Kampfmittelbelastung im Boden mit einer ferngesteuerten Raupe aufwachsende Birken und Kiefern sowie Robinien und Pappeln entnommen und auf weiteren drei Metern einen sogenannten Schwarzstreifen mit Offenboden entlang der Dahmeschen Straße angelegt. Die Mitarbeiter blieben dabei 1000 Meter vom Einsatzort sicher entfernt und steuerten mit Hilfe einer Drohne die geschützte Technik. Solche vegetationsarmen Schutzstreifen können eine Ausbreitung eines Feuers verlangsamen. Dafür werden sie immer wieder gepflegt. Zudem wurde ein Kreisregnersystem an die Stadt Jessen übergeben, der eine enorme Fläche bewässern kann und so die Einsatzkräfte im Ernstfall unterstützt. Wald- und Vegetationsbrände sind für Freiwillige Feuerwehren jedoch kein tägliches Geschäft. Regelmäßige Übungen und Absprachen fördern den routinierten Ablauf im Ernstfall und helfen den Einsatzkräften, auch bei unvorhergesehenen Ereignissen einen kühlen Kopf zu bewahren.



Ende April 2025 war im Tennenloher Forst ein Feuer ausgebrochen, das die Einsatzkräfte über Wochen beschäftigte. Zeitweise rief der Landrat Alexander Tritthart den Katastrophenfall aus. Betroffen war ein Gebiet, das unter anderem von Spaziergängern genutzt wird und in dem auch Wildpferde grasen. Wegen der ehemaligen militärischen Nutzung und infolgedessen möglicher Munition im Boden konnten Teile des Areals nur eingeschränkt betreten werden. Deshalb kamen bei der Brandbekämpfung unter anderem Helikopter sowie ein Löschroboter zum Einsatz.
Nach dem erfolgreichen Löschen des Waldbrandes im Tennenloher Forst im Mai 2025 waren im Juli die Aufräumarbeiten abgeschlossen. Über viele Wochen hinweg waren mehrere Hundert Einsatzkräfte gebietsübergreifend beteiligt, um die bis zu 40.000 Quadratmeter umfassenden Brandflächen zu sichern und die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Zu Ehren der Beteiligten fand im Juli 2025 in einem Biergarten in Herzogenaurach eine Dankesveranstaltung statt. Landrat Alexander Tritthart lud gemeinsam mit dem DBU Naturerbe alle Beteiligten und Unterstützer zu einem Empfang mit anschließendem Essen nach Herzogenaurach ein – mit finanzieller Unterstützung der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach. Der Einsatz hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen sehr gut funktionierte.
Bei den klimatischen Entwicklungen mit einer steigenden Zahl von Hitzewellen und Dürren zeigt sich, dass Waldbrandschutz und -bekämpfung in den Fokus rückt und eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Die rund 440 Hektar große DBU-Naturerbefläche gehört seit 2010 zum Nationalen Naturerbe. Dichte und lichtere Waldflächen mit sehr alten Eichen, Buchen und Kiefern, Felsformationen, Erlenbrüche, feuchte Moore, ein Weiher, trockene Sand- und Heideflächen: Diesen Strukturreichtum pflegt und erhält das DBU Naturerbe.
Dieser Text stammt aus einer Pressemitteilung des Landratsamts Erlangen-Höchstadt


