16.02.2012 | Mit „Väterchen Frost“ das Haus „unter die Lupe“ nehmen

Kalte Jahreszeit eignet sich für Inspektion – Kostenloser Energie-Check deckt Sparmöglichkeiten auf

Thermografie
Eine Wärmebildaufnahme zeigt, was das Haus "hergibt" und wo Schwachstellen sind. Partner der DBU-Kampagne zeigen neuralgische Punkte anhand eines kostenfreien Energie-Checks.
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Osnabrück. Gerade die kalte Jahreszeit lockt „Energiespar-Füchse“ vor die Haustür. Denn dann lassen sich Fassaden und Fenster am besten auf ihre Tauglichkeit überprüfen. Auch die Heizungsanlage läuft im Winter auf Hochtouren und kann deshalb unter Volllast optimal kontrolliert werden. Außerdem lässt sich eine umfassende Energieberatung oder Thermografie im Winter gut erledigen. Ein erster Schritt zu einer Beratung ist auch der kostenfreie Energie-Check der Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Energiekosten von damals nur ein Bruchteil von den heutigen - Nutzung erneurebarer Energien spielte keine Rolle

„Über eine energetische Sanierung des Hauses nachzudenken, lohnt sich. Besonders dann, wenn das Haus nicht mehr das jüngste ist“, empfiehlt Kampagnenleiter Andreas Skrypietz. Drei Viertel aller Häuser und Wohnungen seien vor 1984 gebaut. Die Energiekosten betrugen damals nur einen Bruchteil von heute. „Natürlich spielte die Nutzung erneuerbarer Energie damals keine große Rolle. Moderne Solaranlagen, alternative Heizsysteme, besondere Wärmedämmungen und gut isolierte Fenster waren damals in der Bauplanung nicht so wichtig.“ Heutzutage seien zumindest die Bereitschaft und das Einsehen wesentlich höher, in die energetische Sanierung zu investieren.

Wärmeverluste am Haus am besten bei Kälte messbar

Rund 11.700 Handwerker seien für die DBU-Initiative geschult, mit dem Energie-Check aufzuzeigen, wo Energie und damit Kosten am Haus gespart werden können. Energiesparer sollten gerade jetzt früh aufstehen. Wenn die Fassade noch nicht durch die Sonne aufgewärmt sei, biete der Wintermorgen die besten Voraussetzungen für eine detailgenaue Thermografie. Mit diesen Wärmebildaufnahmen werde sichtbar, was das Gebäude „hergebe“. „Nämlich viel Energie und damit bares Geld“, weiß Skrypietz. Eine Farbskala zeige beim Energie-Check, wo energetische Schwachstellen am Gebäude sind oder wie wirkungsvoll etwa die Dämmung der Heizungsrohre sei. So genannte Wärmebrücken würden schnell entlarvt. Außen seien sie die wärmsten Stellen an Wänden und entstünden, wenn etwa die Dämmung vom Dach an die Außenwand nicht lückenlos anschließe. Weil die Stelle wärmer sei als die Umgebung, kondensiere dort Luftfeuchtigkeit. Die Schimmelgefahr steige.

hydraulischer Abgleich
Ist die Heizung richtig eingestellt? Ein hydraulischer Abgleich gibt Auskunft. Partner der DBU-Kampagne helfen bei der Überprüfung.
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Regelmäßiger Blick auf die Heizung beugt bösem Erwachen vor

Aber nicht nur die Gebäudedämmung, auch die Heizung solle nicht außer Acht gelassen werden. „Wer Geld sparen und sich gleichzeitig für mehr Klimaschutz einsetzen möchte, sollte regelmäßig, am besten jedes Jahr vor der Heizperiode, seine Anlage gründlich und vollständig kontrollieren lassen“, rät Skrypietz. Das führe zum einen nicht zu bösem Erwachen, wenn die Anlage im Winter ausfalle und spare zudem Kosten, wenn die Heizung richtig eingestellt sei. Aber auch jetzt, wo die Heizung kräftig arbeite, sei ein regelmäßiger Blick oft hilfreich.

15 Prozent Energie gehen über alte Fenster im Haus verloren

Auch die Fenster könnten jetzt untersucht werden. Über alte Fenster gingen rund 15 Prozent Energie verloren. Dabei könnten durch Sanierungen sowohl der Geldbeutel als auch das Klima geschont werden. Bestünden Zweifel daran, wie wärmedämmend die Fenster sind, reiche es aus, den kalten Luftzug mit einer flackernden Flamme zu erkennen. "Ganz konkrete Angaben macht eine Thermografieaufnahme von einem Energieberater.“

Energieberater und Partner für den kostenlosen Energie-Check auf www.sanieren-profitieren.de

Energieberater finden Interessierte online in der Kampagnendatenbank unter www.sanieren-profitieren.de. Wer sich einen ersten Überblick über den energetischen Zustand seines unsanierten Hauses machen möchte, findet dort gleichzeitig Partner der DBU-Klimainitiative, die einen kostenfreien Energie-Check durchführen. Nach der Beratung bekommt der Hausbesitzer eine Mappe mit Informationen, die er für die nächsten Sanierungsschritte benötigt.