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12.11.2002 |
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Grenzüberschreitend und interdisziplinär für den Umweltschutz in Europa

Stipendienprogramm der DBU seit zehn Jahren aktiv für den wissenschaftlichen Nachwuchs - 444 junge deutsche Wissenschaftler gefördert
Prof. Dr. Jurgis Staniskis, Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde
Unterzeichneten den Vertrag des deutsch-litauischen Stipendienprogramms: v. l. Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, DBU-Generalsekretär, und Prof. Dr. Jurgis Staniskis, Direktor des Instituts für Umweltingenieurwesen, Kaunas (Litauen).
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Prof. Dr. Peter Fritz
Erinnerte an die Anfänge des heute europaweit wirkenden DBU-Stipendienprogramms: DBU-Kurator Prof. Dr. Peter Fritz.
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Osnabrück. Zehn Jahre Stipendienprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück: Was vor einem Jahrzehnt mit Abenteuerreisen in den "wilden Osten" der Bundesrepublik begann, entpuppt sich heute als sehr erfolgreiches Modell zum interdisziplinären und grenzüberschreitenden Umweltschutz. Mit einer Feierstunde beging heute die DBU in den Räumen des Zentrums für Umweltkommunikation (ZUK) das zehnjährige Bestehen ihres internationalen Stipendienprogrammes. DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde fasste zusammen, was in einem Jahrzehnt Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vollbracht wurde: "1.250 Anträge sind eingegangen, bisher konnten wir über 500 Bewilligungen für deutsche und internationale Stipendien aussprechen, von diesen sind 285 bereits abgeschlossen." Zehn Stiftungsprofessuren habe die DBU finanziert, davon die ersten fünf in den ostdeutschen Bundesländern.



Über schlechte Straßen und zahlreiche Umwege zu den Universitäten

Prof. Dr. Peter Fritz, DBU-Kurator und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Umweltforschungszentrums Leipzig Halle GmbH (UFZ), erinnerte bildhaft an die Anfänge des heute europaweit arbeitenden Stipendienprogramms: "Mit viel Papier im Kofferraum und guten Ideen im Kopf machten sich Anfang der neunziger Jahre die ersten Mitarbeiter des Programms auf, um über schlechte Straßen und zahlreiche Umwege hinweg die Unterlagen an die Universitäten gelangen zu lassen." 1995 sei das Programm an den ostdeutschen Hochschulen bereits so etabliert gewesen, dass die Stiftung beschlossen habe, das Programm bundesweit auszudehnen.

Seit 1997 deutsch-polnisches Programm

Bereits seit 1997 bestehe das Kooperationsprogramm mit der polnischen Nowicki-Stiftung (Warschau), mit dem jährlich 15 Stipendiaten ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum in deutschen Universitäten oder Unternehmen ermöglicht wird. Prof. Dr. Maciej Nowicki, der für seine Verdienste im internationalen Umweltschutz 1996 den Deutschen Umweltpreis der DBU erhalten hatte, gründete damals mit seinem Preisgeld in Höhe von 256.000 Euro die nach ihm benannte Stiftung zur Förderung eines deutsch-polnischen Stipendienprogramms. Brickwedde betonte, dass es damit in den vergangenen Jahren gelungen sei, den Grundstein für ein deutsch-polnisches Expertennetzwerk zu legen. Dieses Programm unterstützte die DBU bisher mit einer Million Euro.

Enge Partnerschaft mit Staaten Mittel- und Osteuropas

Doch damit nicht genug: Ergänzt werde dieses Programm durch ein deutsch-baltisches Stipendienprogramm der DBU. 1,3 Millionen Euro stelle die Stiftung bereit, um Wissenschaftlern aus Lettland, Litauen, Estland und der Region Kaliningrad (Königsberg) aus weiteren osteuropäischen Staaten Forschungsaufenthalte in Deutschland zu ermöglichen. "Künftig wird die internationale Zusammenarbeit von Experten im Umweltschutz an Bedeutung gewinnen. Eine enge Partnerschaft mit den Staaten Mittel- und Osteuropas spielt hierbei aufgrund der Umweltentlastungspotenziale und der reichhaltigen naturräumlichen Ressourcen für den europäischen Umweltschutz eine zentrale Rolle", betonte Brickwedde. Besonders wichtig sei es daher, hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler als Entscheidungsträger der näheren Zukunft an die überregionale Bedeutung des Umweltschutzes heranzuführen und Wissen grenzenlos zu vermitteln.

Jährlich bis zu 50 Stipendien

Gerade in den osteuropäischen Ländern bestehe ein hoher Bedarf an angewandten Fortbildungspraktika in deutschen Unternehmen, aber auch in Forschungseinrichtungen, Verbänden und Behörden. Hier würden die Stipendiaten neue Techniken und Verfahren kennen lernen, um diese in konkreten Projekten anzuwenden. Stipendienprogramme führten Nachwuchswissenschaftler an die überregionale Bedeutung des Umweltschutzes heran. "Der Erfahrungsaustausch zwischen den Stipendiaten und den Wissenschaftlern aus unserem deutschen Stipendienprogramm liefert einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen Lösung von Umweltproblemen in Polen, den baltischen Staaten und Deutschland", resümierte Brickwedde. Jährlich vergibt die DBU bis zu 50 Stipendien.

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