Grußwort zur Verleihung des 29. Deutschen Umweltpreises

Die Vergabe des Deutschen Umweltpreises gehört zu den wichtigsten Aufgaben der DBU. Mit dem nachfolgenden Grußwort heißen die DBU-Kuratoriumsvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter und DBU-Generalsekretär Alexander Bonde alle Gäste im Livestream und vor Ort willkommen.

Am 10. Oktober vergibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zum 29. Mal den Deutschen Umweltpreis. Damit steht die Umweltpreisverleihung in unmittelbarer zeitlicher Nachbarschaft zu zwei großen Umweltkonferenzen, die die zentralen Aufgaben unserer Zeit verhandeln: Die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt (CBD COP 15) diskutiert ab Mitte Oktober, wie die weltweite Naturzerstörung aufgehalten und eine Trendwende zum Schutz der biologischen Vielfalt erreicht werden kann. Auf der 26. Konferenz der Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (COP 26) im November 2021 im schottischen Glasgow geht es darum, welche Maßnahmen die Staaten ergreifen müssen, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen.

Die Flutkatastrophe im Südwesten Deutschlands hat gezeigt: Die Klimakrise ist in Deutschland angekommen und bedroht Menschen und ihr Hab und Gut. Der Verlust an biologischer Vielfalt gefährdet die Grundlagen unseres Lebens. Denn Stoffkreisläufe, klares Wasser und saubere Luft, fruchtbare Böden, Nutzpflanzen und Nahrungsmittel, ja sogar medizinische Wirkstoffe – all dies beruht auf der biologischen Vielfalt.

Mit dem diesjährigen Deutschen Umweltpreis zeichnen wir zwei Persönlichkeiten aus, die Herausragendes für mehr Arten-, Klima- und Umweltschutz erreicht haben: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese hat durch ihre Spitzenforschung zur Bedeutung der biologischen Vielfalt für Planet und Mensch in erheblichem Maße dazu beigetragen, die Gründe und Auswirkungen des Artenverlustes zu erforschen und daraus geeignete Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität zu entwickeln. Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Joosten belegte durch seine jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit über Moore deren Rolle im Klimaschutz und die gravierenden Folgen von Moorentwässerung für die Erderwärmung. Mit den von ihm forcierten sogenannten Paludikulturen ist es ihm gelungen, wiedervernässte Moore als CO2-Speicher zu bewahren und diese dennoch wirtschaftlich zu nutzen.

Wir freuen uns, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis persönlich in Darmstadt verleiht. Leider ist die Zahl der Gäste vor Ort aufgrund der Coronapandemie nach wie vor begrenzt. Darum laden wir Sie herzlich ein, die Preisverleihung online im Livestream zu verfolgen und im neuen Umweltpreisblog mehr zu den Ausgezeichneten, ihren Tätigkeiten und Forschungsthemen zu erfahren. Die Botschaft ihres Wirkens ist klar: Nur wenn wir heute dafür Sorge tragen, dass das Klima geschützt und Ökosysteme erhalten werden, können auch künftige Generationen gute Lebensbedingungen vorfinden.

Rita Schwarzelühr-Sutter,
Parlamentarische Staatssekretärin,
Vorsitzende des Kuratoriums der DBU

Alexander Bonde,
Generalsekretär der DBU

Titelbild: © Peter Himsel/DBU