MOE-Fellowship

Raimonda Soloha

Abfallvermeidung in den Mitgliedstaaten der EuropÀischen Union - Verbesserungsmöglichkeiten der Berichterstattung zur Abfallvermeidung

Zusammenfassung
WÀhrend meines Forschungsaufenthalts am Wuppertal Institut beschÀftigte ich mich mit der Forschung im Bereich Abfallvermeidung in den Mitgliedstaaten der EuropÀischen Union (EU). Der Fokus meiner Arbeit lag hierbei auf zwei verschiedenen Projekten der Forschungsabteilung Kreislaufwirtschaft.

Die Forschung basiert auf drei verschiedenen Ebenen: europĂ€ische, nationale und stĂ€dtische Ebene. Auf europĂ€ischer Ebene war es notwendig, die Abfallrahmenrichtlinie sowie verschiedene AktionsplĂ€ne und strategische Dokumente zu untersuchen, weil diese Dokumente die nationale Politik beeinflussen. Im Hinblick auf die Abfallvermeidung auf nationaler Ebene war es notwendig die neuen Abfallmanagement- oder Abfallvermeidungsprogramme in verschiedenen EU-LĂ€ndern zu bewerten. Ich habe mich mit der Erstellung von MerkblĂ€ttern (auf Englisch: waste prevention factsheets) zur Abfallvermeidung beschĂ€ftigt. Aktualisierte MerkblĂ€tter werden auf der Website der EuropĂ€ischen Umweltagentur (EUA) hochgeladen [1]. Ziel dieser MerkblĂ€tter ist es, einen Überblick ĂŒber die Abfallvermeidung in verschiedenen LĂ€ndern zu geben. Schließlich wurden verschiedene bewĂ€hrte Verfahren in den StĂ€dten untersucht, um herauszufinden, welche Maßnahmen bereits in die Praxis umgesetzt wurden.

[1] MerkblÀtter zur Abfallvermeidung: https://www.eea.europa.eu/themes/waste/waste-prevention/countries

Die Abfallvermeidung ist ein aktuelles Thema in die EU. Aufgrund des steigenden Abfallaufkommens mĂŒssen Methoden zur Abfallreduzierung gefunden werden. Die EU Abfallrahmenrichtlinie hat die Anforderungen im Bereich der Abfallvermeidung festgelegt. Abfallvermeidung steht an der Spitze der Abfallhierarchie. Beseitigung steht amdie Ende der Abfallhierarchie. WĂ€hrend meiner Stipendienzeit habe ich mich mit derAbfallvermeidung in den Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union (EU) beschĂ€ftigt. Meine Arbeit war Teil des Projekts im Wuppertal Institut, Abt. Kreislaufwirtschaft. Dieses Projekt wurde in zusammenarbeit mit der EuropĂ€ischen Umweltagentur durchgefĂŒhrt. bisher habe ich mich mit der Erstellung von Factsheets (auf Englisch - waste prevention factsheets) zur Abfallvermeidung beschĂ€ftigt.Außerdem habe ich eine Literaturanalyse der strategischen Dokumente der EU im Abfallbereich, sowie der Erforschung des Good Practices beschĂ€ftigt. Aktualisierte Factsheets werden auf der Website der EuropĂ€ischen Umweltagentur (EUA) hochgeladen. Ziel dieser Factsheets ist es, einen Überblick ĂŒber die Abfallvermeidungsmaßnahmen in verschiedenen LĂ€ndern zu geben. Die erwartete Hauptaufgabe des Projekts war die Verbesserung der Struktur und des Inhalts der Factsheets zur Abfallvermeidung.

Diese Aufgabe war die Feststellung der Bedingungen in der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EC. Die Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union, sowie Island, Liechtenstein und Norwegen mussten bis spĂ€tstens 12. Dezember 2013 ein Abfallwirtschafts- oder Abfallvermeidungsprogramm vorbereiten. Wie es in der Abfallrahmenrichtlinie festgelegt ist, mĂŒssen diese Programme mindestens alle sechs Jahre evaluiert und ĂŒberarbeitet werden. Da  es bereits 2019 ist, haben viele LĂ€nder bereits neue Abfallwirtschafts- oder Abfallvermeidungsprogramme entwickelt. Ich musste herausfinden, welche LĂ€nder bereits neue Programme entwickelt haben. Anschließend habe ich fĂŒr jedes Land ein neues Factsheet zur Abfallvermeidung erstellt. Das Factsheet ist eine Zusammenfassung des gesamten Abfallwirtschafts- oder Abfallvermeidungsprogramms. Im Jahr 2018 trat die neue Abfallrahmenrichtlinie in Kraft. Es gibt verschiedene VerĂ€nderungen. Mitgliedstaaten mĂŒssen Änderung bi szum 05.07.2020 umsetzen. Die Rolle der EuropĂ€ischen Umweltagentur wurde geĂ€ndert. Mit der neuen Richtlinie muss die EUA mindestens alle zwei Jahre einen Bericht veröffentlichen. Es gibt auch neue Abfallvermeidungsmaßnahmen   Neue Maßnahmen, die in der bisherigen Abfallrahmenrichtlinie nicht enthalten waren, sind die Folgenden: Förderung der Lebensmittelspende, Identifiierung der wichtigsten Quellen fĂŒr Umweltverschmutzung, Reduzierung von LebensmittelabfĂ€llen und MeeresmĂŒll usw.

Arbeitsmethoden und -techniken
Die Arbeit besteht aus der Erforschung der Literatur z. B. Abfallvermeidungsprogramme und verschiedene strategische Dokumente im Abfallbereich. Ich habe die Factsheets zur Abfallvermeidung fĂŒr die europĂ€ischen LĂ€nder.  erstellt. Das Factsheet ist eine Zusammenfassung des gesamten Abfallwirtschaft- oder Abfallvermeidungsprogramms und   muss die folgenden Informationen enthalten:
- Abdeckung (national oder regional);
- Art des Programms (separate oder Teil des Abfallwirtschaftsprograms);
- Name, Dauer und Sprache des Programms;
- Maßnahmen, um die Verbindung zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung zu brechen;
- Abfallvermeidungsziele;
- Quantitative Ziele;
- Maßnahmen zur quantitativen Vermeidung;
- Maßnahmen zur qualitativen Vermeidung;
- Beispiele zur Abfallvermeidungsmaßnahme, die unter Anhang IV in der Abfallrahmenrichtlinie fallen;
- andere Beispiele von Maßnahmen;
- Indikatoren;
- Bewertung des vorherigen Programms;
- Zielgruppen;
- Beteiligung von Akteuren an der Entwicklung des Programms.

Ergebnisse
Bei der Erstellung von Factsheets zur Abfallvermeidung wurden mehrere Erkenntnisse gewonnen. Es gibt keine festgelegten Rahmenbedingungen, welche Informationen Abfallvermeidungsprogramme enthalten sollen. Außerdem gibt es auch keine festgelegte Struktur, wie das Porgramm aussehen soll. Struktur und Inhalt der Programme sind sehr unterschiedlich. Einige LĂ€nder haben detaillierte Programme vorbereitet, andere nicht. Es gibt LĂ€nder, die haben Abfallvermeidungsprogramme erstellt, aber es gibt auch LĂ€nder, die nur ein Kapitel zur Abfallvermeidung in das Abfallwirtschaftsprogramm erstellt haben. Einige LĂ€nder haben quantitative Ziele vorgeschlagen, andere nicht. Aus diesem Grund ist es schwierig, LĂ€nder miteinander zu vergleichen.

 

 


Übersicht

Förderzeitraum

06.02.2019 - 05.02.2020

Institut

Wuppertal Institut fĂŒr Klima, Umwelt, Energie gGmbH Abteilung Kreislaufwirtschaft

Betreuer

Dr. Henning Wilts

Kontakt

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