Nachhaltige Nutzung organischer Reststoffe in Kosovo: Entwicklung Konzept und Umsetzungswege am Beispiel der Kommune Viti (ORG-VITI)

Keywords: Klimaschutz, Ressourcenschonung, Umwelttechnik

Gegenstand und Ziele des Projektes

In der Republik Kosovo werden organische Siedlungs- und Landwirtschaftsabfälle bislang nicht nachhaltig genutzt, sondern in einer Weise entsorgt, die zu Risiken für Natur, Umwelt und Menschen führen. Auf kommunaler Ebene besteht grundsätzlich Interesse an einer nachhaltigen Nutzung von organischen Reststoffen als Bioressourcen, jedoch stellt die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft für die lokalen Akteur*innen große Herausforderungen dar.

Im Projekt werden zunächst mit allen Projektpartner*innen Erfahrungen zu aktuellen und zukünftigen Lösungsansätzen mit dem Schwerpunkt auf Abfallentsorgung und Restverwertung organischer Stoffe in Viti diskutiert. Eine Datenbank zu Qualitäten und Nutzungspotenzialen organischer Reststoffe, Probenahmen in Siedlungsgebieten und Landwirtschaft sowie chemische Analysen dienen als fachliche Grundlage für die Entwicklung von Nutzungsvarianten- und Wertketten-Konzepten zur nachhaltigen Nutzung von organischen Reststoffen. In mehreren Expertenworkshops werden folgende Inhalte behandelt:

Darüber hinaus sollen auch junge Menschen sensibilisiert und in das Thema eingeführt werden. So wird z. B. in einem Schüler*innen-Workshop das Thema „Haushaltsabfälle“ erarbeitet und wie diese als „Wertstoffe“ genutzt werden können. Gleichzeitig dient der Workshop als Ausgangspunkt für eine Informationskampagne an Haushalte zur Durchführung einer Erhebung zu Menge und Qualität von „organischen Haushaltsabfällen“ in der Kommune Viti. Eine Sommeruniversität an der Universität Prishtina soll Studierenden aus dem Kosovo und aus weiteren Ländern des Westbalkans einen tieferen Einblick in dieses Thema geben und für eine weitere Mitarbeit inspirieren, z. B. im Rahmen von Masterarbeiten.

Das Vorhaben richtet sich an folgende Zielgruppen:

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Das Vorhaben adressiert ein hoch relevantes Umweltproblem nicht nur im Kosovo, sondern in allen Ländern des Westbalkans. Insofern haben die Erkenntnisse aus dem Vorhaben, begonnen bei der Erarbeitung von Grundlageninformationen zum Nutzungspotenzial organischer Reststoffe aus Haus- und Landwirtschaftsabfällen über die Identifikation von Wertketten i. S. ökonomisch wie ökologisch aussichtsreicher Nachnutzungen bis hin zur Auslotung von Interessen und Möglichkeiten potenzieller Investoren und Unternehmen, ein signifikantes Übertragungspotenzial für die gesamte Länderregion Westbalkan. Auch die enge Kooperation der beiden Kommunen Kirchhain (Deutschland) und Viti (Kosovo) in den Bereichen Sammlungs-, Aufbereitungs- und Verwertungsstrategien von organischen Abfällen ist vorbildlich. Der Austausch erfolgt auf den Ebenen Wissenschaft, kommunale Abfallverwertung und kommunale Verwaltung.

Besondere Aspekte des Projektes

Wichtige Grundlagen der Zusammenarbeit der Projektpartner*innen sind eine 2017 begonnene Nachhaltigkeitspartnerschaft der Kommunen Viti und Kirchhain, die seit Anfang 2023 als Städtepartnerschaft beider Kommunen vertraglich geregelt ist, sowie eine seit 2012 ebenfalls vertraglich geregelte Kooperation der genannten Universitäten.

Förderthema 8: Kreislaufführung und effiziente Nutzung von umweltkritischen Metallen und mineralischen Reststoffen

Projektdurchführung:

Wirkungsort: Kosovo

Förderzeitraum: Juni 2024 bis Juni 2027

Projektkosten: Gesamtvolumen: 177 044 Euro, Förderung durch DBU: 160 815 Euro

DBU-AZ: 39357


Stand: 09.03.2026