DBU – aktuell – Umweltbildung

IV / 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstĂŒtzt PĂ€dagogen bei der Vermittlung des Themas Nachhaltigkeit in allen Altersgruppen. Um sowohl die Bandbreite als auch die zahlreichen AnknĂŒpfungspunkte fĂŒr Lehrer und außerschulische PĂ€dagogen aufzuzeigen, legt die DBU Ihren E-Mail-Newsletter zum Thema Umweltbildung vierteljĂ€hrlich auf.

Hier finden Sie aktuelle, interessante von der DBU geförderte Angebote speziell fĂŒr Lehrer oder eben auch fĂŒr Ihre SchĂŒler. Der nĂ€chte Newsletter erscheint im April 2011.

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Viel Spaß beim Lesen wĂŒnscht Ihr DBU-Team

Auf neun ausverkaufte Vorstellungen und eine großartige öffentliche Resonanz konnte das Naturschutz-Theater-Projekt „Dance for Nature“, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), bereits in der ersten Spielzeit des Theaters OsnabrĂŒck verweisen. Acht weitere AuffĂŒhrungen wurden zusĂ€tzlich in das Programm des Emma-Theaters aufgenommen um dem regen Besucherandrang gerecht zu werden. Denn zahlreiche Jugendliche, Eltern und Lehrer wollten das von der Thematik her eher untypische TanzstĂŒck, das den Konflikt zwischen Natur und einer von Technik bestimmten Welt behandelt, sehen. Die Stars in diesem erfolgreichen StĂŒck waren ĂŒbrigens keinesfalls berĂŒhmt, sondern 40 Jugendliche der Möser-Realschule und der Hauptschule Innenstadt aus OsnabrĂŒck. Sie standen  gemeinsam mit der Theater-AG Amigos Bandidos des OsnabrĂŒcker Theaters auf der BĂŒhne. Betreut wurde das Projekt von einem theaterpĂ€dagogischen Team unter Leitung der Choreographin Antje Rose. Kooperationspartner war die NiedersĂ€chsische Auslandsgesellschaft, die das Theater inhaltlich beriet und fĂŒr die Jugendlichen Exkursionen und Fachworkshops zu verschiedenen Themenschwerpunkten organisierte.

Natur kĂŒnstlerisch kreativ begegnen

Die ungewöhnliche Idee, die hinter dem ursprĂŒnglich einjĂ€hrigen Projekt steckt, ĂŒberzeugte: Über eine kĂŒnstlerisch-kreative Herangehensweise sollten die Themen Natur und Landschaft an Jugendliche vermittelt werden. So sollte die nachwachsende Generation auf neue, innovative Weise an Umwelt- und Naturthemen herangefĂŒhrt und fĂŒr den Schutz der Umwelt sensibilisiert werden. Neue Formen der Ansprache und eine unkonventionelle Herangehensweise sollten erprobt werden und dabei helfen, komplexe Umweltthemen auch an sozial benachteiligte Jugendliche sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund zu vermitteln. Über die Auseinandersetzung mit dem Umweltthema sollten so KreativitĂ€t, LeistungsfĂ€higkeit und Gestaltungskompetenz der 12-16-JĂ€hrigen genutzt und nachhaltig gestĂ€rkt werden.

Ein langer Weg 


Bis es aber zur ersten AuffĂŒhrung kam, musste erst einmal ein Einstieg in das Thema Natur und Landschaft fĂŒr die anfĂ€nglich 70 Jugendlichen gefunden werden. In zwölf verschiedenen Workshops sowie bei originĂ€ren Naturbegegnungen durch Exkursionen zum Zoo und auf den Piesberg gingen sie den ZusammenhĂ€ngen von wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen VerĂ€nderungen auf den Grund und entwickelten hierbei nicht nur ein eigenes NaturverstĂ€ndnis, sondern auch Ideen und Handlungsoptionen zum Schutz der Natur. Ihre Erkenntnisse setzten die Jugendlichen in einem zweiten Schritt dann tĂ€nzerisch und musikalisch um. Dabei entstand  bei den wöchentlichen Proben ein TanzstĂŒck, das sich mit den Themen Natur, Industrialisierung, Abfall und Wasser beschĂ€ftigt. Vorgegebene und eigene Choreographien, Tanzimprovisationen aus feststehenden und eigenen Texten sowie Spielszenen und musikalische Elemente wie eine Bodypercussion oder das MĂŒllorchester rundeten das StĂŒck schließlich ab.


 bis zum Ziel

In der Endprobenphase waren schließlich alle Beteiligten ganztĂ€gig gefordert. Gerade in dieser Intensivprobenphase wuchsen die Jugendlichen, die vorab in drei getrennten Gruppen probten, zu einer gemeinsamen, großen Truppe zusammen. Sie halfen und unterstĂŒtzten sich gegenseitig, um das gemeinsame Ziel - die AuffĂŒhrung - zu verwirklichen. Am 29. Mai fĂŒhrten die Jugendlichen schließlich ihren „Dance for Nature“ das erste Mal auf, acht weitere VorfĂŒhrungen folgten. Aufgrund des großen Erfolges wurden im Rahmen einer ProjektverlĂ€ngerung sieben weitere AuffĂŒhrungen in das Spielprogramm aufgenommen, um der großen Besuchernachfrage – insbesondere von Schulen – nachzukommen. Auf der Basis der Projektergebnisse und der dazu geplanten Dokumentation entsteht derzeit ein Handlungsleitfaden fĂŒr TheaterpĂ€dagogen, Lehrer und Kultureinrichtungen, die angeregt werden sollen, diese Idee aufzugreifen und eigenen Inszenierungen umzusetzen. Auf diese Weise sollen weitere Jugendliche motiviert werden, sich kreativ mit Umweltfragen auseinander zu setzen.

AZ 26372: „Dance for Nature“ ein kĂŒnstlerisch kreatives Projekt fĂŒr Jugendliche zur Vermittlung von Natur und Landschaft

Tanzend Natur und Landschaft erfahren, darstellen und problematisieren - hier den MĂŒll in den Weltmeeren.
© Uwe Lewandovski

Bambus kann man nicht nur essen, sondern auch Tee daraus bereiten. Man kann ihn unter dem Mikroskop „unter die Lupe“ nehmen oder ihn auch ganz einfach einpflanzen. Das wissen im Frankfurter Palmengarten schon die ganz Kleinen, denn sie können im Haus Leonhardsbrunn Neugierde und Forscherdrang freien Lauf lassen. „Kinder im Garten“ heißt bezeichnenderweise das DBU-geförderte Projekt, das sich an Kita-Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren richtet. Sie sollen, unterstĂŒtzt vom Frankfurter Zoo und der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Technische Zusammenarbeit (GTZ), sowie verschiedenen Museen, Vielfalt und Nutzen der Tier- und Pflanzenwelt in der Modell-BildungsstĂ€tte erforschen.

Am Anfang 



des Projektes stand erst einmal der Wunsch des Palmengartens, Angebote fĂŒr Kinder der Altersgruppe 3-6 Jahre zu entwickeln. Dem kam die Erfahrung der stĂ€dtischen Kitas entgegen, dass beim Aufbau von projektbezogenen Netzwerken mit anderen Bildungseinrichtungen, Kooperationen zwischen Fachexperten und PĂ€dagogen die QualitĂ€t der Bildungsangebote steigern. Ein interdisziplinĂ€res, vierköpfiges Team aus einer sozialpĂ€dagogischen Fachkraft, einer Biologin, einer GĂ€rtnerin und einer Erzieherin schien hier die richtige Lösung. Mit dem historischen Haus Leonhardsbrunn waren die passenden RĂ€umlichkeiten gefunden, die schließlich mit stĂ€dtischen Mitteln fĂŒr das Projekt hergerichtet werden konnten.

Einrichten und Gestalten

Das Haus mit Spiel- und BeschĂ€ftigungsmaterial einzurichten und die rund 1.000 mÂČ Außenanlagen zu gestalten, waren die ersten Aufgaben der Biologin und der sozialpĂ€dagogischen Fachkraft. Sie arbeiteten auch die ersten Bildungsangebote aus. Anforderung an die Angebote: Sie sollten Selbstbildungsprozesse der Kinder aktivieren, die ein nachhaltiges Lernen und Erwerben von fachlichen und sozialen Kompetenzen beinhalten. Die Bildungsangebote gehen von direkt erfahrbaren naturwissenschaftlichen PhĂ€nomenen wie Bambus und Palmen im Garten aus. Dieses Wissen dient als Basis fĂŒr weitere ForschungsauftrĂ€ge die sich von der botanischen auf die biologische und kulturelle Vielfalt beziehen.

Welchen Tieren dient der Bambus als Nahrung, und welche kulturelle Bedeutung hat der Bambus? Um eine Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung zu erreichen, werden die Pflanzen in ihren globalen ökologischen, sozialen und ökonomischen ZusammenhĂ€ngen dargestellt. Dies soll auch durch eine Zusammenarbeit mit anderen Bildungsinstitutionen wie beispielsweise dem Frankfurter Zoo und Museen erreicht werden. So wird den Kindern auch das Erfassen von ĂŒbergeordneten ZusammenhĂ€ngen und das Wiedererkennen von bereits gesammelten Erfahrungen ermöglicht. DarĂŒber hinaus entwickelte das Team Qualifizierungsangebote fĂŒr sozialpĂ€dagogische FachkrĂ€fte und Eltern, die auch zusammen mit den Kindern durchgefĂŒhrt werden. Diese gemeinsame Fortbildung von Kindern und Erwachsenen ist ein Modellprojekt mit Vorbildcharakter.

Von Bambus und Palmen

Drei Tage lang beschĂ€ftigten sich im Jahr 2009 die ersten Kinder im Palmengarten mit dem Thema „Bambus“. Jeweils 15 Kinder, angeleitet von einem inzwischen vierköpfigen Team, konnten den Expertinnen sozusagen „Löcher in den Bauch fragen“ und auch selber experimentieren. Nicht nur, dass sie den Bambus selber suchten, sie schauten ihn unter dem Mikroskop an, kochten Essen daraus oder Tee und pflanzten ihn schließlich gemeinsam mit der GĂ€rtnerin ein. An einem Aktionstag im gleichen Jahr waren die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern gefordert. Inzwischen gibt es ein weiteres Bildungsangebot zum Thema „Palmen“. Anhand von Kokos-, Dattel-, Öl- und Rattanpalme sollen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Nutzung von Palmen im Sinne einer Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung behandelt werden. Mit dem Zoo Frankfurt wurde eine FortfĂŒhrung der Themen „Bambus“ und „Palmen“ bei FĂŒhrungen im Zoo vereinbart.

Mit wem zusammen?

In Zusammenarbeit mit der GTZ, dem Frankfurter Zoo und verschiedenen Museen sollen mehrer tausend Kita-Kinder pro Jahr im Rahmen des erfolgreichen Projektes „Kinder im Garten“ in der Modell-BildungstĂ€tte auf Entdeckertour gehen.

AZ 25928: Kinder im Garten – Aufbau einer Modell-BildungsstĂ€tte fĂŒr Kinder im Elementarbereich

Im rechten SeitenflĂŒgel des denkmalgeschĂŒtzten Hauses Leonhardsbrunn im Palmengarten Frankfurt entstand die Modell-BildungsstĂ€tte fĂŒr Vorschulkinder.
© DBU

Mehr als 200 SchĂŒlerlabore sind in Deutschland aktiv, um Kinder und Jugendliche an Naturwissenschaften und Technik heranzufĂŒhren. Die SchĂŒlerlabore sind in der Regel an Hochschulen und Forschungsinstituten angesiedelt und haben zum Ziel junge Menschen an wissenschaftliches Arbeiten sowie Naturwissenschaften und Technik heranzufĂŒhren. Dabei haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend auch spannende pĂ€dagogische Angebote im Bereich der technisch naturwissenschaftlichen Umweltbildung entwickelt.

Ein aktuelles Förderbeispiel der DBU

Ein Beispiel aus der aktuellen Förderarbeit der DBU beschĂ€ftigt sich mit dem Bereich der „Nachhaltigen Chemie“. Das Agnes-Pockels-SchĂŒlerInnenlabor der Technischen UniversitĂ€t Braunschweig wird sich mit neuen experimentellen, pĂ€dagogischen Angeboten diesem bisher in Schulen und in der außerschulischen Bildung stark vernachlĂ€ssigten Thema widmen. Beim Ansatz der Nachhaltigen Chemie geht es darum, chemische Produkte und Prozesse zu entwerfen, die gefĂ€hrliche Substanzen und Abfall vermeiden, Energie- und Ressourcenverbrauch minimieren und bevorzugt erneuerbare Ressourcen und Recyclingkonzepte berĂŒcksichtigen. Diese Grundprinzipien werden im Projekt des SchĂŒlerlabors passgenau fĂŒr verschiedene Altersklassen und Schulformen aufbereitet. Dabei steht der didaktische Ansatz des entdeckend-forschenden, experimentellen Lernens im Vordergrund. Die wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkte sind:

Wenngleich mit dem Nachhaltigen Organischen Praktikum (www.oc-praktikum.de) bereits eine Experimentesammlung zur Nachhaltigen Chemie fĂŒr Studierende vorhanden ist, gibt es bisher noch wenige passende Experimente-Designs fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. „Dem TĂ€ter auf der Spur“, „Experimente mit Milch“ oder „Chemie und Magie“ wecken Neugierde und Interesse. FĂŒr anfangs ĂŒberraschende Effekte entwickeln die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler beim weiteren Forschen die wissenschaftliche ErklĂ€rung. Im Agnes-Pockels-Labor kommen so bereits Kita-Kinder den chemischen PhĂ€nomenen auf die Spur. Praxiserprobte neue Experimente und die dazu gehörigen Unterrichtseinheiten werden auf der Internetseite des Agnes-Pockels-SchĂŒlerInnenlabors veröffentlicht. Hier finden sich auch ArbeitsblĂ€tter zum Herunterladen. Das Labor hĂ€lt ebenso diverse Experimentierkisten zum Ausleihen bereit. In Fortbildungen erhalten LehrkrĂ€fte die schriftlichen Unterlagen auf CD und als Skript.

www.agnespockelslabor.de

AZ 28352: Nachhaltige Chemie im Agnes-Pockels-SchĂŒlerInnenlabor - Neue pĂ€dagogische Angebote zu StoffkreislĂ€ufen und Ressourcenschonung

SchĂŒlerexperimente zum Themenbereich "Nachhaltige Chemie" entwickelt ein Vorhaben der TU Braunschweig.
© DBU

Mitte Januar 2011 beginnt die von der DBU geförderte Multiplikatorenausbildung "Nachhaltige SchĂŒlerfirmen" der Freien UniversitĂ€t Berlin. Noch sind PlĂ€tze frei. Anmeldungen können bis zum 10. Januar zugeschickt werden.

Sucht man nach innovativen Strukturen an Schulen, dann stĂ¶ĂŸt man oft auf SchĂŒlerfirmen. In SchĂŒlerfirmen wird Gewinn erwirtschaftet, ein Haushalt gefĂŒhrt und Kundenumgang gepflegt. Klar, dass gutes Wirtschaften auch ökologische VertrĂ€glichkeit und soziale Gerechtigkeit verlangt. Dies kann man lernen. Die Fortbildung richtet sich an LehrkrĂ€fte und außerschulische Partner. In 10 Modulen werden wissenschaftlich fundierte Inhalte sowie praxis- und teilnehmerorientiert Kenntnisse und FĂ€higkeiten zur Begleitung, Betreuung und Beratung von Nachhaltigen SchĂŒlerfirmen sowie zur DurchfĂŒhrung von Fortbildungen vermittelt. Die Ausbildung schließt mit einem Zertifikat der Freien UniversitĂ€t Berlin ab.

Weitere Informationen:

Unter www.nachhaltige-schuelerfirmen.de können Sie sich umfassend ĂŒber die Multiplikatorenausbildung informieren und die Anmeldeunterlagen herunter laden.

Kontakt:

Dipl. PÀd. Stephanie Pröpsting und Dr. Michael Plesse: Tel.: 030/838-52744

Mail: info@nachhaltige-schuelerfirmen.de

AZ 28164: Bundesweite Multiplikatorenschulung zum Umweltbildungsansatz „Nachhaltige SchĂŒlerfirmen“

Klappt es, oder klappt es nicht? Kommen BundesprĂ€sident Christian Wulff und Bundesumweltminister Norbert Röttgen beim Informationsstand der Vielfalt-Entdecker vorbei? Zwei Teams des DBU-SchĂŒler- und Jugendwettbewerbs „Entdecke die Vielfalt!“ hatten am 31.Oktober 2010 die Chance, ihre Wettbewerbsprojekte einem interessierten Fachpublikum im Rahmen der Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2010 in Bremen vorzustellen.

Und es klappte – auch der BundesprĂ€sident informierte sich beim vielversprechenden Nachwuchs, bevor er die diesjĂ€hrigen UmweltpreistrĂ€ger auszeichnete: die GrĂŒnder der Firma Clean-Lasersysteme (Herzogenrath), Dr. Winfried Barkhausen (51) und Edwin BĂŒchter (41) und der MitgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Öko-Instituts (Freiburg), Dr. Rainer Grießhammer (57) erhielten die mit 500.000 Euro höchst dotierte Umweltschutzauszeichnung Europas. Außerdem gab es in diesem Jahr einen DBU-Ehrenpreis: Der ehemalige PrĂ€sident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow (79), nahm ihn fĂŒr sein internationales Umweltschutzengagement persönlich entgegen.

Die SchĂŒlerinnen der Wettbewerbsprojekte "Zukunft Wald 2100" (Campe Gymansium Holzminden, Niedersachsen) und "Wiederentdeckte FrĂŒchte und GemĂŒse der Goethezeit" (Staatliche Grundschule Neuhaus, ThĂŒringen) reisten bereits einen Tag zuvor an. So konnten sie die Veranstaltungsvorbereitungen und die Generalproben wĂ€hrend eines „Blicks hinter die Kulissen“ kennenlernen.

Am 19. Dezember endete das Wettbewerbsjahr 2010 erfolgreich. Nun wird online der Preis der Teilnehmer gewĂ€hlt und die Jury sichtet die 101 online eingereichten Wettbewerbsprojekte. Nach der Jurysitzung im FrĂŒhjahr 2011 gibt die DBU die PreistrĂ€ger offiziell bekannt und zeichnet diese fĂŒr ihr besonderes Engagement zum Schutz der biologischen Vielfalt aus. Die DBU wird den erfolgreichen Wettbewerb ĂŒbrigens im Jahr 2011 fortsetzen.

DBU-Referent Dr. Alexander Bittner, DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, BundesprĂ€sident Christian Wulff, DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl und die SchĂŒlerinnen und Lehrerinnen der Grundschule Neuhaus (ThĂŒringen) sowie des Campe Gymnasiums Holzminden (Niedersachsen).
© DBU

Es ist ein Haus von Jugendlichen fĂŒr Jugendliche erbaut – die Ökoschule in Markkleeberg. Das etwa 160 mÂČ große Strohballenhaus, das konsequent nach ökologischen Gesichtspunkten geplant und im Rahmen eines Sozialprojektes umgesetzt wurde, stellte fĂŒr die beteiligten Jugendlichen eine ganz besondere Herausforderung dar: 16 langzeitarbeitslose Jugendliche errichteten unter professioneller Anleitung die Ökoschule innerhalb von nur einem Jahr an einem zentralen Standort – in direkter NĂ€he des Rathauses - und erlernten dabei ökologisches Bauen in Theorie und Praxis. Im Juni 2010 wurde das GebĂ€ude, in dem Umweltbildungsmaßnahmen fĂŒr monatlich rund 1.000 Besucher durchgefĂŒhrt werden, eröffnet. Doch wie kam es eigentlich zu diesem ungewöhnlichen Projekt?

Ausgedient 



 hatte die alte Ökoschule im Markkleeberger agra-Park, denn ihre SchulungsrĂ€ume waren baulich verfallen. Zudem war der alte Standort nicht attraktiv genug. Die Idee: durch einen ökologisch geprĂ€gten Neubau und die Standortverlagerung in ZentrumsnĂ€he ein Lern- und Erlebnisfeld mit Umweltbildungsangeboten zu schaffen, das Kinder im Vorschulalter und Erwachsene in deren alltĂ€glichen Lern- und Lebenssituationen erreicht. Um neben der ökologischen auch eine soziale Komponente einzubringen, sollten langzeitarbeitslose Jugendliche in den Bau mit einbezogen werden. Sie sollten dabei, in Kooperation mit regionalen Handwerksbetrieben, Kenntnisse und FĂ€higkeiten im ökologischen Bauen erlernen und sich damit fĂŒr den Arbeitsmarkt qualifizieren. Ziel des Projektes war es, die Jugendlichen zum einen fĂŒr Umwelt und Natur in Verbindung mit traditionellem Handwerk zu begeistern und zum anderen ihre Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu erhöhen. Mit Hilfe des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projektes sollte dabei innerhalb von 12 Monaten das 160 mÂČ große, einfach konstruierte Haus fast vollstĂ€ndig aus den ökologischen Baustoffen Holz, Stroh und Lehm durch die Jugendlichen erbaut werden..

Ein lehrreiches Jahr

Die 22-24-jĂ€hrigen Jugendlichen erlernten im Rahmen des Projektes wesentliche Aspekte des ökologischen Bauens intensiv in Theorie und Praxis. Die vereinfachte Baukonstruktion erlaubte den Praxiseinsatz der Jugendlichen in fast allen Gewerken. Der Verein „Hilfe zur Sozialen Integration e.V.“ als TrĂ€ger der Personalseite des Projekts begleitete die Jugendbildungsmaßnahme handwerklich durch Fachanleiter und SozialpĂ€dagogen, die jeden Jugendlichen ganzheitlich betreuten. Am Ende des Projektes stand nicht nur die fast ausschließlich mit regionalen ökologischen Baustoffen errichtete Ökoschule Markkleeberg, sondern alle 16 Jugendlichen erhielten anschließend einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle. Nicht nur die in dem Projekt erworbenen Kenntnisse und FĂ€higkeiten, sondern vor allem auch die erfolgte StĂ€rkung des SelbstwertgefĂŒhls und die damit verbundene Entwicklung der Persönlichkeitsstruktur fĂŒhrten dazu, dass die Jugendlichen schließlich die Ausbildungsreife erlangten. Ebenso haben die Arbeiten unter freiem Himmel sowie bei Hitze, KĂ€lte, Wind und Wetter die Beziehung der Teilnehmer fĂŒr Natur und Umwelt geweckt, entwickelt und gestĂ€rkt.

Ein Lernobjekt mit Zukunft

Die Ökoschule Markkleeberg, die am 05. Juni feierlich eröffnet wurde, dient weiterhin als Lernobjekt ökologischen Bauens und Denkens mit entsprechenden Bildungsangeboten fĂŒr SchĂŒler und Teilnehmer des Freiwilligen ökologischen Jahres im Sinne von Berufsvorbereitung, Berufsorientierung und Naturerfahrung. Und die Projektbeteiligten sind sich einig: „Umweltbildung und ökologisches Bauen sind unter Beachtung der Kriterien der Nachhaltigkeit kombinierbar. Das umgesetzte Vorhaben ist dabei grundsĂ€tzlich im In- und Ausland ĂŒbertragbar, denn ĂŒberall gibt es arbeitslose Menschen, Bedarf an öffentlichen RĂ€umen und ökologische Baustoffe wie Holz, Lehm und Stroh.

http://www.agra-park.info/index.php/umweltbildung

AZ 24613: „Zukunft selber bauen“ - Jugendliche erlernen ökologisches Bauen in Theorie und Praxis

 

Beim Richtfest erlaubte der Dachstuhl der Ökoschule Markkleeberg noch einen Blick in den Himmel.
© Ökoschule Markkleeberg

Die Fachtagung findet am 17./18. MĂ€rz 2011 in der Leuphana UniversitĂ€t in LĂŒnebĂŒrg statt. NĂ€here Informationen - auch zur Anmeldung - entnehmen Sie bitte dem Flyer zur Veranstaltung.

NaviNatur Tagungsflyer

Eine rote Rose geschenkt zu bekommen, erwĂ€rmt das Herz fast jeder Frau. Da spielen eher hochfliegende GefĂŒhle eine Rolle als Vernunft und Verantwortung. Fakt ist aber: Nur jede fĂŒnfte Blume, die bei uns in Deutschland verkauft wird, wurde auch hier angebaut. Blumen kommen aus Holland zu uns oder fliegen um die Welt. Selten sind Anbau- und Arbeitsbedingungen in den jeweiligen LĂ€ndern umwelt- oder sozialvertrĂ€glich. Kinderarbeit, geringe Entlohnung und fehlender Arbeitsschutz sind an der Tagesordnung. Um dies zu Ă€ndern sind sowohl der Blumenhandel als auch die Konsumenten gefragt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat deshalb unter FederfĂŒhrung des Flower Label Program (FLP) das zweijĂ€hrige Pilotprojekt „StĂ€rkung nachhaltiger Produktion und Konsumption am Beispiel der heimischen Zierpflanzenproduktion“ unterstĂŒtzt und mitgestaltet, das im Dezember mit der Fachtagung Blumen.natĂŒrlich. seinen Abschluss fand.

Der FLP e.V. ist ein gemeinnĂŒtziger Verein, der sich fĂŒr die Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards im weltweiten Blumenanbau stark macht. Er wird von Menschenrechts- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Blumenhandelsunternehmen und Blumenanbaubetrieben getragen.

Umstellen war angesagt

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Fragestellung „regional – fair – bio“ – ein Erfolgskonzept? Die Fachtagung beleuchtete die bisherigen Ergebnisse des Pilotprojekts, das unter der FederfĂŒhrung des Flower Label Program (FLP) in Zusammenarbeit mit zahlreichen strategischen Partnern umgesetzt wurde. In der Pilotphase wurden sowohl gezielt Anreize fĂŒr die Umstellung der Produktionsmethoden gesetzt als auch eine Konsumentenkampagne zur StĂ€rkung nachhaltigen Blumeneinkaufs initiiert. Die Tagung setzte einen formalen Abschluss der DBU-geförderten Pilotphase und ist der Auftakt fĂŒr die FortfĂŒhrung der Kampagne Blumen.natĂŒrlich. sowie der entstandenen Netzwerke.

Sieben ausgezeichnete Betriebe

Bisher wurden im Rahmen des Projekts sieben klein- und mittelstĂ€ndische ZierpflanzengĂ€rtnereien aus Deutschland mit dem FLPregional oder dem FLPbio Zertifikat ausgezeichnet. Die Inhaber dieser Betriebe waren ebenso wie weitere Interessenten aus der Produktion bei der Fachtagung vertreten. Klaus Umbach, Inhaber des FLPregional-zertifizierten Unternehmens Umbach aus Heilbronn berichtete zum Beispiel: „Seit ich auf den Cash- und CarrymĂ€rkten in SĂŒddeutschland an die CC Container das FLPregional Zertifikat anbringe, habe ich schon viele RĂŒckfragen von den Kunden und Disponenten aus den MĂ€rkten bekommen. Interesse ist auf jeden Fall da, nur muss man Vielen erst erklĂ€ren, wofĂŒr das Zeichen steht. Deswegen ist es wichtig, dass wir bald mehr Betriebe gewinnen und das Zeichen sich stĂ€rker in der Öffentlichkeit durchsetzt.“

Konstruktiv debattieren

Silke Peters, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des FLP e.V. und Projektleiterin von Blumen.natĂŒrlich. freute sich ĂŒber die gut besuchte Fachtagung: „Wir sind glĂŒcklich ĂŒber die gute Resonanz auf unsere Veranstaltung. Wir haben eine solide Basis fĂŒr den Austausch der verschiedenen Interessensgruppen geschaffen. Durch aktives Netzwerken und die Kommunikation unseres Projekts ist im Zierpflanzensektor eine konstruktive Debatte zur Regional-, Fair- und Bio-Produktion in Gang gesetzt worden. Wir kommen unseren Zielen damit Schritt fĂŒr Schritt ein StĂŒck nĂ€her.“

Wie geht es weiter?

Verena Exner, Referatsleiterin Deutsche Bundesstiftung Umwelt, resĂŒmiert: „Wir sind sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen, insbesondere durch die Einbeziehung der kleinen und mittelstĂ€ndischen Blumenproduzenten in Kombination mit den Verbraucherkampagnen wurde hier ein sehr zukunftsweisendes Projekt abgewickelt. Wir setzen große Hoffnung in die WeiterfĂŒhrung des Projekts Blumen.natĂŒrlich. durch das Flower Label Program nach Abschluss der Förderdauer.“

www.blumen-natuerlich.de

AZ 26764: „StĂ€rkung nachhaltiger Produktion und Konsumption am Beispiel der heimischen Zierpflanzenproduktion“

 

 

 

 

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Das Bild zeigt die Besitzer der Modellbetriebe sowie die Vertreterinnen von DBU und FLP e.V. (von l.: Dietmar Schöwerling, Larsen Buchmann, Verena Exner, Dirk JĂ€ger, Silke Peters, Klaus Umbach, Hans MĂŒller).
©

„Bildung fĂŒr Nachhaltige Entwicklung. Beispiele zur UN-Dekade aus der Förderpraxis der DBU“ – so lautet der Titel einer neuen 64-seitigen BroschĂŒre, in der die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 25 der insgesamt rund 150 DBU-geförderten Projekten prĂ€sentiert, die als so genannte Dekade-Projekt offiziell ausgezeichnet wurden.

Die DBU, gegrĂŒndet im Jahr 1991, hat sich schon bald nach den wegweisenden BeschlĂŒssen der Rio-Konferenz 1992 zur Agenda 21 dem Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung verpflichtet und ihre Förderleitlinien entspre­chend aus­ge­richtet. Im Bereich der Umweltkommunikation stellt „Bildung fĂŒr Nach­hal­ti­ge Entwicklung“ ein eigenes Förderthema mit wachsendem Stellen­wert dar. Viele DBU-geförderte Kommunikationsvorhaben aus den Bereichen Umwelt­bil­dung und Umweltinformationsvermittlung haben eine Auszeichnung als Dekade-Projekt erhalten. Sie verbinden in bei­spielhafter Wei­se die Dimensionen Nachhaltiger Entwicklung – Ökologie, Öko­no­mie und Soziales.

Die exemplarisch in der neuen BroschĂŒre „Bildung fĂŒr Nachhaltige Entwicklung. Beispiele zur UN-Dekade aus der Förderpraxis der DBU“ dargestellten Projekte sind gegliedert in die Kategorien „BiodiversitĂ€t und Naturschutz“, „Klima- und Ressourcenschutz“, „Umwelt und Entwicklung“, „Nachhaltiger Konsum, Wirtschaft und Beruf“ sowie „Wettbewerbe und Mitmachaktionen“. Sie folgen damit im Wesentlichen den SchlĂŒsselthemen der UN-Dekade. Mit der Auswahl möchte die DBU einer breiteren Öffentlichkeit ihre eigene Halbzeitbilanz der UN-Dekade vorstellen. Gleichzeitig geben die vielfĂ€ltigen Pro­jek­te und Konzepte aus unter­schied­lichsten Regionen und Bildungszusam­men­­hĂ€n­gen einen Einblick in die Förder­tĂ€tig­keit der weltweit grĂ¶ĂŸten Umweltstiftung.

Die BroschĂŒre kann kostenlos unter www.dbu.de/publikationen bestellt oder als Download herunter geladen werden.

Umschlag BroschĂŒre

Klimabewusstes Handeln im Alltag zu fördern heißt, sich mit den alltĂ€glichen Routinen beim Einkauf, der ErnĂ€hrung, der Nutzung von Energie im Haushalt bis hin zur Wahl der Verkehrsmittel auseinander zu setzen. Initiativen zur Förderung von nachhaltigem Konsum stehen vor der Herausforderung, die Klimarelevanz dieser Routinen durch Bildung, Beratung, Aktionen und Angebote, eingebettet in ein Kommunikationskonzept, sichtbar zu machen und fĂŒr eine nachfrageorientierte VerĂ€nderung in Richtung Nachhaltigkeit zu motivieren.

Ziel der Veranstaltung „Klimabewusstes Handeln – Erfahrungsaustausch mit innovativen Verbraucherkampagnen und –initiativen“ in der Landesvertretung Nordrhein Westfalen in Berlin am 08.12.2010 war einen Austausch ĂŒber die Herangehensweise und den Erfolg von Kampagnen und Projekten zur Förderung von nachhaltigem Konsum zu ermöglichen. Dabei wurden unterschiedliche Zielgruppenansprachen  und/oder innovative Konzepte vorgestellt. FĂŒr diese Veranstaltung kooperierten die Technische UniversitĂ€t Berlin, die Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin, das Zentrum Technik und Gesellschaft mit der DBU.

Beispiele aus der Praxis

Neben der Hauptorganisatorin, Frau Prof. Dr. Dr. Martina SchĂ€fer, die ĂŒber die Bmbf-geförderte Kampagne „Pro-Klima-Berlin“ berichtete, prĂ€sentierte Frau Verena Exner, Referatsleiterin Umweltkommunikation in der mittelstĂ€ndischen Wirtschaft (DBU), ausgewĂ€hlte Förderbeispiele aus dem Bereich „Nachhaltiger Konsum“ der DBU. DBU-Partner, wie die Vertreterin des Ökoinstituts ,Frau Dr. Dietline Quack (Energieeffizienz jetzt! – Schwerpunkt: Eco-Top-Ten-Initiative und Benjamin Gabel von der Utopia AG, der ĂŒber den so genannten „Green-City-Guide“ in den Modellkommunen MĂŒnchen, Berlin und 2011 in Hamburg berichtete, ergĂ€nzten die PrĂ€sentation ebenso, wie der „Markt der Möglichkeit“ , auf dem unter anderem auch Vorhaben, wie „Zukunft einkaufen“ und die BĂŒcherboXX, in der die Weitergabe von gebrauchten BĂŒchern organisiert wird (Kontakt ĂŒber konrad@kutt.de) vorgestellt wurden.

Zum Umdenken motiviert Pro Klima Berlin

„Ganz klares Ergebnis ist, dass man nur dann eine Chance hat, eingefahrene Alltagsroutinen zu verĂ€ndern, wenn man mit den Leuten persönlich in Kontakt tritt und ihnen an ihre individuelle Situation angepasste Beratung und Materialien anbietet“, fasst Prof. Dr. Dr. Martina SchĂ€fer die zentralen Ergebnisse zusammen. „Das bloße Versenden von Infomaterial bleibt dagegen weitgehend wirkungslos. Mit der gezielten Beratung durch ‚Pro Klima Berlin‘ konnten die Berlinerinnen und Berliner dazu motiviert werden, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, weniger Fleisch und dafĂŒr mehr regionale sowie Bioprodukte zu essen und im eigenen Haushalt weniger Energie zu verbrauchen“, sagt Martina SchĂ€fer.

Solche VerhaltensĂ€nderungen haben einen direkten Einfluss auf die CO2-Emissionen der Stadt Berlin. Hochgerechnet auf eine flĂ€chendeckende DurchfĂŒhrung einer Kampagne nach dem Vorbild von „Pro Klima Berlin“ auf ein Jahr kann dies ein Drittel der CO2-Einsparungen erbringen, die sich die Stadt bis 2020 vorgenommen hat. Bis dahin soll der CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent gesenkt werden.

Die DBU schloss beispielsweise in diesem Jahr das Projekt „Zukunft einkaufen – glaubwĂŒrdig wirtschaften in Kirchen" ab. Das hier vorgestellte Folgeprojekt fußt auf den positiven Erfahrungen hieraus.

DBU-Projekt forciert „GrĂŒnen Einkauf“ bei Caritas und Diakonie

Seit November 2010 gehen Caritas und Diakonie in die Offensive fĂŒr den „grĂŒnen Einkauf“. Denn mit rund 850.000 Mitarbeiter und 35.000 Einrichtungen gehören beide zu den zu den grĂ¶ĂŸten Arbeitgebern Deutschlands. Setzen sie in ihrem Einkauf stĂ€rker auf Nachhaltigkeit, ergibt sich daraus ein enormes Umweltentlastungspotenzial. In einem ökumenischen Modell-Verbundprojekt wollen Einrichtungen von Caritas und Diakonie ihren Einkauf von Produkten und Dienstleistungen nach ökologischen und sozialen Standards optimieren. Neben Energie und Lebensmitteln soll ein Schwerpunkt auf dem Kauf von Textilien sowie von Pflege- und Hygieneprodukten liegen. Initiiert vom Institut fĂŒr Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen (IKG) aus Schwerte unterstĂŒtzt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Vorhaben mit 400.000 Euro.

Enormer Einfluss

FĂŒr rund 60 Milliarden Euro kaufen die Kirchen schĂ€tzungsweise im Jahr ein. Etwa 80 Prozent davon entfallen allein auf Caritas und Diakonie. Somit entscheiden die EinkĂ€ufer mit, wie die Weichen fĂŒr die Zukunft gestellt werden: ob WĂ€lder abgeholzt, ausbeuterische Löhne gezahlt oder das Klima geschĂŒtzt und die Armut gelindert werden kann. Ziel des Projektes ist es ein ökofaires integriertes Managementsystem zu entwickeln, das sich auch auf andere Sozial- und Pflegeeinrichtungen ĂŒbertragen lĂ€sst. Es sollen nach Möglichkeit aber nicht nur umweltfreundliche Waren eingesetzt, sondern gleichzeitig auch die Hersteller motiviert werden, mittelfristig ihr Angebot fĂŒr diesen Dienstleistungssektor unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten weiter zu verbessern. Das Projekt wird vom IKG getragen und von einem ökumenischen Netzwerk bestehend aus Caritas und Diakonie umgesetzt.

Erste Schritte

In einem ersten Schritt sollen aktuelle Produkte und Dienstleistungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit geprĂŒft werden. Dann sollen Standards fĂŒr den Einkauf entwickelt und in 30 Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe modellhaft beim tĂ€glichen Einkauf umgesetzt werden. Praxispartner vor Ort sind unter anderem die CaritasverbĂ€nde Hildesheim, OsnabrĂŒck und Rottenburg-Stuttgart sowie die Diakonien in Ruhr-Hellweg, Dortmund, Recklinghausen und ‚Dienste fĂŒr Menschen’ in Stuttgart. DarĂŒber hinaus sind weitere ĂŒberregionale Partner in das Projekt eingebunden, die fĂŒr das Anliegen bundesweit werben sollen – zum Beispiel die Ökumenische Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland (WGKD) und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED).

Informationsveranstaltungen und Schulungen der BeschÀftigten sind neben einer deutschlandweiten Kommunikationsoffensive zentrale Bestandteile des Vorhabens. Erste Ergebnisse sollen auf dem Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden und dem Katholikentag 2012 in Mannheim prÀsentiert werden.

AZ 28424: Nachhaltige Beschaffung in Diakonie und Caritas

Auch das Einkaufsverhalten hat Einfluss auf das Klima. Stellen große Arbeitgeber wie Caritas und Diakonie auf "grĂŒnen Einkauf" um, ist der positive Effekt auf das Klima enorm.
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BegrĂŒĂŸung der TeilnehmerInnen an der Veranstaltung "Klimabewusstes Handeln" durch Projektleiterin Martina SchĂ€fer, Melanie Jaeger-Erben, Verena Exner (v.r.n.l.)
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