Eine Agrarwende geht nur gemeinsam

Im Interview berichtet Umweltpreisträgerin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese über Konsumverhalten, ihre aktuelle Studie und Blühwiesen im eigenen Garten.

Frau Böhning-Gaese, Sie plädieren für eine Agrarwende zu mehr Biodiversität. Warum schaffen wir die nur gemeinsam?
Der Artenrückgang in der Agrarlandschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Jeder involvierte Sektor muss sich ändern, da es sich um ein systemisches Problem handelt, das nur durch eine Systemveränderung, einschließlich unseres Konsum- und Ernährungsverhaltens, zu lösen ist. 

An welchen Themen arbeiten Sie gerade?
Die Ergebnisse unserer aktuellen Studie, an der mehr als 26.000 Erwachsene aus 26 europäischen Ländern teilgenommen haben, zeigen, dass der Artenreichtum an Vögeln - ähnlich wie das Einkommen - positiv mit unserer Lebenszufriedenheit verbunden ist. Die Studie argumentiert, dass der Schutz von Vögeln und Landschaften uns selbst zugutekommt. Politische und gesellschaftliche Entscheidungen sollten deshalb die Rolle der Artenvielfalt für das menschliche Wohlergehen berücksichtigen.

Beeinflussen Ihre Forschungsergebnisse Sie im Privaten?
Ja, das kann ich bestätigen. Wir essen in der Familie mittlerweile sehr wenig Fleisch und haben das „Zurück-zum-Sonntagsbraten“ eingeführt. Und: Statt Rasen haben wir hauptsächlich Blühwiesen im Garten.

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