MOE-Fellowship

Reda Mazeikiene

Biotechnologische Maßnahmen zur Luftreinhaltung in der Rinderhaltung

Biotechnologische Maßnahmen zur Luftreinhaltung in der Rinderhaltung

Hintergrund

Ein globales Problem der intensiven Massentierhaltung sind schÀdliche Gase, welche erheblich zur Umweltbelastung beitragen. Die wichtigsten Gase sind Ammoniak und die Treibhausgase (CO2-Kohlendioxid, CH4-Methan, N2O-Distickstoffmonoxid-Lachgas).

Was ist Ammoniak (NH3)?

Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff mit der Summenformel NH3. Es ist ein stark stechend riechendes, farbloses, wasserlösliches und giftiges Gas.

Wie wirkt Ammoniak auf die Umwelt?

Ammoniak und das nach Umwandlung entstehende Ammonium schĂ€digen Land- und Wasserökosysteme erheblich durch Versauerung und NĂ€hrstoffanreicherung. Besonders hohe Ammoniakkonzentrationen, in der Umgebung von großen Tierhaltungsanlagen, können zu direkten SchĂ€den an der Vegetation fĂŒhren. In der Umwelt kann sich Ammoniak zudem auch in eine der zahlreichen anderen umweltwirksamen stickstoffhaltigen Verbindungen umwandeln (Stickstoffkaskade), mit negativen Folgen fĂŒr die QualitĂ€t der Atemluft (Bildung von Feinstaub und Ozon), die WasserqualitĂ€t (Nitrat im Grundwasser) und die VerschĂ€rfung des Klimawandels (Lachgas). Es gefĂ€hrdet damit auch die menschliche Gesundheit.

Woher kommt das Ammoniak in der Umwelt?

Über 90 % der Ammoniakemissionen in Europa stammen aus der Landwirtschaft. Der ĂŒberwiegende Teil der landwirtschaftlichen Ammoniakemissionen stammt aus der Rinderhaltung (49%), der Schweinehaltung (22%), der GeflĂŒgelhaltung (7%), der Pferdehaltung (3%) , der Schafhaltung (1%) sowie der MineraldĂŒngeranwendung (18%).

Massnahmen zur Minderung der Ammoniakemissionen

Maßnahmen zur Minderung von Stickstoffemissionen mĂŒssen an den maßgeblichen Ammoniakquellen ansetzen. In der Tierhaltung sind das FĂŒtterungsmaßnahmen, bauliche und organisatorische Maßnahmen. FĂŒr das WirtschaftsdĂŒngermanagement spielen die Lagerung der GĂŒlle, die Technik der Ausbringung (bodennah oder in den Boden) sowie die unmittelbare Einarbeitung von GĂŒlle in den Boden die entscheidende Rolle.

Ziele meiner Doktorarbeit und dieses Stipendiates

Ausgehend von einer intensiven Literaturrecherche werden im Vorfeld die Maßnahmen bestimmt, bei welchen die grĂ¶ĂŸte Ammoniakreduktion zu erwarten ist.

Ziel meiner Forschungen ist es, den Einfluss von biotechnologischen Maßnahmen (z.B. Stroh, Torf, Melasse und BioprĂ€parate) auf die Ammoniakverdampfung bei flĂŒssiger RindergĂŒlle zu untersuchen. Weiterhin prĂŒfe ich Möglichkeiten zur Steuerung biotechnologischer Methoden, um die Ammoniakemissionen, in der intensivierten Rinderhaltung, zu reduzieren.

 


Übersicht

Förderzeitraum

06.02.2019 - 05.08.2019

Institut

Leibniz-Institut fĂŒr Agrartechnik Bioökonomie e. V. (ATB) Abt. Technik in der Tierhaltung

Betreuer

Prof. Thomas Amon

Kontakt

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