MOE-Fellowship

Tomas Janik

Vorkommen des Elchs im Grenzgebiet von Bayern, Tschechien und Österreich und der Vergleich des Wildtiermanagements im Nationalpark Bayerischer Wald und im Nationalpark Sumava

Vorkommen des Elchs im Grenzgebiet von Bayern, Tschechien und Österreich

Wir wĂ€hlten Elchvorkommen als unerforschtes wissenschaftliches Thema. Ich schreibe einen Artikel ĂŒber Elchvorkommen und Habitat-PrĂ€ferenzen in einer grĂ¶ĂŸeren Umgebung des Nationalparks Bayerischen Wald und des Nationalparks Ć umava. Ich sammelte Daten aus vielen verschiedenen Quellen aus Tschechien, Österreich und Deutschland, außerdem arbeiten wir mit der Humboldt-UniversitĂ€t in Berlin, weil sie mitteleuropĂ€ische Habitatmodelle fĂŒr Elche erarbeiten werden.

Grenzgebiet von Bayern, Tschechien und Österreich ist der westlichste Teil des Elchvorkommens in Kontinentaleuropa. Heutzutage nimmt diese Population ab. Wir wollen die Entwicklung und PrĂ€ferenzen des Auftretens von Elchen untersuchen.

Wir verwenden eine Punktedatenbank mit 764 DatensĂ€tzen fĂŒr Österreich, Bayern und Tschechien, Corine Land Cover Database (2012) und DEM von der EuropĂ€ischen Umweltagentur. Die Daten wurden in GIS 10.5 (ESRI) verarbeitet und ĂŒber PrĂ€ferenzindex und Statistik in SPSS 25 (IBM) getestet. DarĂŒber hinaus haben wir eine Verschiebung des Auftretens von Elchen und tödlichen UnfĂ€llen visualisiert.

Das Untersuchungsgebiet entlang der bayerisch-tschechischen und österreichisch-tschechischen Grenze bis zum östlichen Rand von Tƙeboƈsko Landschaftsschutzgebiet (LSG) wurde von Quadraten 10x10km ĂŒberlagert. Dieser Rahmen wurde verwendet, um die Entwicklung des Auftretens zu visualisieren. Elche bewohnten hauptsĂ€chlich zwei Gebiete - Tƙeboƈsko LSG - flaches Becken mit vielen Teichen und Feuchtgebieten und sĂŒdlichem Teil des Böhmerwaldes. Der Kern zog von Tƙeboƈsko LSG nach Ć umava. Die Population nimmt ab und lebt auf dem kleineren Teil des Gebiets.

Der Elchhabitate wird hauptsĂ€chlich von WĂ€ldern gebildet - NadelbĂ€ume, die in diesem Gebiet dominieren, aber die Tiere nutzten auch Laub- und Mischwald, wenn dieser verfĂŒgbar ist. Das Vorkommen ist eng mit Feuchtgebieten und der NĂ€he von WasserflĂ€chen verbunden. Der Elch verwendete auch extensiv genutzter Landschaft (Naturrasen, heterogene LandwirtschaftsflĂ€chen). Diese Landschaftsarten sind mit höheren Lagen (WĂ€ldern) und milderen Steigung (Feuchtgebiete, WasserflĂ€chen) verbunden, und wir bestĂ€tigten diese PrĂ€ferenzen.

Vierzehn AutounfĂ€lle, insbesondere auf kleineren Straßen im Kerngebiet des Vorkommens, werden registriert und fĂŒnf Tiere wurden erschossen. Anzahl der geschossenen Tiere war in bestimmten LĂ€ndern wegen des Gesetzes ĂŒber Elche unterschiedlich.

UnglĂŒcklicherweise nimmt die Elchpopulation immer noch ab und wird von menschlichen AktivitĂ€ten beeinflusst. Um diese schĂ€dlichen Auswirkungen zu vermeiden, mĂŒssen wir eine Harmonisierung der Rechtsvorschriften verlangen und Maßnahmen fĂŒr eine sicherere StraßenĂŒberquerung akzeptieren.

Der Vergleich des Wildtiermanagement im Nationalpark Bayerischer Wald und im Nationalpark Ơumava

Nach GesprĂ€chen mit beiden Nationalparks (Bayerischer Wald und Ć umava) kamen wir zu dem Schluss, dass ein Vergleich des Managements beider Nationalparks sinnvoll ist, betont die RĂŒckkehr des Wolfes in Nationalparks. Wir wollen Management - Geschichte, Herangehensweisen (Interventionen), Wildtiermanagement einschließlich Wintergatter fĂŒr Rothirsch, Jagd (Zahlen, nichtjagende Gebiete) vergleichen. Dann wollen wir die vom Wolf beeinflussten VerĂ€nderungen abschĂ€tzen und vorschlagen, wie die RĂ€uber-Beute-Beziehung funktioniert.

Dieser Artikel, der beide Nationalparks vergleicht, kann als Grundlage fĂŒr den Entscheidungsprozess und die Harmonisierung des Managements in beiden Nationalparks dienen. Ich sammelte in letzter Zeit Daten von beiden Nationalparks. Ich fang nur mit einer Beschreibung an:

Der Bayerische Wald ist der Ă€lteste deutsche Nationalpark und wurde 1970 gegrĂŒndet, auf der anderen Seite wurde 1991 der Ć umava Nationalpark in Tschechien gegrĂŒndet.

Ehemaliges Forstgebiet des Bayerischen Waldes mit Jagd wurde in Nationalpark mit nicht interventionellem Management umgewandelt, jetzt sind 68,03 % der FlÀche in einem Kerngebiet so genannte Naturzone unter Nicht-Intervention Regime und das Ziel ist 75 % im Jahr 2027.

Ć umava Nationalpark ist auf der FlĂ€che von 683,4 km2 (dreimal grĂ¶ĂŸer als NP Bayersicher Wald). Zone I hat den höchsten Schutz, sie hat nur 13 % der FlĂ€che und ist in 135 Flecken zerstĂŒckelt, selbst in der Zone I wurde aktives Management wĂ€hrend des BorkenkĂ€ferausbruchs angewendet, aber ansonsten ist Zone I nicht interventionell. Fragmentierung und Entfernung wertvoller Teile der Zone I ist das Hindernis fĂŒr natĂŒrliche Prozesse in grĂ¶ĂŸerem Maßstab und fĂŒr effizientes Management.

Wildtiermanagement

RĂ€uber

Der Luchs lebt seit den 80er Jahren in der Gegend. Heutzutage betrÀgt die Dichte zwischen 0,4 und 0,9 Luchse pro 100 km2. Die Beute besteht aus Rehen und Rotwild. JÀhrlich tötet Luchs in Nationalparks 46 - 75 Rehe und 2 - 10 Rothirsche pro Individuum und jagt wahrscheinlich im Winter.

Der Wolf ist eine sehr anpassungsfĂ€hige Spezies, die kĂŒrzlich Mitteleuropa und auch das Gebiet von Nationalparks wiederbesiedelt hat. Im Allgemeinen nimmt die Zahl der großen SĂ€ugetiere in Mitteleuropa zu. Der Wolf ist Hauptraubtier von Rotwild und nach mehreren Studien ist die Hufdichte in Gebieten mit Wolf 6-mal niedriger, mit Wölfen und Luchsen 7-mal niedriger.

Hirsch

Im Nationalpark Bayerischer Wald verbringt die Mehrheit der Hirsche den Winter in Wintergattern. In Ơumava werden Wintergatter nicht so hÀufig von Rotwild genutzt.

In Ơumava leben etwa tausend Individuen, und die Zahl steigt, etwa die HÀlfte von ihnen nutzt die Wintergattern. Die durchschnittliche Jagd betrÀgt 893 Individuen pro Jahr. Im Bayerischen Wald Nationalpark leben etwa 400 Tiere und etwa 80-130 werden jedes Jahr erschossen.

Mit dem derzeitigen Wolfsbestand können jedoch ca. 175-220 Rothirsche pro Jahr von Wölfen getötet werden und maximal 50 weitere werden von Luchsen. Die Überwachung des Raumverhaltens und der Tötungsrate von Wolfsröten wird fĂŒr Managementmaßnahmen wichtig sein: Wintergattern, Rothirsch Wintermigration in tiefere Lagen und mehr anthropogen beeinflusste Gebiete mit Unfallgefahr, Wilderei und Wolfsangriffen auf Rinder.


Übersicht

Förderzeitraum

07.02.2018 - 06.08.2018

Institut

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald Sachgebiet Naturschutz und Forschung

Betreuer

Prof. Dr. Marco Heurich

Kontakt

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