Ukraine Nature Network: Plattform zur Dokumentation und Verbreitung von Informationen über Umwelt- und Naturschutzinitiativen in der Ukraine im Kontext des Krieges

Keywords: Der russische Krieg gegen die Ukraine, Plattform, Netzwerk, Boden (einschließlich Landwirtschaft), Wälder und Waldschutz, Abfallwirtschaft, Energieerzeugung

Gegenstand und Ziele des Projektes

Gegenstand des Projektes „Ukraine Nature Network“ ist der Aufbau und die nachhaltige Etablierung einer zentralen Plattform, die als übergeordnete Informations- und Vernetzungsdrehscheibe für laufende und geplante Umweltprojekte in der Ukraine fungiert. Der besondere Fokus liegt auf Vorhaben, die darauf abzielen, die vielfältigen ökologischen Auswirkungen und Schäden infolge des Krieges zu bewältigen und langfristig zu mindern.

Die Plattform bündelt systematisch Informationen zu Projektzielen, methodischen Ansätzen, erzielten Ergebnissen sowie zu deren positiven Wirkungen auf lokale Ökosysteme und betroffene Regionen. Gleichzeitig fördert sie Transparenz, Wissensaustausch und Kooperation zwischen relevanten Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Praxis.

Ziel des Projektes ist es, Umweltinitiativen in der Ukraine sichtbar zu machen, ihre Wirkung zu stärken und Synergien zwischen verschiedenen Akteuren zu fördern. Im Einzelnen verfolgt das Projekt folgende Ziele:

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Das Projekt „Ukraine Nature Network“ ist innovativ, da es über eine reine Informationsplattform hinausgeht und eine integrierte Struktur aus Wissensbündelung, aktiver Vernetzung, Fördermobilisierung und Politikunterstützung schafft. Es verbindet digitale Infrastruktur mit strategischer Koordinations- und Vermittlungsfunktion und reagiert damit gezielt auf die besonderen Herausforderungen einer kriegsbedingten Umweltkrise.

Ein wesentliches Innovationsmerkmal ist die Konzeption der Plattform als zentraler „Information Hub“ für laufende und geplante Umweltprojekte in der Ukraine. Durch die systematische Erfassung von Projektzielen, Methoden, Ergebnissen und Wirkungen entsteht eine transparente Wissensbasis, die sowohl Fachakteuren als auch politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung steht. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur evidenzbasierten Politikgestaltung, insbesondere im Kontext des Wiederaufbaus und der Annäherung an europäische Umweltstandards.

Modellhaft ist zudem die strukturierte internationale Vernetzung durch die „Ukraine Nature Network–Germany Partnership“. Durch moderierte Online-Matching-Formate werden Hochschulen in Deutschland und der Ukraine gezielt zusammengeführt, um Kooperationen im Bereich Naturschutz, Biodiversität und Renaturierung zu initiieren. Dieses systematische Matching stellt einen übertragbaren Ansatz dar, der auch in anderen Krisen- oder Transformationskontexten angewendet werden kann.

Ein weiterer innovativer Baustein ist die Funktion des Projektes als „Nature Conservation Brokerage“. Die Plattform erhöht die Sichtbarkeit ukrainischer Umweltinitiativen gegenüber nationalen und internationalen Fördermittelgebern und unterstützt aktiv die Entwicklung von Projektanträgen. Dadurch werden nicht nur Informationen geteilt, sondern konkrete Finanzierungszugänge erleichtert und institutionelle Kapazitäten gestärkt.

Schließlich verbindet das Projekt wissenschaftliche Expertise mit praktischer Umsetzung, indem es ukrainische Fachkräfte im Bereich Naturschutz mit internationalen Expertinnen und Experten vernetzt und den fachlichen Austausch auch unter erschwerten Bedingungen ermöglicht. Insgesamt besitzt das Projekt Modellcharakter, da es eine skalierbare und übertragbare Struktur für wissensbasierte Vernetzung, internationale Kooperation und nachhaltige Umweltgovernance in Krisen- und Wiederaufbausituationen etabliert.

Besondere Aspekte des Projektes

Ein besonderer Aspekt des Projektes liegt in seiner langfristigen Ausrichtung und Nachhaltigkeit. Bereits während der Projektlaufzeit wird eine Strategie zur dauerhaften Verstetigung des „Ukraine Nature Network“ entwickelt. Ziel ist es, die Plattform und die aufgebauten Kooperationsstrukturen auch nach Projektende fortzuführen und institutionell zu verankern. Darüber hinaus werden konkrete Folgeaktivitäten konzipiert, um die inhaltliche Arbeit, die internationale Vernetzung sowie die Förderakquise nachhaltig weiterzuführen. Damit ist das Projekt nicht als einmalige Maßnahme angelegt, sondern als strukturbildende Initiative mit langfristiger Wirkung.

Förderthema 9: Naturschutz und Gewässerschutz

Projektdurchführung:

Wirkungsorte: Deutschland, Ukraine

Förderzeitraum: Juni 2024 bis Mai 2026

Projektkosten: Gesamtvolumen: 169 859 Euro, Förderung durch DBU: 169 859 Euro

DBU-AZ: 39643


Stand: 10.03.2026