Keywords: Geschlechtergerechtigkeit, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Gegenstand und Ziele des Projektes
Menstruationsarmut bezeichnet die Situation, in der menstruierende Personen keinen ausreichenden Zugang zu Hygieneprodukten wie Tampons, Binden usw. haben, weil diese zu teuer oder nicht verfügbar sind. Sie betrifft mehr als 500 Millionen Frauen in fast allen Regionen der Welt, besonders aber in Ländern mit hoher Armutsrate, schlechter Infrastruktur und einschlägigen Ressentiments. In Nepal begegnet der Verein NIDISI diesem Problem mit einer biologisch abbaubaren Damenbinde aus einem nachwachsenden Rohstoff, nämlich den Fasern aus dem sonst nicht weiter genutzten Strunk der Bananenstaude. NIDISI hat zusammen mit Sparśa, einem ausgegründetem nepalesischen Sozialunternehmen, vor Ort sowohl die Herstellungstechnik für Damenbinden entwickelt als auch die entsprechenden Verteilinfrastrukturen etabliert. Im vorliegenden Projekt entwickelt NIDISI Deutschland einen „Blueprint“ basierend auf der erfolgreichen Umsetzung in Nepal. D. h. das Knowhow über Technologie, Betrieb, Rohstoffe usw. wird systematisch aufbereitet und international auf der dafür sehr gut geeigneten Verbreitungsplattform „Panorama“ der UNDP geteilt. Dieser Blueprint stellt Wissen bereit, das kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) weltweit in Bananenanbaugebieten ermöglicht, Produktionsanlagen mit einer Mindestkapazität von 3 000 kompostierbaren Binden pro Tag aufzubauen. Mithilfe dieses Wissens können sie den technischen Prozess anwenden und weiterentwickeln. In Kenia soll die Validierung der Blaupause unter Errichtung einer entsprechenden Produktionsstätte erfolgen. Neben dem Sozialeffekt wird als ökologische Wirkung u. a. die Vermeidung von Plastikabfall unterstützt.
Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes
Das Projekt wird vom Kernpartnern NIDISI gGmbH, Berlin, durchgeführt. NIDISI Nepal und Ziada Solution (Kenia) sind assoziierte Projektpartner. Ziada Solution ist der erste Replikator für den Plant-to-Pad Blueprint und wird eine Fertigungsanlage in Taita Taveta County errichten, d. h. Maschinen nachbauen und das Feedback aus den Tests in die Weiterentwicklung des Blueprints einfließen lassen. Somit können erste Annahmen zur Replizierbarkeit des Blueprints in einem anderen kulturellen, geografischen Kontext getestet werden. Mit ihrer bestehenden Infrastruktur, Erfahrung in der Faserverarbeitung und engen Zusammenarbeit mit NIDISI bringt Ziada Solution alle Voraussetzungen mit, um das Konzept erfolgreich zu testen und weiterzuentwickeln. Langfristig soll eine “Plant-to-Pad“ Community-Struktur wachsen und die Ausweitung auf andere Faserarten wie Wasserhyazinthe, Sisal und Bambus erfolgen. Ihre Offenheit für Wissenstransfer und Community-Building macht sie zu einem starken Partner für die langfristige Skalierung des Projekts.



Förderthema 0: Themenoffene Förderung
Projektdurchführung:
Assoziierte Partner*innen:
Wirkungsorte: Deutschland, Nepal, Kenia und Nigeria
Förderzeitraum: August 2025 bis August 2027
Projektkosten: Gesamtvolumen: 105 743 Euro, Förderung durch DBU: 105 743 Euro
DBU-AZ: 40464/01
Stand: 09.02.2026