Keywords: Bürgerenergie, Klimaschutz, Ressourcenschonung, Energieeffizienz und -einsparung, Partizipation
Gegenstand und Ziele des Projektes
Das bulgarische Energiesystem, das größtenteils während der sozialistischen Ära aufgebaut wurde, basiert auf der Nutzung großskaliger Energieanlagen. Bürgerenergie stellt einen wesentlichen Bestandteil der Energiewende dar und soll durch die Aktivierung lokaler Akteure die umweltverträgliche, dezentrale Energieerzeugung und -nutzung stärken und in diesem Zuge zur Verringerung von Energieabhängigkeit und Energiearmut beitragen. Gleichzeitig werden lokale Gemeinschaften durch die Schaffung sozialer Werte, die Beteiligung der Bürger an Entscheidungsprozessen sowie die Entstehung zusätzlicher Arbeitsplätze unterstützt. Erste Energiegemeinschaften in Bulgarien wurden bereits unter Zusammenarbeit mit dem Projektpartner EnEffect in Gabrovo, Burgas und Sofia gegründet. Der Höhenkurort Bansko ist dank seines guten Zugangs zum Piringebirge vom Tourismus geprägt und einer der bekanntesten Wintersportorte Bulgariens. Das Hauptziel des Projekts ist demnach die Erprobung von grünen Energie-Nachbarschaften in der Region Bansko als Beispiel für eine sozial gerechte Energiewende in Tourismusgemeinden in Südosteuropa. Hierfür sollen in einem ersten Schritt zunächst wichtige Interessengruppen identifiziert und sensibilisiert, die lokalen (Energie-)Bedürfnisse erfasst und auf dieser Grundlage erste Machbarkeitsstudien durchgeführt werden. Darauf aufbauend sollen fehlende lokale Kapazitäten entwickelt, tragfähige Pilotprojekte konzeptioniert und somit die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die ersten Energiegemeinschaften festgelegt werden. Zwei Pilotprojekte sollen erfolgreich umgesetzt und ein gut handhabbares Monitoring eingerichtet werden, um die Wirkung erfassen und bewerten zu können sowie die Nachhaltigkeit und breitere Wirkung des Bansko-Modells als Modellprojekt sicherzustellen.
Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes
Entscheidend ist, dass die Gemeinde Bansko ihr Engagement nicht als isolierte Pilotmaßnahme betrachtet, sondern als Teil einer umfassenderen lokalen Strategie für Klimaneutralität, Energieunabhängigkeit und bürgerschaftliches Engagement. Eine solche Beteiligung zeigt, dass Gemeinden als starke Katalysatoren für die Energieversorgung der Gemeinde dienen können, indem sie lokale Netzwerke mobilisieren, die Nachfrage bündeln und Projekte in ihre Energie- und Klimapläne integrieren. Der innovative Ansatz besteht im partizipativen Design dieses Projekts, in dem in einem kontinuierlichen und iterativen Prozess unter Beteiligung verschiedenster Parteien (Wissenschaftler, Unternehmer, Entwickler, Gemeindeverwaltung, Nutzer usw.) gemeinsam Produkte und Dienstleistungen entworfen und (weiter)entwickelt werden.
Besondere Aspekte des Projektes
Der besondere Aspekt dieses Projekts liegt im Einsatz von gemeinschaftsbildenden Elementen, wie partizipatorische und Service-Design-Methodologien für Bürgerengagement, ähnlich der Mi Parque Bewegung (Deep Participatory Design und Community Co-Creation), die in postkommunistischen Ländern ausprobiert werden soll. Hierbei übernehmen die neu entstandenen Gemeinschaften die Verantwortung für die Entwicklung, Aufrechterhaltung und Überwachung der Maßstäbe ihres gemeinsamen Projekts oder Raums und stärken dabei die Gemeinschaft selbst.



Förderthema 6: Erneuerbare Energie, Energieeinsparung und -effizienz
Projektdurchführung:
Wirkungsort: Bulgarien
Förderzeitraum: Dezember 2025 bis Dezember 2027
Projektkosten: Gesamtvolumen: 187 821 Euro, Förderung durch DBU: 131 129 Euro
DBU-AZ: 40033/01
Stand: 09.02.2026