Energy in the Hands of the People: Developing Citizen Participation in Czech Energy Communities

Keywords: Bürgerenergie, Informationsvermittlung, Wissenstransfer, Qualifikation, Partizipation

Gegenstand und Ziele des Projektes

Das Projekt basiert auf der aktuellen Situation der Energiegemeinschaften in der Tschechischen Republik, die in erster Linie von Kommunen und lokalen Aktionsgruppen gegründet werden und nur in begrenztem Umfang normale Bürger*innen in Investitionen und Entscheidungsprozesse einbeziehen. Dies schränkt sowohl die Vorteile und den demokratischen Charakter der Energiewende für die Bürger*innen als auch die Nutzung des Potenzials von Gebäuden und den Bau neuer Energiequellen, insbesondere Windkraftanlagen, ein. Ziel des Projekts ist es, eine stärkere Beteiligung der Bürger*innen an kommunalen Energieprojekten sicherzustellen und wirtschaftliche und organisatorische Hindernisse zu überwinden. Im Rahmen des Projektes werden bewährte Verfahren für die Einbeziehung der Bürger*innen in kommunale Energieprojekte in der Tschechischen Republik vorbereitet, getestet und verbreitet. Energiegemeinschaften sollen attraktiver gemacht werden, um die Beteiligung der Bürger*innen sowohl in organisatorischer und wirtschaftlicher als auch in informativer Hinsicht zu ermöglichen. Zunächst wird das Wissen über bestehende Gemeinschaften genutzt, um Hindernisse zu identifizieren. Anschließend werden Verfahren zur Einbeziehung der Bürger*innen in Entscheidungsprozesse, Finanzierung und Energieverteilung entworfen und diese innerhalb der Energiegenossenschaft der Bewegung Hnutí DUHA praktisch getestet. Dadurch wird auch die Verwaltung und Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen verbessert. Es werden mindestens drei weiteren Gemeinden gezielte Beratung und Unterstützung bei der Einbindung der Bürger*innen angeboten. Die gewonnenen praktischen Erkenntnisse werden in Methoden und Instrumenten zusammengefasst, die allen Energiegemeinden, insbesondere den Mitgliedern der Union of Community Energy (UKEN), zur Verfügung gestellt werden. In Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden innerhalb der UKEN werden Hindernisse für die Bürgerbeteiligung identifiziert, die sich aus dem rechtlichen Rahmen, den administrativen Verpflichtungen oder den wirtschaftlichen Realitäten des Energiesektors ergeben. Um diese zu überwinden, werden systemische Änderungen der Gesetzgebung, Förderprogramme oder anderer Vorschriften vorschlagen und diese Vorschläge den politischen Entscheidungsträgern und den Medien vorgestellt. Die Verbreitung von Informationen zu diesem Thema und den Ergebnissen des Projekts wird durch Kommunikationsmaßnahmen unterstützt.

Aktivitäten und erwartete Ergebnisse:

Aktivität 1. Analyse der Hindernisse und Bedürfnisse für die Bürgerbeteiligung

Projektergebnis 1.1: interne Analyse der Hindernisse und Bedürfnisse für die Bürgerbeteiligung, die innerhalb der Arbeitsgruppen der Community Energy Union (UKEN) diskutiert werden soll.

Aktivität 2. Entwurf und Entwicklung von Verfahren für die Bürgerbeteiligung

Projektergebnis 2.1: drei detaillierte Verfahren für die Beteiligung der Öffentlichkeit an Energiegemeinschaften, einschließlich rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen; das Dokument richtet sich an Führungskräfte in den Energiegemeinschaften.
Projektergebnis 2.2: Methodik für die Kommunikation mit und die Aufklärung von Mitgliedern.

Aktivität 3: Pilotversuch innerhalb der Energiegenossenschaft Hnutí DUHA (EDHD)

Projektergebnis 3.1: mindestens zehn Online- und zwei Präsenztreffen mit EDHD-Mitgliedern
Projektergebnis 3.2: zwei Systeme für die partizipative Verwaltung der Energiegenossenschaft implementiert, Zugriff über den Mitgliederbereich der Website
Projektergebnis 3.3: zwei Fortbildungen zum Aufbau interner Kapazitäten für die Verwaltung und Entwicklung partizipativer Systeme (unter Beteiligung von mindestens 5 aktiven EDHD-Mitgliedern)

Aktivität 4. Unterstützung von drei neu entstehenden Gemeinschaften bei der Einbindung der Bürger*innen

Projektergebnis 4.1: drei Vorschläge für konkrete Lösungen zur Erleichterung der Bürgerbeteiligung in drei aufstrebenden Gemeinschaften (interne Dokumente für jede Gemeinde)
Projektergebnis 4.2: Vorschläge für Änderungen interner Prozesse oder Dokumente (interne Dokumente für jede Gemeinschaft)
Projektergebnis 4.3: drei partizipative Treffen zur Gewinnung neuer Mitglieder mit jeweils 20 Teilnehmern
Projektergebnis 4.4: zwölf Social-Media-Beiträge, die mindestens 3.000 Menschen erreichen
Projektergebnis 4.5: drei Artikel in lokalen Medien
Projektergebnis 4.6: drei Präsenzschulungen und drei Online-Beratungen für insgesamt 9 Vertreter*innen aus den drei Gemeinschaften

Aktivität 5. Aufbau von systemischen Bedingungen für kommunale Energie

Projektergebnis 5.1: drei Strategiepapiere mit Empfehlungen zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für kommunale Energie
Projektergebnis 5.2: sechs Treffen mit Abgeordneten oder Minister*innen und drei Arbeitsgruppensitzungen bei Behörden

Aktivität 6. Verbreitung bewährter Verfahren

Projektergebnis 6.1: drei Webinare mit insgesamt 90 Teilnehmenden (30 Personen pro Webinar)
Projektergebnis 6.2: drei Präsenzworkshops mit insgesamt 60 Teilnehmenden (20 Personen pro Workshop)
Projektergebnis 6.3: Veröffentlichung mit Methoden bewährter Verfahren und praktischen Beispielen (15 Seiten online + 100 gedruckte Exemplare)
Projektergebnis 6.4: drei thematische Artikel in nationalen Medien
Projektergebnis 6.5: zehn thematische Artikel auf den Websites von UKEN und Hnutí DUHA
Projektergebnis 6.6: zwölf Social-Media-Beiträge, die 90.000 Menschen erreichen Projektergebnis 6.7: zwei Beiträge bei zwei Expertenforen und Konferenzen

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Soziale Innovation:

Das Projekt führt partizipative Methoden zur Einbindung der Bürger*innen in Energiegemeinschaften ein. Im tschechischen Kontext, wo Genossenschaften und ähnliche Modelle kollektiver Wirtschaftstätigkeit aufgrund der kommunistischen Vergangenheit stark diskreditiert sind, die Gesellschaft stark individualisiert ist und das Engagement der Bürger*innen in Form von Vereins- oder Parteimitgliedschaften zurückgeht, ist diese konsequente Einbindung der Bürger*innen wirklich innovativ. Durch die Eröffnung neuer Möglichkeiten für Bürger*innen, sich an Entscheidungen über Projekte, die Verwendung von Finanzmitteln und den Betrieb von Energiegemeinschaften zu beteiligen, fördert das Projekt einen neuartigen Ansatz. Es zielt darauf ab, neue Organisationsmodelle für Energiegemeinschaften sowie neue Methoden zur Einbindung und Gewinnung von Mitgliedern und zur Stärkung ihrer aktiven Rolle in der Gemeinschaftsführung zu identifizieren und zu validieren.

Organisatorische Innovation:

Derzeit wird der Energiesektor der Gemeinschaften in erster Linie von Akteur*innen mit erheblichen organisatorischen und finanziellen Kapazitäten vorangetrieben, wie Kommunen und lokalen Aktionsgruppen, die Gebäude besitzen und darauf Energiequellen erschließen. Unter den aufstrebenden Energiegemeinschaften ist die Energiegenossenschaft Hnutí DUHA insofern einzigartig, als sie von Einzelpersonen und nicht von Institutionen geführt wird.

Durch die direktere Einbindung der Bürger*innen in die Arbeit der Gemeinschaft – durch Anpassungen ihrer Prozesse wie Satzungen, Aufnahmeverfahren für Mitgliedern und Wirtschaftsmodelle – führt das Projekt eine Innovation ein, die einen wirklich demokratischen Ansatz im Energiebereich ermöglicht.

Wirtschaftliche Innovation:

Die Beteiligung der Bürger*innen an gemeinsamen Investitionen in erneuerbare Energiequellen stellt eine neue Form der Wirtschaftstätigkeit dar. Zwar gibt es einige private Plattformen für Crowdfunding, Mikroinvestitionen oder Peer-to-Peer-Kredite, doch diese werden weder direkt von Bürger*innen kontrolliert noch konzentrieren sie sich speziell auf erneuerbare Energiequellen (EEQ). Darüber hinaus bieten sie nicht die Möglichkeit, Strom zu teilen und somit nicht nur durch Dividenden, sondern auch durch Rabatte auf den Verbrauch aus der eigenen Investition zu profitieren. Die wenigen bestehenden Beispiele für Bürgerinvestitionen in Projekte im Bereich erneuerbarer Energiequellen sind begrenzt, ermöglichen den Bürger*innen keinen Einfluss auf die Projektgestaltung und bieten den Teilnehmenden keine Entscheidungsbefugnis. Die Beteiligung der Bürger*innen kann neue Kapitalquellen mobilisieren und zusätzliche Möglichkeiten für die Nutzung von Grundstücken und Gebäuden für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien schaffen.

Technologische Innovation:

Um wirtschaftliche Rentabilität und Vorteile aus der Bürgerbeteiligung am Energie-Sharing zu erzielen, müssen Energiegemeinschaften Managementsysteme für Produktion und Verbrauch implementieren, die zeitlich synchron arbeiten und eine effiziente Nutzung der erzeugten Energie innerhalb des gemeinsamen Systems ermöglichen. Derzeit verwenden neu entstehende Energiegemeinschaften keine Systeme, die die Bürger*innen direkt in die Anpassung ihres Energieverbrauchs einbeziehen, um das Sharing zu optimieren. Daher werden Modelle für die Bürgerbeteiligung in Energiegemeinschaften die Optimierung von Verbrauch und Sharing beinhalten. Innerhalb der Energiegenossenschaft Hnutí DUHA wird direkt ein IT-System zur Verwaltung von Produktion und Verbrauch getestet, welches die Beteiligung der Bürger*innen ermöglicht, ihre Auswirkungen auf die Energieverteilung bewertet und mit ihnen kommuniziert, um die Ergebnisse der Verteilung zu verbessern.

Förderthema 6: Erneuerbare Energie, Energieeinsparung und -effizienz

Projektdurchführung:

Wirkungsort: Tschechien

Förderzeitraum: Januar 2026 bis Januar 2029

Projektkosten: Gesamtvolumen: 340 627 Euro, Förderung durch DBU: 170 313 Euro

DBU-AZ: 40738/01


Stand: 09.02.2026