Rückgewinnung von Silber als Schlüssel für ein wirtschaftliches Recycling von kristallinen Silizium-Solarmodulen

Zielsetzung & Anlass

Die Photovoltaik (PV) ist eine zentrale Säule des erneuerbaren Strom-Mix. Aktuell fallen in Deutschland ca. 7.855 Tonnen ausgediente Solarmodule an. Mit einer angenommenen Le-bensdauer von 30 Jahren steigt die Zahl der zu recycelnden Solarmodule bis zum Jahr 2030 auf mehr als 1 Mio. Tonnen. Weltweit fallen bis zum Jahr 2050 zwischen 50-70 Mio. Tonnen Solarmodule für das Recycling an.

Bis heute ist das wirtschaftliche Recycling von Solarmodulen in Deutschland und Europa nur auf Basis einer durch die Hersteller und Importeure von Solarmodulen gezahlten Umlage möglich. Bisher wurden lediglich die gut erreichbaren Komponenten wie der Aluminiumrahmen, die Anschlussdose mit Kabeln und ein Teil des Deckglases recycelt. Ein Recycling ist nur aufgrund der von Herstellern gebildeten Rücklage möglich. Eine rein wirtschaftliche Lösung zum Recycling von Solarmodulen existiert bisher nicht. Insbesondere das energie- und ressourcenintensiv hergestellte Silizium und das Edelmetall Silber der Solarzellen werden nicht zurückgewonnen. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von Technologien zum werthaltigen und wirtschaftlichen Recycling von Solarmodulen. Der Schwerpunkt liegt auf einer möglichst sortenreinen Rückgewinnung aller Rohstoffe, sodass die Qualität der bisherigen Glasfraktion deutlich gesteigert werden kann und zudem das Silizium und Silber der Solarzellen zurückgewonnen wird.

Das recycelte, metallurgische Silizium wird u.a. als Rohstoff zur Herstellung von Aluminium und seinen Legierungen verwendet. Silber kann in Scheideanstalten wei-ter aufbereitet werden. Im Gegensatz zum Stand der Technik können dadurch alle Bestandteile des Solarmoduls wirtschaftlich verwertet werden.

Das Recycling der genannten Rohstoffe spart dabei ca. 80 % der elektrischen Energie verglichen mit ihrer Primärproduktion. Dies ist je nach Produktionsstandort äquivalent zu den energieseitigen CO2-Emissionen. Das beantragte Vorhaben kann dazu beitragen, den Rohstoff-kreislauf in der Solarindustrie zu schließen und die Photovoltaik zu einer ganzheitlich nachhaltigen Energieform zu machen. Solarmodule werden zur Rohstoffquelle.

Aktenzeichen 37555/01
Abschlussbericht:
Projektträger: JPM Technologies GmbH
Bültenweg 95
38106 Braunschweig
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Telefon: +49 531 22 43 49 87
Internet: https://www.jpmtechnologies.de
Bundesland: Niedersachsen
Förderzeitraum: 23.08.2021 - 22.08.2022 (12 Monate)
Fördersumme: 124.473,00
Förderbereich: 08
Stichworte: Solarmodul, Fotovoltaik
Publikationen: