Sanierungskonzept zur Einsparung von 80 % Primärenergieaufwand bei der nachhaltigen Erneuerung und Bewirtschaftung des Gymnasiums Sonthofen

Aktenzeichen 25812/01
Projektkennblatt:
Abschlussbericht: DBU-Abschlussbericht-AZ-25812_01.pdf (11.14 MB)
Projektträger: Stadt Sonthofen 1. Bürgermeister
Rathausplatz 1
87527 Sonthofen
weitere Projekte aus der Umgebung
Telefon: 08321 615-0
Internet: http://www.sonthofen.de
Bundesland: Bayern
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das Gymnasium Sonthofen wurde im 70er Jahre Stil von 1972 - 1974 in Stahlbeton-Fertigbauweise mit Sandwich-Elementen nach dem so genannten Kasseler Modell erbaut und vereint in sich viele der damaligen Problemstoffe sowie der baulichen Probleme. Seit Bestehen der Schule gibt es Klagen über die Störungen des Wohlbefindens aller Beteiligten durch das Raumklima und die Luftbelastungen. Durch Untersuchungen wurden hohe Konzentrationen von KMF-Fasern festgestellt. Die bisherigen Untersuchungsbeispiele bzw. Problemanhäufungen klimatischer, baulicher und energetischer Art, verbunden mit Einschränkungen des Schulbetriebs, sind symptomatisch für diese Gebäudegeneration. Durch mangelhafte Detailausbildung, die zwar dem damaligen Zeitgeist entsprach, aber bauphysikalisch die Probleme nicht gelöst hat, gibt es massive Bauprobleme, verbunden mit hohem Energieverbrauch, Sanierungsstau und verbrauchten Bauteilen. Ebenso bestehen Mängel im Bereich der Sicherheit, des Brandschutzes und der Barrierefreiheit. Ein Großteil der Stahlbeton-Fertigteile ist nicht wärmegedämmt, dementsprechend hoch sind der Heizbedarf und die Überhitzung im Sommer. Durch eine zielgerichtete Generalsanierung soll das Gebäude langfristig erhalten bleiben. Die verwendbare Bausubstanz soll gesichert und erhalten werden, alle störenden bzw. defekten Elemente müssen ausgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die Generalsanierungsplanung soll ganzheitlich und systematisch so umfänglich mit Variantenvergleich dargestellt werden, dass daraus Rückschlüsse zur Sanierung anderer Schulen, die ebenfalls im Kasseler Schulmodellsystem errichtet wurden, gezogen werden können. Durch Veröffentlichung soll damit für viele ähnlich gelagerte Schulsanierungsfälle eine Hilfestellung geboten werden.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenProjektmanagement, schulische Umweltveranstaltungen, Energietage, Öffentlichkeitsarbeit durch Energie- und Umweltzentrum Allgäu GmbH mit EZA-Partnertag, DIN 18599-Berechnungen durch Energie- und Umweltzentrum Allgäu, Grundlagenbeschaffung: Bestandsaufnahme mit Ergänzung der Pläne um Details sowie Schadenserkundung mit Kenntlichmachung der Schwachstellen, Erarbeiten von Detaillösungen mit bauphysikalischen Überprüfungen, Abstimmung des Raumprogramms mit Sicherheitsauflagen und zukünftigem Schulbedarf, Simulation der Planungsvarianten, Öffentlichkeitsarbeit, Verbreitung und Erfassen der Arbeitsmethodik, Präsentationen.


Ergebnisse und Diskussion

Die dargestellte Planung der Generalsanierung des Gymnasiums in Sonthofen zeigt sehr deutlich, wie wichtig eine integrale Planung ist. Es müssen die Möglichkeiten der CO2-Reduktion und der baulichen Verbesserungen erkannt und innerhalb eines Projektes konsequent umgesetzt werden. Eine Art energetischer Projektsteuerung ist hierbei hilfreich, die neben den baulichen Möglichkeiten die technischen Energieeinsparmöglichkeiten und Synergieeffekte zwischen verschiedenen Technikkomponenten erkennt und einplant. Des Weiteren sind die Energieaufwendungen und -ströme insgesamt zu betrachten. Alle Wärmeinhalte müssen möglichst recycelt werden und u. U. mehrfach verwendet werden.

Es wurden gleichermaßen die baukonstruktiven und die technischen Möglichkeiten auf ihre Nachhaltigkeit überprüft. Nach deren Vergleich und Diskussion im Planungsteam wird entsprechend geplant. Des Weiteren wurde darauf geachtet, bereits heute alle möglichen Energie- und CO2-Einsparmöglichkeiten umzusetzen und nicht aktuell gültigen Mindestvorschriften als Begründung für halbherzige Maßnahmen zu zitieren. Die drohende Klimakatastrophe verlangt maximale Energieeinsparungen, deren Wirtschaftlichkeit durchaus darstellbar ist. Für den nächsten Nutzungszyklus werden daher keine aufwändigen Nachrüstungen nötig.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Das Projekt wurde mehrmals in der lokalen Presse vorgestellt. Größere schulische Veranstaltungen wie die Energietage boten eine breite Plattform, um die energieeffiziente Sanierung vorzustellen. Das Energie- & Umweltzentrum Allgäu hat im Rahmen seiner Fortbildungsveranstaltungen den EZA-Partnertag mit über 70 Teilnehmern im Gymnasium Sonthofen veranstaltet. Die Stadt Sonthofen präsentierte ihre Sanierung auf der Allgäu-Schau.


Fazit

Die qualitativ hochwertigen Ergebnisse der Planung und die darstellbare Nachhaltigkeit sollten den Keim bilden, die gesamte Liegenschaft mit dem Ziel der CO2-Neutralität zu überplanen. Die erhaltenen Kennwerte, die verifiziert werden müssen, können als Orientierungswert für weitere Niedrigstenergiesanierungen dienen. Der Generalplaner als Planerkonsortium kann eine für beide Vertragsseiten ausgewogene Organisationsform darstellen.

Förderzeitraum: 17.07.2007 - 16.01.2009 (1 Jahr und 6 Monate)
Fördersumme: 125.000,00
Förderbereich: I.3.1
Themengebiet: Umwelttechnik
Stichworte: Schule, Sanierung
Publikationen:
Geografisch:


Thematisch verwandt...
Lädt...