Studentischer Wettbewerb zur Realisierung eines Umwelt- und Informationszentrums unter bauökologischen und energetischen Gesichtspunkten

Aktenzeichen 24182/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.14 MB | Zuletzt geändert: 27.09.2013
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Projektträger: Amt Ostholstein-Mitte
Am Ruhsal
23744 Schönwalde
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Telefon: 04528/9174500
Internet: http://www.amt-ostholstein-mitte.de
Bundesland: Schleswig-Holstein
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Die Gemeinde Schönwalde am Bungsberg plant in Zusammenarbeit mit dem Kreis Ostholstein und mit Unterstützung der DBU eine Wiederbelebung des Bungsbergs mit einem Umwelt- und Informationszentrum für Besucher und Gäste. Der Bungsberg ist mit 168 m die höchste Erhebung Schleswig-Holsteins. Eine erste Einschätzung hat ergeben, dass besonders die Themen Wald, Forstwirtschaft, Gutswirtschaft, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien einerseits noch kaum in der Region vertreten sind und andererseits am Bungsberg zur Präsentation gut geeignet wären.
Als Informations- und Besucherzentrum soll die Einrichtung gleichermaßen der Bildung und Information über die Region dienen wie auch durch eine erlebnisorientierte Darstellung zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur beitragen. Attraktive, didaktisch aufbereitete und kreative Angebote für Erwachsene und Kinder sollen zugleich zu einer Verlängerung der Vor- und Nachsaison beitragen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls erste Phase zur Erlangung von Planungsideen und Bauentwürfen soll ein studentischer Wettbewerb dienen. Die Ergebnisse sollen dann in konkrete Planungen münden und später als Projekt im Rahmen der LSE Schönwalde umgesetzt werden. Im Rahmen des Wettbewerbes soll für das Bungsbergumfeld ein thematisches Wege- und Nutzungskonzept, ein Konzept für Freizeitnutzungen sowie ein Verkehrs- und Parkplatzkonzept erarbeitet werden. Darüber hinaus ist aber wesentliches Ziel eine Gebäudeplanung für das Umwelt- und Informationszentrum unter bauökologischen und energetischen Gesichtspunkten an diesem markanten Standort. Nach Beendigung des studentischen Wettbewerbs sollen die Ideen im Rahmen der Ankäufe von einem Architekten zu einem Vorentwurf weiterentwickelt werden und in eine Kostenschätzung münden. Durch die Hinzuziehung eines Fachmannes für Energieplanung soll diesem besonders wichtigen Bereich von Anfang an Rechnung getragen werden. Das Ergebnis dieses Schrittes ist dann die Grundlage für die Antragstellung für die weiteren baulichen und sonstigen Maßnahmen. Das Projekt wird von der EU im Rahmen des Programms LEADER + kofinanziert. Der studentische Wettbewerb beginnt am 01.02.2006 und endet am 29.03.2006. Der Vorentwurf mit Kostenschätzung soll bis zum Juli 2006 erarbeitet sein.


Ergebnisse und Diskussion

Die erste Phase, der studentische Wettbewerb, wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar und der Fachhochschule Lübeck ausgelobt. Den Studierenden der Architekturfachbereiche wurde in der Arbeitsunterlage u.a. der Anlass und das Ziel sowie die Wettbewerbsaufgabe vorgegeben. Eine wesentliche Vorgabe war eine innovative Bauweise, ein schlüssiges Energiekonzept und die Nachhaltigkeit des Konzepts. Die Wettbewerbsteilnehmer waren aufgefordert einen Baukörper zu entwerfen, der die Intentionen des vorgegebenen Konzepts in geeigneter Weise aufnimmt und durch eine innovative Architektur unterstützt bzw. das vorhandene Gebäude ggf. mit einbezieht. Das Raumprogramm sollte den Ausstellungsbereich, einen gastronomischen Bereich sowie eine Hausmeisterwohnung umfassen. Der Bearbeitungszeitraum war vom 01.02.2006 bis zum 17.03.2006 ebenso wie der Termin zur Abgabe der Entwürfe einschließlich der Modelle vorgegeben. Die Preisgerichtssitzung war für den 29.03.2006 terminiert, die Preisverleihung für den 30.03.2006. Aus der Vielzahl der eingereichten Entwürfe entschied sich die Jury für die Entwurfsidee verwurzelt. Aus der Begründung: Die Stärke der Arbeit liegt im selbstverständlich wirkenden Umgang mit der Umgebung. Herauszuheben ist der sehr schön inszenierte Aufgang zwischen den Gebäuden hindurch zum Elisabeth-Turm, der diesem Baudenkmal seine Eigenständigkeit erhält ohne einen Angstabstand einzuhalten. Dieser Eindruck wird auch eindrucksvoll im Erdgeschoss des Hauptgebäudes fortgeführt. Von der ursprünglichen Planung, die Ideen des studentischen Wettbewerbs von einem Architekten zu einem Vorentwurf weiter zu entwickeln, wurde in Absprache und Einverständnis der Fördermittelgeber Abstand genommen. Mit einer Machbarkeitsstudie sollte auf der Grundlage des studentischen Wettbewerbs ein Gesamtkonzept entwickelt und die Möglichkeiten und Perspektiven zu einem strukturierten Handlungs- und Aktionskonzept zusammengefügt werden. Ziel war es, in der Form einer Realitätsstudie die Frage zu beantworten, ob eine Wiederbelebung der Aktivitäten am Bungsberg erfolgreich sein könnte. Nach erfolgter Vorauswahl wurde der Auftrag für diese Machbarkeitsstudie an das Büro ProjektM, Lüneburg, am 07.05.2006 erteilt. Mit zeitlicher Verzögerung, die ausschließlich mit der bis dahin ungelösten Grundstücksfrage begründet ist, wurde die Machbarkeitsstudie in ihrer endgültigen Form am 05.10.2007 vorgelegt. Im Ergebnis kommt die Studie zu dem Schluss, dass ein klassisches Umwelt- und Informationszentrum mit einer (kleinen) Gastronomie auf dem Bungsberg nicht dem Anspruch eines eigenrentablen Betriebs entsprechen kann. Empfohlen wird daher eine ganzheitliche Entwicklung des Bungsbergs zu einem attraktiven Umwelt- und Erlebniszentrums, das geeignet ist, sich im Wettbewerb der Freizeitanlagen zu behaupten. Nur bei entsprechend hoher Attraktivität der Ausstellungsbereiche, der weiteren Freizeitanlagen und der Gastronomie dürften ausreichend Besucher generiert werden. Aber nicht nur die Attraktivität der Anlagen, sondern besonders auch der professionelle Betrieb aller Module aus einer Hand ist von entscheidender Bedeutung für die Zielerreichung. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass bei ganzheitlicher und attraktiver Umsetzung des empfohlenen Konzepts, bei ganzheitlichem Betrieb aus einer Hand und bei erfolgreichem, kooperativem Marketing mit den Verbänden und Akteuren in der Region ein rentabler Betrieb möglich ist.

Damit hat die Fördermaßnahme zunächst ihren Abschluss gefunden.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Über das Ergebnis des studentischen Wettbewerbs wurde umfangreich in der regionalen Presse, den Lübecker Nachrichten, den Kieler Nachrichten, dem Ostholsteiner Anzeiger, berichtet.
Die Machbarkeitsstudie wurde in einer öffentlichen Veranstaltung am 07.03.2008 vorgestellt. Die regionale Presse hat hierüber ebenfalls ausgiebig berichtet.


Fazit

Der studentische Wettbewerb hat für die Wiederbelebung des Bungsbergs eine ganze Reihe von interessanten Ideen geliefert. Eine wichtige Grundlage zur Realisierung des Projekts liefert die Machbarkeitsstudie. Das Ergebnis dieser Studie hat die das Projekt begleitende Lenkungsgruppe, bestehend u.a. aus Vertretern des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, dem Kreis Ostholstein sowie der AktivRegion Schwentine - Holsteinische Schweiz, veranlasst, ein Projektexposee zur Ansprache möglicher Betreiber sowie eine Untersuchung des gastronomischen Bereichs in Auftrag zu geben. Zur finanziellen und auch ideellen Unterstützung des Projekts konnte zwischenzeitlich ein Förderverein gegründet werden. Mitglieder sind Verbände und Institutionen, Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Die Trägerschaft für das Leuchtturmprojekt Umwelt- und Erlebniszentrum Bungsberg wird ein zu gründender Zweckverband übernehmen. Wichtige Grundsteine, um das Projekt weiterführen zu können.

Förderzeitraum: 12.12.2005 - 01.12.2007 (1 Jahr und 12 Monate)
Fördersumme: 21.000,00
Förderbereich: I.3.1
Themengebiet: Umwelttechnik
Stichworte: Umweltforschung, Klimaschutz, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Publikationen:
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