Beseitigung der Hochwasserschäden an der Schifferkirche Maria am Wasser in Dresden (Teil des Soforthilfeprogramms zur Beseitigung von Hochwasserschäden an national wertvollen Kulturgütern), Sachsen

Aktenzeichen 20902/05
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.12 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Maria am WasserDresden-Hosterwitz
Kirchgasse 6
01326 Dresden
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Telefon: 0351/2618330
Internet: -
Bundesland: Sachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Beseitigung der Hochwasserschäden an der Schifferkirche Maria am Wasser, Wasserstand August 2002: ca. 1,85 m über OFF, Feuchteschäden bis ca. 2,50 m über OFF: Sofortmaßnahmen, Analyse der Schäden, Erstellung Sanierungskonzept, Beachtung Hochwasserschutz unter Einbeziehung der o. g. Kooperationspartner sowie von Fachplanern, Sachverständigen, Restauratoren etc.
- Sanierung geschädigter Sandsteineinbauteile, Altar, Predella, Taufstein, Sakramentsnische, Grabmal
- Neuerstellung geschädigter Innen- und Außenputz sowie Neuerstellung Farbfassung
- Sanierung und Restaurierung von Holzeinbauteilen, Bänke/Podeste (demontierbar unter Beachtung Hochwasserschutz), Säulen, Emporen
- Sanierung Orgel
- Ersatz der Elektrobankheizung durch Erneuerung der Heizungsanlage als Warmluftheizung (Entwicklung demontierbarer Warmluftstationen unter Beachtung Hochwasserschutz), Wärmeversorgung durch Heizzentrale mit Gasbrennwertkessel, kombiniert mit einer Bauteiltemperierung, Wär-meversorgung durch Luft/Wasser-Wärmepumpe, Regelung witterungsgeführt nach Raumtemperatur u. -feuchte


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenForschungsleistungen des Institutes für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V.: Bestimmung Feuchtegehalt des verbauten Sandsteins im Innenraum in Höhen- und Tiefenprofilen, Bestimmung Feuchtegehalt im Innenraum im Fugenmörtel, Bestimmung des quantitativen Salzionengehaltes im Innenraum in Höhen- und Tiefenprofilen, Auswertung der Messergebnisse sowie fachliche Beratung und Betreuung
Fachplanung Heizung/Lüftung/Sanitär: Ingenieurbüro Dr. Scheffler & Partner GmbH, Dresden
Befunduntersuchungen: Reinhold Herrmann, Restaurator, Dresden, zu Farbfassungen Innenwände sowie Farbfassungen Holzeinbauteile, barocke Säulen, Bänke
Holzgutachten: Dipl.-Ing. H. Klotz, Dresden


Ergebnisse und Diskussion

- Denkmalschutzrechtliche Genehmigung für Innenraumsanierung, Sanierung des Altars, Fassadenanstrich, Sanierung der Buntglasfenster sowie ausgewählter Grabmäler ( Friedhof)
- Auswertung der diagnostischen Messungen zu Feuchte- und Salzbelastung des Mauerwerkes
- Restauratorische Farbuntersuchung im Sockelbereich der Altarebene
- Holzgutachten
- Archäologische Ausgrabungen im Bereich der neuen Wärmestationen

- Sanierung Einbauten aus Sandstein- Sanierung Kanzelaltar in neuer Farbfassung, Neufertigung Altartisch aus Sandstein hochwasser-unempfindlicher
- Sanierung Predella, Taufstein
- Neuerstellung Innenputz im Hochwasserbereich als Sanierputz
- neue Farbgestaltung des Kirchenschiffes nach Fassung 1 der Farbuntersuchungen
- Sanierung/teilweise Neuerstellung des Sandsteinfußbodens
- Neufertigung der Holzpodeste und Sanierung der Kirchenbänke als demontierbare Elemente für den Hochwasserfall
- Sanierung der geschädigten Holzsäulen
- Aufarbeitung der Emporenfußböden im Rahmen der Verlegung der neuen Heiz- und Elektroleitungen
- Aufarbeitung aller Innen- und Außentüren

- Einbau des neuen Warmluftheizsystems der Fa. Mahr, bestehend aus 3 demontierbaren Wärmestationen im Fußboden nach vorangegangenen archäologischen Grabungen in den betroffenen Bereichen
- Einbau der Wandheizung zur Raumtemperierung und gegen Kondenswasserbildung und Mauerwerksdurchfeuchtung
- Erneuerung der Elektroinstallation

- Neuerstellung des Außenputzes im Hochwasserbereich
- einheitliche Farbfassung der Außenfassade gemäß Bestand
- Wiederherstellung des Sandsteinplattenbelages der Wege und des Vorbereichs vor dem Hauptportal der Kirche
- Wiederherstellung der Stützmauer des Kirchengrundstückes zu den Elbwiesen
- Fertigstellung der gesamten Baumaßnahmen Ostern 2004, nach ca. 18 Monaten
- Gegenüberstellung der veranschlagten Kosten im Antrag an die DBU und den tatsächlichen Sanierungskosten sind der Anlage 1 zu entnehmen


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

- großes Interesse und Engagement einer Vielzahl von Helfern der Gemeinde, der Stadt, Deutschlands und des Auslands an gesamten Sanierungsarbeiten
- laufende Bautenstandsberichte in den Gemeindenachrichten, ständige Fotodokumentation in der Kirche, offene Baustelle
- Ausstellung zum Elbhangfest Juni 2003
- Festgottesdienst zur Fertigstellung des Innenraumes August 2003
- Fernsehgottesdienst zur Fertigstellung der gesamten Bauarbeiten und Orgelweihe Ostern 2004
- Schülerführung im Rahmen der Aktion Denkmal Aktiv, Juni 2004
- Nacht der Kirchen, Architektur- und Orgelführungen, Juni 2004
- Eröffnungsveranstaltung zum Tag des Denkmals September 2004


Fazit

Die Wiederherstellung der Schifferkirche in Verbindung mit Pfarrhaus, Jugendzentrum und Außenanlagen nach der Schädigung durch das Hochwasser im August 2002 wurde nach ca. 18-monatiger Bauzeit abgeschlossen. Der Hochwasserschutz wurde verbessert durch die Demontierbarkeit der meisten Einbauten (Bänke, Podeste, Heizstationen) sowie spezielle Materialwahl bzw. Konstruktion (Sanierputz, neuer Altartisch). Wertvolle historische Teile der Kirche erhielten eine fachgerechte Sanierung (Predella, Taufstein, Grabplatten).

Förderzeitraum: 13.12.2002 - 13.06.2004 (1 Jahr und 6 Monate)
Fördersumme: 50.000,00
Förderbereich: III.12.1
Themengebiet: Kulturgüterschutz
Stichworte: Kulturgüter, Umwelttechnik
Publikationen:
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