Tagung: Überführung von Altersklassen - in Dauerwälder am 03./04.12.1998 in Freiburg

Aktenzeichen 14808/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Albert-Ludwigs-Universität FreiburgInstitut für Forstökonomie

79085 Freiburg
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Bundesland: Baden-Württemberg
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Ziel der Tagung, die als Workshop von Wissenschaftlern mit Praktikern konzipiert ist, ist es, Praktiker, die in den Forstbetrieben mit den Problemen der Überführung befaßt sind, mit Ergebnissen kürzlich abgeschlossener oder laufender Forschungsvorhaben zu kon-frontieren, um eine direkte Rückmeldung und Impulse für künftige Forschungsarbeiten zu erhalten. Mögliche Fragen, die dabei aufgeworfen werden, könnten wie folgt lauten:
· Wo liegen die konkreten Probleme der Praxis in Bezug auf die Überführung vom Altersklassen- in den Dauerwald ?
· Wo sind offene Fragen von Praktikern, die vordringlich von der Wissenschaft behandelt werden müßten ?
· Wie werden die bisherigen Forschungsansätze in Bezug auf Überführung von der Praxis beurteilt ?
· Welche Forschungsansätze sollen intensiviert werden, welche erscheinen weniger erfolgsversprechend ?
Anlaß der Tagung ist, daß derzeit für große Waldflächen Entscheidungen mit weitreichenden und langfristigen Auswirkungen getrof-fen werden, ohne daß die naturalen und ökonomischen Konsequenzen dieser Entscheidungen aus betrieblicher Sicht auch nur annähernd bekannt wären. In dieser Situation erscheint es zweckmäßig, Praktikern einen Überblick über die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und laufende Forschungsvorhaben zum Thema Überführung in komprimierter Form zu vermitteln.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDen Kern der Tagung bilden Referate von jüngeren Wissenschaftlern, die unmittelbar am Thema Überführung oder einem ähnlichen Thema arbeiten oder ihre Arbeiten dazu kürzlich abgeschlossen haben. Am ersten Tag des Workshops werden schwerpunktmäßig Themen aus dem Bereich waldbauliche und waldwachstumskundliche Grundlagen behandelt. Am zweiten Tag liegt der Schwerpunkt bei Forsteinrichtung und Betriebswirtschaft. Neu ist am Konzept dieser Tagung - die dadurch eher als Workshop zu bezeichnen ist - ist, daß zu jedem der genannten Referate ein 10-minütiges Korreferat von einem mit dem Problem der Überführung im praktischen Betrieb befaßten Forstamtsleiter gehalten werden soll.


Ergebnisse und Diskussion

Aus der Sicht der Organisatoren ist die Tagung mit zeitweilig bis zu 400 Teilnehmern und teilweise sehr lebhaften - auch kontroversen - Diskussionen als voller Erfolg zu bezeichnen, dies geht auch aus den meisten Äußerungen von Teilnehmern während und nach Abschluß der Tagung hervor. Die Ergebnisse der Tagung sind als Komplettabdruck der Referate und Korreferate im Tagungsband zusammengefaßt, der gleichzeitig auch den Abschlußbericht des Projektes darstellt. Im folgenden sollen einige kritische Bemerkungen den Verlauf der Tagung und der Diskussionen, die nach den einzelnen Referaten stattfanden, kommentieren, um Hinweise geben, wie eine solche Veranstaltung, deren Grundkonzeption (s. Fazit) sich insgesamt sehr bewährt hat, noch effizienter zu gestalten wäre.
Im Verlauf der Tagung hat sich gezeigt, daß der Begriff Überführung von verschiedenen Referenten zum Teil unterschiedlich verwendet wurde (von zwei Referenten eher im Sinne von Waldumbau). Hier hätte ein gezielter Hinweis an den Referenten des Eingangsreferates, kurz auf die wichtigsten Definitionen einzugehen, möglicherweise für mehr Klarheit gesorgt und zum Teil ausufernde waldbauliche Diskussionen nach den ersten Referaten etwas verkürzt. Die zum Teil technologisch ausgerichteten, mit vielen Detailinformationen versehenen Referate der ersten Vortragsgruppe (Waldwachstum und Waldbau), konnten - trotz der sehr informativen Korreferate - nicht von allen Praktikern nachvollzogen werden. Hier zeigten sich möglicherweise die Grenzen des gewählten Vorgehens. Auch hier wäre es wohl angezeigt gewesen, durch einen gezielten Hinweis an den Referenten des letzten Grundsatzreferates, die praktische Bedeutung der vorgestellten Struktur- und Steuerungsparameter aus übergeordneter Sicht nochmals aufzugreifen und zu erläutern. Die Referate des zweiten Tages (betriebliche Umsetzung) waren im ersten Teil geprägt durch die Vorstellung von Modellierungsansätzen für Überführungsvorhaben. Dies führte zu der kontroversen Diskussion, inwieweit solche komplexen Vorgänge überhaupt modelliert werden können und welche Funktion solchen Modellen in Entscheidungsprozessen zukommen kann. Auch hier wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, dem Referenten des abschließenden Grundsatzreferates einen Hinweis zu geben, dieses Thema nochmals aufzugreifen und aus übergeordneter Sichtweise zu diskutieren. Sehr kontrovers wurde das Referat zur Holzqualität von Fichte aus Überführungsbetrieben aufgenommen. Die Heftigkeit der Kritik, die sich teilweise am methodischen Vorgehen, teilweise an den Ergebnissen und deren Interpretation entzündete, zeigt, dass das Thema Überführung, wie der gesamte Themenbereich Altersklassenwald / Dauerwald sehr stark von Emotionen, bisweilen sogar von Ideologien geprägt ist. Es war unter anderem ein Anliegen der Tagung, die Diskussion hierüber auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Dies ist auch mit wenigen Ausnahmen weitgehend gelungen. Insgesamt haben die Redebeiträge einzelner Diskussionsteilnehmer - angeregt durch die Korreferate - gezeigt, daß ein großer Infomationsbedarf in den einzelnen Forstbetrieben in Bezug auf Überführungsvorhaben besteht. Dieser Informationsbedarf besteht zum Beispiel in der Formulierung von einfach zu erhebenden, aussagekräftigen Steuerungsparameter für den Einzelbestand und dem Aufzeigen von naturalen und ökonomischen Konsequenzen von Überführungsvorhaben auch auf Betriebsebene. Die Tagung hat gezeigt, dass in diesem Bereich noch erheblicher Forschungsbedarf besteht.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Die Referate wurden als Kurzzusammenfassung in der Zeitschrift Forst und Holz, Ausgabe vom 25.11.1998, veröffentlicht. Zwei der Hauptreferate (Schütz, Spellmann) wurden in Langfassung in Forst und Holz veröffentlicht. Die Proceedings werden als Heft 4 der Schriftenreihe der Fakultät und der FVA in Freiburg erscheinen und befinden sich derzeit im Druck.


Fazit

) sich insgesamt sehr bewährt hat, noch effizienter zu gestalten wäre.
Im Verlauf der Tagung hat sich gezeigt, daß der Begriff Überführung von verschiedenen Referenten zum Teil unterschiedlich verwendet wurde (von zwei Referenten eher im Sinne von Waldumbau). Hier hätte ein gezielter Hinweis an den Referenten des Eingangsreferates, kurz auf die wichtigsten Definitionen einzugehen, möglicherweise für mehr Klarheit gesorgt und zum Teil ausufernde waldbauliche Diskussionen nach den ersten Referaten etwas verkürzt. Die zum Teil technologisch ausgerichteten, mit vielen Detailinformationen versehenen Referate der ersten Vortragsgruppe (Waldwachstum und Waldbau), konnten - trotz der sehr informativen Korreferate - nicht von allen Praktikern nachvollzogen werden. Hier zeigten sich möglicherweise die Grenzen des gewählten Vorgehens. Auch hier wäre es wohl angezeigt gewesen, durch einen gezielten Hinweis an den Referenten des letzten Grundsatzreferates, die praktische Bedeutung der vorgestellten Struktur- und Steuerungsparameter aus übergeordneter Sicht nochmals aufzugreifen und zu erläutern. Die Referate des zweiten Tages (betriebliche Umsetzung) waren im ersten Teil geprägt durch die Vorstellung von Modellierungsansätzen für Überführungsvorhaben. Dies führte zu der kontroversen Diskussion, inwieweit solche komplexen Vorgänge überhaupt modelliert werden können und welche Funktion solchen Modellen in Entscheidungsprozessen zukommen kann. Auch hier wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, dem Referenten des abschließenden Grundsatzreferates einen Hinweis zu geben, dieses Thema nochmals aufzugreifen und aus übergeordneter Sichtweise zu diskutieren. Sehr kontrovers wurde das Referat zur Holzqualität von Fichte aus Überführungsbetrieben aufgenommen. Die Heftigkeit der Kritik, die sich teilweise am methodischen Vorgehen, teilweise an den Ergebnissen und deren Interpretation entzündete, zeigt, dass das Thema Überführung, wie der gesamte Themenbereich Altersklassenwald / Dauerwald sehr stark von Emotionen, bisweilen sogar von Ideologien geprägt ist. Es war unter anderem ein Anliegen der Tagung, die Diskussion hierüber auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Dies ist auch mit wenigen Ausnahmen weitgehend gelungen. Insgesamt haben die Redebeiträge einzelner Diskussionsteilnehmer - angeregt durch die Korreferate - gezeigt, daß ein großer Infomationsbedarf in den einzelnen Forstbetrieben in Bezug auf Überführungsvorhaben besteht. Dieser Informationsbedarf besteht zum Beispiel in der Formulierung von einfach zu erhebenden, aussagekräftigen Steuerungsparameter für den Einzelbestand und dem Aufzeigen von naturalen und ökonomischen Konsequenzen von Überführungsvorhaben auch auf Betriebsebene. Die Tagung hat gezeigt, dass in diesem Bereich noch erheblicher Forschungsbedarf besteht.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Die Referate wurden als Kurzzusammenfassung in der Zeitschrift Forst und Holz, Ausgabe vom 25.11.1998, veröffentlicht. Zwei der Hauptreferate (Schütz, Spellmann) wurden in Langfassung in Forst und Holz veröffentlicht. Die Proceedings werden als Heft 4 der Schriftenreihe der Fakultät und der FVA in Freiburg erscheinen und befinden sich derzeit im Druck.


Fazit

Das für die Tagung gewählte Vorgehen, Referate von jüngeren Wissenschaftlern unmittelbar durch Korreferate von Praktikern kommentieren zu lassen, hat sich aus der Sicht der Organisatoren der Tagung ausserordentlich bewährt und war mit entscheidend für das große Interesse von Praktikern, die lebhafte Diskussion während der Tagung und letztendlich den Erfolg der Veranstaltung. Unter Berücksichtigung der geäußerten Kritikpunkte kann ein solches Vorgehen für Workshops mit ähnlich angewandten Tehmenschwerpunkten als Vorbild dienen.

Förderzeitraum: 01.12.1998 - 02.01.2001 (2 Jahre und 1 Monat)
Fördersumme: 4.090,34
Förderbereich: III.7.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Naturschutz, Umweltkommunikation, Landnutzung
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