Ein vollwertiges Recycling- und Logistiksystem für Kleiderschutzhüllen

Aktenzeichen 02603/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.04 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Adolf Meyer & Josef MeyerInternationale Spediteure GmbH
Hettlicher Masch 7
49084 Osnabrück
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Telefon: 0541/9585102
Internet: -
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

In Deutschland werden jährlich mehr als 450 Mio. Textilien versandt, die überwiegend im Ausland gefertigt werden. Hängend transportierte Kleidung trägt zum Schutz gegen Verschmutzungen und zum Anbringen von Versandinformationen beim Transport eine Schutzhülle (Einzelfolie bzw. Sammelfolie). Diese bestehen häufig aus Polyethylen (PE).
In den Geschäften und Filialen des Einzelhandels, sowie auch bei den Textilversendern fallen die Verpackungen in großen Mengen an.
Ziel des Projektes war es, die bestehende Logistik der Fa. Meyer & Meyer, Osnabrück zu nutzen und auszubauen, um die Schutzhüllen ohne Sonderfahrten nach Osnabrück zu transportieren. Hier sollten aus den unsortierten Kunststoffen neue Transportverpackungen für Textilien hergestellt werden. Da kein Kunststoffverarbeiter über eine geeignete Verfahrenstechnik verfügte, sollte diese mit Hilfe der Fachhochschule Osnabrück entwickelt und aufgebaut werden.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Beginn des Projektes wurden umfangreiche Marktanalysen betrieben. So mußte folgendes ermittelt werden:

· Welche Mengen Altfolien sind im Markt?
· Wie setzten sich die Altfolien zusammen?
· Welches Volumen ist zu bewegen?
· Kann aus den gemischten Altfolien eine neue Folie hergestellt werden?
· Akzeptiert der Markt die Recycling-Folien?
· Welche Störungen können auftreten?
· Wie sieht eine geeignete Verfahrenstechnik aus?

Nach den ersten sechs Monaten der Marktanalyse und Versuchen mit verschiedener Maschinentechnik, wurde das Sammeln der Folien von Anfang an bereits betrieben. Sammelgebinde aus Polyethylen (PE) wurden zur Rückholung der Folien verwendet. Aus den Altfolien konnten bereits neue Musterfolien hergestellt und bei verschiedenen Versendern getestet werden.
Im weiteren Verlauf der Förderung wurde auf dem Gelände der Fa. Meyer & Meyer, Osnabrück, nach eingehenden Versuchen bei Maschinenherstellern und an der Fachhochschule Osnabrück, eine neuartige Recyclinganlage für gebrauchte Transportverpackungen aufgebaut.


Ergebnisse und Diskussion

Erst im Laufe der Zeit traten Probleme auf, die im Vorfeld nicht eindeutig erkannt wurden. Es zeigte sich schnell, daß ein großer Teil der Transportverpackungen weiterhin unrechtmäßig über den gelben Sack des Dualen Systems Deutschland entsorgt wurde. Dies geschah aus wirtschaftlichem Interesse oder aus Unwissenheit.
Auf der Rücktour der Auslieferungsfahrzeuge wurde das frei gewordene Ladevolumen zur Rückführung der Sammelgebinde genutzt. Die darin enthaltenen Folien schwankten stark in Ihrer Zusammensetzung, waren jedoch meist sehr sauber. Ca. 70 % der zurückgenommenen Folien bestanden aus PE-LD (Polyethylen low density) ca. 25 % aus PE-HD (high density) und ca. 5 % bestanden aus Polypropylen. Andere Kunststoffe konnten vernachlässigt werden.
Der Verbrauch liegt, durch mehrmaliges Ver- und Umpacken der Textilien, bei ca. 900 Mio. Schutzhüllen für den hängenden Versand von Textilien. Dies ließ bei einem Durchschnittsgewicht von ca. 25 g pro Verpackung auf ein Gewicht von 22.500.000 kg Verpackungen im Jahr schließen.
Dies entspricht einem ungepreßten Volumen von ca. 642.800 m3, oder einer Menge von 12.800 LKW-Ladungen.
In vielen Versuchen an der Fachhochschule wurden mit vorhandener und geliehener Verfahrenstechnik Musterfolien hergestellt, die beim Versender getestet wurden. Nur Langsam stieg die Akzeptanz der Recyclingfolie am Markt, die sich durch eine leichte Verstippung auszeichnet.
Lediglich die Papieretiketten, die den Altfolien als Versandinformation anhafteten, sorgten beim Recycling für eine Trübung und Geruchsbildung der Folie, die die Kunden nicht tolerieren konnten. Papieretiketten können durch Etiketten aus Polyethylen ersetzt werden. Hierdurch wäre eine Vereinheitlichung der Werkstoffe gegeben, die das Recycling erheblich erleichtern würde. Allerdings spielen auch hier wirtschaftliche Interessen eine große Rolle, da PE-Etiketten geringfügig teurer sind im Vergleich zu Papier.
Die Verschmutzung der Folien mit Papier macht eine aufwendige Separier- und Filtertechnik notwendig.

In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabrück konnten im Labor für Kunststofftechnik alle wichtigen Maschinenteile im kleinen Maßstab getestet werden.
Der Aufbau der Anlage auf dem Gelände der Fa. Meyer & Meyer, Osnabrück, zu dem auch der Aufbau einer technischen Infrastruktur innerhalb eines internationalen Speditionsbetriebes gehörte, wurde ausschließlich von Studenten und Absolventen des Fachbereiches Werkstoffe und Verfahren realisiert.
Im September 1996 wurde dann eine Anlage zum werkstofflichen Recycling von Kleiderschutzhüllen in Betrieb genommen. Diese Anlage produziert zur Zeit monatlich 40.000 kg Kleiderschutzhüllen aus Altfolien der Textilindustrie (Stand 6/98). Im ganzen Bundesgebiet werden Folien gesammelt und auch Recyclingfolien in den Kreislauf zurückgeführt.
Seit geraumer Zeit arbeitet die Abteilung erfolgreich als eigenständiges Profitcenter.


Fazit

In diesem Projekt konnte ein sinnvoller Kreislauf geschlossen werden. Das werkstoffliche Recycling der Kleiderschutzhüllen wurde erst durch die bestehende Logistik der Fa. Meyer & Meyer Internationale Spediteure GmbH & Co. KG möglich.
Neue Arbeitsplätze wurden geschaffen, und die Umwelt wurde entlastet.

Förderzeitraum: 10.03.1995 - 03.07.1998 (3 Jahre und 4 Monate)
Fördersumme: 496.028,80
Förderbereich: II.6.2
Themengebiet: Umweltforschung
Stichworte: Umweltkommunikation, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Publikationen:
Geografisch:


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