Bei der Erzeugung, in der Verarbeitung, im Handel oder bei den Endverbraucher*innen: Lebensmittelverluste und -verschwendung treten überall in der Wertschöpfungskette auf. Die DBU-Projekte zeigen innovative Methoden, um gegenzusteuern.

Für den Handel mit Gemüse gibt es gesetzlich festgeschriebene Mindestanforderungen an die Qualität der Ware. Häufig haben sich jedoch im Warenverkehr zusätzliche Anforderungen beispielsweise zur Größe, Farbe oder Beschaffenheit der Blätter etabliert, die in der Regel einen speziell auf diese Merkmale abgestimmten Düngemitteleinsatz erfordern. Ernteprodukte, die den Vorgaben entsprechen, werden vom Handel akzeptiert; der Rest verbleibt auf dem Feld oder wird entsorgt. Ein Projekt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gemeinsam mit Praxispartnern erprobt einen anderen Ansatz: Bei den Beispielgemüsearten Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl und Eissalat wurden für die Vermarktung konsequent „nur“ die gesetzlichen Mindestanforderungen angewendet, um Stickstoffdünger einzusparen und die Auswirkungen auf die Produkte und deren Akzeptanz zu untersuchen. Das Ergebnis: Je nach Art kam es zu reduzierter Größen- und Gewichtsentwicklung, veränderten Wuchsformen und Farbausprägungen, die sich tendenziell negativ auf die Verkaufszahlen auswirkten. Gleichzeitig haben gezielte Verbraucherinformationen diese Effekte teilweise ausgeglichen oder sogar überkompensiert.
Mehr dazu unter: www.dbu.de/projektbeispiele/stickstoff-einsparen-und-lebensmittelverluste-reduzieren-neue-ansaetze-im-freilandgemueseanbau/

Insektenlarven stellen für viele Tierarten wie Fische, Geflügel oder Schweine eine artgemäße, natürliche Eiweißquelle dar. Die Larven sind anspruchslos und können unter anderem Lebensmittelreste als Futtergrundlage gut verwerten. Ihre Anzucht entfaltet im Sinne der Kreislaufwirtschaft mehrfachen Nutzen: Aus bisher kaum verwertbaren pflanzlichen Reststoffen entsteht ein hochwertiges Futtermittel für Heim- und Nutztiere. Die Rückstände der Mast sind als Dünger verwertbar. Auf Basis dieser Vorüberlegungen entwickelte das Green Start-up Hermetia Tech GmbH, Aachen, den sogenannten „Omnivore-Container“, eine vollautomatisierte, kleinskalige Mastanlage für Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) im Format eines Seecontainers. Ein Pilotprojekt zeigt: Der Omnivore-Container ist sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich vielversprechend. Die Weiterentwicklung wird bereits umgesetzt.
Mehr dazu: https://www.dbu.de/projektbeispiele/proteinproduktion-durch-insektenfarmen/

Ein wesentlicher Ansatzpunkt zum Werterhalt von Lebensmitteln und damit zur Reduktion von Abfällen ist eine adäquate Verpackung, da sie durch ihre Schutzfunktion die Frische und Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängert. Auch wenn Herstellung und Entsorgung von Lebensmittelverpackungen zweifellos mit Umweltfolgen verbunden sind, verursachen sie häufig einen deutlich kleineren ökologischen Fußabdruck als das darin verpackte Lebensmittel, dessen Genusstauglichkeit sie verlängern sollen. Bisher wird dieser Zusammenhang in den meisten gängigen Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung von Verpackungen jedoch nur unzureichend berücksichtigt. Diese Lücke schließt ein Projekt der Hochschule Albstadt-Sigmaringen in Kooperation mit der Universität Stuttgart und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. Das Projektkonsortium erarbeitete eine Methodik, um die ökologischen, ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen von Lebensmittelverpackungen unter Einbezug ihrer Funktionalität und deren Einfluss auf Lebensmittelabfälle ganzheitlich zu bewerten.
Mehr dazu: https://www.dbu.de/projektbeispiele/ganzheitliche-und-systematische-nachhaltigkeitsbewertung-von-lebensmittelverpackungen/