DBU – aktuell – Umweltbildung II/2015

Themen in dieser Ausgabe: jugend forscht - Citizen Science - TUMlab in MĂŒnchen - NaSch-Community-App - Gemeinwohl-Ökonomie

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe des Newsletters stellen wir Ihnen die Gewinnerinnen und Gewinner des „jugend forscht“ Sonderpreises vor.

Wir laden Sie ein, an einer Umfrage zum Thema „Citizen Science“ teilzunehmen. Citizen Science bedeutet, Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an wissenschaftlicher Forschung. Es wird erforscht, welcher Mehrwert mit diesem Konzept für die Bildung entsteht und wie Expertinnen und Experten aus Bildung, Wissenschaft und Umweltschutz zusammenarbeiten können.

Im TUMlab, dem Experimentierlabor der TU München im Deutschen Museum, gibt es Wissenschaften zum Anfassen. Wir geben einen kleinen Vorgeschmack, was Sie im DBU-geförderten Kursbereich „Umwelt & Technik“ erwartet.

Auch Schülerfirmen können nachhaltig sein. Das Online-Portal der Nachhaltigen Schülerfirmen, die NaSch-Community, fördert die Kommunikation aller Akteure in Nachhaltigen Schülerfirmen und liefert Informationen für Interessierte – das nun auch per App.

Außerdem geben wir einen kurzen Einblick in die Gemeinwohl-Ökonomie, ein Modell für ökologisches, faires, soziales und zukunftsfähiges Wirtschaften.

Einen sonnenreichen, erholsamen Sommer wünscht Ihnen

Ihr Team von DBUaktuell Umweltbildung

Das Team von DBUaktuell Umweltbildung wĂŒnscht Ihnen einen schönen Sommer!
© Fotolia - Edler von Rabenstein

Auch in diesem Jahr zeichnete die DBU wieder erfolgreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wettbewerb „jugend forscht“ mit Sonderpreisen für tolle Umwelttechnikarbeiten aus.

Den Sonderpreis über 1500 € erhielt Maximilian Albers (17) aus Montabaur, Max-von-Laue-Gymnasium (Koblenz), für seine optimierte Wärmebatterie. Er untersuchte, wie überschüssige Wärme aus Solaranlagen in sogenannten Phasenwechselmaterialien (PCM) gespeichert werden kann. Er nahm zwei verschiedene Natriumsalzhydrate näher unter die Lupe, um herauszufinden, wie viel Energie sie aufnehmen können und wie stabil die Zyklen aus Schmelzen und Erstarren sind. Der Jungchemiker kam zu dem Ergebnis, dass eine solche Wärmebatterie am besten aus zwei Speichern bestehen sollte. In dem einen Speicher liefert das erste Salz die Grundlast für Heizen und Warmwasser, das zweite Salz kann in einem weiteren Speicher Bedarfsspitzen abdecken.

Über den zweiten mit 1000 € dotierten Sonderpreis konnten sich Amandus Krause (17), Benedikt Alt-Epping (15) und Lara Sophie Grabitz (17) freuen. Ihre Forschungsarbeiten haben sie am „MEET – Münster Elektrochemical Energy Technology“ durchgeführt. Lithium-Ionen-Batterien in Elektroautos sind groß, schwer und aufgrund mancher Inhaltsstoffe auch umweltschädlich. Die drei wollten wissen, ob es bessere und umweltfreundlichere Alternativen gibt. In ihren Experimenten verglichen sie selbst gebaute Lithium-Ionen-, Dual-Graphit- und Nickel-Cadmium-Akkus in ferngesteuerten Modellautos. Sowohl bei Reichweite als auch bei Spannung und spezifischer Kapazität schnitt die Lithium-Ionen-Batterie eindeutig am besten ab. Der Dual-Graphit-Akkus – insbesondere die Version mit drei Kohleelektroden, ist hingegen besonders kostengünstig und umweltverträglich, weshalb die Jungforscher glauben, dass die Weiterentwicklung dieses Akkus lohnend sei.

Neben den beiden Sonderpreisen des großen Bundesfinales vergibt die DBU auch auf den 80 Regional- und den 16 Landesausscheidungen des Wettbewerbs alljährlich Sonderpreise im Gesamtwert von über 10.000 €.

DBU-Referent Felix Gruber (2.v.l.) ĂŒberreichte den PreistrĂ€gerinnen und PreistrĂ€gern in Ludwigshafen die Urkunden
© jugend forscht

Citizen Science (‚Bürgerwissenschaft‘) ist auf dem Vormarsch: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an wissenschaftlicher Forschung und tragen so zu neuen Erkenntnissen bei. Welcher Gewinn ergibt sich in solchen Projekten für die Bildung? Wie können Bildungseinrichtungen im schulischen und außerschulischen Bereich Citizen Science nutzen? Und welche Rahmenbedingungen sind hierfür notwendig – vom Fortbildungsangebot bis zum Fördertopf?

Im Januar diesen Jahres hat die DBU gemeinsam mit der Plattform ‚BürGEr schaffen WISSen‘ (GEWISS) eine Tagung zum Thema Citizen Science ausgerichtet. Den Bildungsaspekten in Citizen Science geht nun eine breit angelegte Umfrage weiter nach. Sie richtet sich nicht nur an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung, sondern an alle, die in den Bereichen Bildung oder Wissenschaft arbeiten und sich dabei mit Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen – gleich ob mit oder ohne Erfahrung in Citizen Science.

Die Initiatorinnen und Initiatoren der Umfrage kommen aus Einrichtungen der Wissenschaft (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) / German Centre for Integrative Biodiversity Research (iDiv), Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)), Bildung (Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU)) und Kommunikation (Bürger schaffen Wissen (GEWISS), science et cité) in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit den Ergebnissen der Umfrage möchten sie ein Signal in Richtung Forschungs- und Bildungsförderung setzen.

Zur Teilnahme an der Umfrage bis 05. August 2015 gelangen Sie hier: https://de.surveymonkey.com/r/CitizenScience-und-Bildung

AZ 91014

“BĂŒrGEr schaffen Wissen-WISSen schafft BĂŒrger” (GEWISS) - Auftaktveranstaltung Dialogforen 16/17. September 2014 in Leipzig
© Florian Pappert

Im Deutschen Museum zeigt das TUMlab, das Experimentierlabor der TU München, wie naturwissenschaftlich technische Umweltbildung in der Praxis aussehen kann. Die Anbindung an die aktuelle Forschung und die großen Ausstellungen des Museums, das eigene Forschen und Experimentieren im Schülerlabor sowie die Relevanz der Themen in der gesellschaftlichen Diskussion sind einzigartig. So schafft das TUMlab vielfältige Zugänge zum Erleben und Erforschen oft komplexer Nachhaltigkeitsfragen.

Das DBU-geförderte Kursprogramm „Umwelt und Technik“ stärkt das Umweltbewusstsein und weckt Interesse an Umwelttechnik. So erschließen sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise das Thema Wasser anhand des Ökosystems Fluss. Sie untersuchen die Gewässerqualität der Isar mithilfe einer Messsonde und Keschern zur Bioindikation. So werden unter anderem Fragen wie „Wie sieht ein Fluss in natürlichem Zustand aus? oder „Warum wurde die Isar renaturiert?“ beantwortet. Technisch nähern sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema, wenn sie die Strömung des Flusses mit dem selbstgebauten Messrad bestimmen und sie zur Energieerzeugung mittels einer selbst konstruierten Stromboje nutzen.

Bereits Grundschülerinnen und -schüler erforschen, woher Energie eigentlich kommt. Sie „erfahren“ selbst den Energieverbrauch verschiedener Geräte mit einem Energiefahrrad und messen mit dem selbstgebauten Messgerät den Stromverbrauch von Alltagsgeräten – sowohl im aktiven Zustand als auch im Standby. So können sie erkennen, wo sie selbst Energie sparen und damit einen Beitrag für die Umwelt leisten können.

Grundsätzlich richten sich die Angebote des TUMlab an Neugierige ab 10 Jahre. Sie sind insbesondere für Schulklassen und Lehrkräfte angelegt, aber auch private Gruppen können Kurse buchen. Ebenso gibt es spezielle Angebote für Einzelpersonen. Mehr dazu erfahren Sie unter www.tumlab.edu.tum.de/

AZ 29982

Im Kurs „Lernort Wasser“ misst eine Teilnehmerin die Strömung der Isar mit einem Fließgeschwindigkeits-Messrad
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Austausch, Organisation und Kommunikation sind zentrale Elemente innerhalb der Arbeit einer Nachhaltigen Schülerfirma (NaSch). Die neue NaSch-Community App unterstützt dies und bietet dafür verschiedene Möglichkeiten. Sie steht sowohl für Android- als auch für iOS-Smartphones und Tablet-PCs unter dem Namen „NaSch“ ab sofort kostenlos zur Verfügung.

Die App wurde von der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Eduversum GmbH realisiert. Sie erlaubt allen Mitgliedern der NaSch-Community die direkte zeit- und ortsunabhängige mobile Nutzung ausgewählter bestehender Community-Funktionen der Plattform über Smartphones und Tablets. Dabei ist sie an die nutzerfreundlichen Datenschutz-Bestimmungen der NaSch-Community-Plattform gebunden und somit datenschutzrechtlich für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte unbedenklich nutzbar. „Mit der App eröffnen wir einen zusätzlichen Kommunikationskanal, über den sich die Mitglieder der NaSch-Community mobil austauschen und miteinander kommunizieren können. Eine noch flexiblere Nutzung der NaSch-Community, unabhängig von fest installierten Computern oder festen Zeiten, in denen in den Nachhaltigen Schülerfirmen gearbeitet wird, ist damit möglich“, so Prof. Dr. Gerhard de Haan vom Institut Futur der Freien Universität Berlin. Dafür stellt die App verschiedene Funktionen zur Verfügung – Interaktivität und Individualisierung spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die NaSch-Community ist ein seit 2014 bestehendes Online-Angebot der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Eduversum GmbH. Derzeit sind unter www.nasch-community.de mehr als 40 Nachhaltige Schülerfirmen aus dem gesamten Bundesgebiet registriert. Ziel des Projekts ist es, die Kommunikation aller Akteure in Nachhaltigen Schülerfirmen zu fördern und den Kreis der an Nachhaltigen Schülerfirmen Interessierten zu erweitern.

Zum Download der NaSch-Community-App für Android-Geräte https://play.google.com/store/apps/details?id=de.digionline.webweavernasch&hl=de

Zum Download der NaSch-Community-App für iOS-Geräte https://itunes.apple.com/de/app/nasch/id989598225?l=en&mt=8

AZ 31076

 

Die NaSch-Community-App kann auf allen gÀngigen mobilen EndgerÀten genutzt werden
© Fotolia - Oleksiy Mark

Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung startete vor rund viereinhalb Jahren mit zwölf Unternehmen in Wien. Mittlerweile wird sie von über 1800 Unternehmen weltweit unterstützt. Auch in Deutschland nimmt dieses konsequent und ganzheitlich gedachte Modell ökologischen, fairen und sozialen Wirtschaftens immer mehr an Fahrt auf. Im Rahmen eines zweijährigen DBU-Förderprojekts entwickeln sich der Raum Berlin-Brandenburg und Hamburg zu Modellregionen, in denen kleine und mittelständische Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen. In der regionalen Jahres-Pressekonferenz der Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg präsentierten am 29. April 2015 die von der DBU geförderten Unternehmen ihre Gemeinwohl-Bilanzen.

Mit der Erstellung einer sogenannten Gemeinwohl-Bilanz entscheiden sich Unternehmen freiwillig, den Weg ethisch-ausgerichteten Wirtschaftens zu beschreiten. Sie analysieren und bewerten den Unternehmenserfolg qualitativ und quantitativ anhand von 17 Indikatoren, die den Werten Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz sowie insbesondere der sogenannten „ökologischen Nachhaltigkeit“ zugeordnet sind. Umweltrelevante Indikatoren sind beispielsweise die Reduktion negativer ökologischer Auswirkungen oder die ökologische Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen. In der Gesamtheit der Indikatoren geht die Betrachtung weit über den Bereich der angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen hinaus: die Lieferkette wird in Bezug auf die genannten Werte genauso beleuchtet wie der Umgang mit den Mitarbeitern, die Beziehungen zu Geldgebern und Mitbewerbern und das gesellschaftliche Engagement. Ziel der Bewegung ist es, bessere Möglichkeiten zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu eröffnen und qualitatives Wachstum, insbesondere auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu unterstützen.

Bis zum Herbst 2015 werden insgesamt dreißig kleine bis mittlere Unternehmen bei der Erstellung und Zertifizierung ihrer Unternehmens-Gemeinwohl- Bilanz von der DBU gefördert.

AZ 31200

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrespressekonferenz der Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg am 29. April 2015 in Hamburg (v.l.n.r.): aus der Region Hamburg: Anette Möller (Ferienhof Möller), Hans Möller (De Ökomelkburen), Andreas Bannier (stark verdeckt, Meister der Farben Andree Antosch), Thomas Lyer (Druckerei Nienstedt), Norbert Reinermann (Druckerei Zollenspieker Kollektiv), Tatjana Tegel (Meierei Horst), aus der Region Berlin-Brandenburg: Prof. Dr. Hartmut Rein (BTE Touristik- und Regionalberatung), Andreas Bull (taz, die tageszeitung), Felix Weth (Fairmondo), Ludwig Schuster (Sinnwerkstatt)
© Sabine Siehl

Herausgeber

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Abteilung Umweltkommunikation und KulturgĂŒterschutz

An der Bornau 2

49090 OsnabrĂŒck

Tel. 0541|9633-0

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www.dbu.de

 

Redaktion

Birte Kahmann, Dr. Rainer Erb

DBU Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation

An der Bornau 2

49090 OsnabrĂŒck

Tel. 0541|9633-956, Tel. 0541|9633-950

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Verantwortlich

Prof. Dr. Markus Große Ophoff

 

Erscheinungsweise

VierteljÀhrlich

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