object(stdClass)#10582 (21) { ["id"]=> string(5) "41411" ["datei_original"]=> string(0) "" ["datei_roh"]=> string(0) "" ["datei_webbild"]=> string(1) "0" ["datei_thumbnail"]=> string(0) "" ["datei_download"]=> string(1) "0" ["start_klein"]=> string(1) "0" ["website_klein"]=> string(1) "0" ["text_kurz"]=> string(57) "js: Interviews Umweltpreis 2016 aus der Personendatenbank" ["text_lang"]=> string(249) "

Interviews vom Umweltpreis:

" ["url"]=> string(0) "" ["url_intern"]=> string(1) "0" ["copyright"]=> string(0) "" ["rechtliches"]=> string(0) "" ["opensource"]=> string(1) "0" ["lieferant"]=> string(1) "0" ["zeit"]=> string(19) "2016-11-24 11:51:00" ["medienart"]=> string(2) "25" ["dateityp"]=> string(1) "0" ["autor"]=> string(1) "1" ["import_id"]=> string(1) "0" }

DBU aktuell Nr. 8 | 2016

Informationen aus der Fördertätigkeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

»Die Bereitschaft, Problemen die Stirn zu bieten, ist entscheidende Triebfeder für den Erfolg beim Umweltschutz.« Mit diesen Worten würdigte Bundespräsident Joachim Gauck Ende Oktober die diesjährigen Träger des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die DBU selbst im 25. Jahr ihres Bestehens. Gauck weiter wörtlich: »Ihre Leistungen bestätigen mir: Wir können optimistisch in die Zukunft schauen. Wir können guten Mutes sein, ein Verhalten zu erlernen, das die Reichtümer unseres Planeten zu schätzen und die Grenzen seiner Belastbarkeit zu respektieren weiß.«

Aus den Händen des Bundespräsidenten nahmen in Würzburg der Unternehmer Bas van Abel (Amsterdam), die Wissen­schaftlerin Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke (Cottbus) und der Unternehmer Walter Feeß (Kirchheim/Teck) den höchstdotierten unabhängigen Umweltpreis Europas in Empfang. Van Abel erhält 250 000 Euro. Die zweite Hälfte des Preis­geldes teilen sich Mettke und Feeß.

Vor rund 1 200 geladenen Festgästen – darunter Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf und ihr niedersächsischer Amtskollege Stefan Wenzel, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Träger des Umweltpreises 2002, der Vorsitzende der ökologischen Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg Dr. Bernd Uhl sowie der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Georg Bednorz – betonte Gauck, der Bausektor gehöre zu den Wirtschaftsfeldern, für die besonders große Mengen hochwertiger Rohstoffe benötigt würden. Deren Recycling sei deshalb umso wichtiger. Durch die Preisträger Mettke und Feeß habe sich herum­gesprochen, wie erfolgreich sich Baustoffe für den Gebäudebau wiederverwenden ließen.

Auch Preisträger van Abel weise Wege zu verantwortungsbewusstem Handeln. Beim Fairphone gehe es um einen fairen Ausgleich von Umweltschutz, wirtschaftlichen Interessen und sozialen Belangen. Hochachtung zollte Gauck dem Preisträger dafür, wie er diese komplexe Aufgabe gemeistert habe – von der Gewinnung der Rohstoffe über die Fertigung der Geräte bis hin zur Reparatur und zum Recycling. Er wünsche sehr, so der Bundespräsident, dass das Beispiel aller drei Preisträger Schule mache und dass ihre Leistungen »Impulse geben, um Nachhaltigkeit Alltag werden zu lassen«.

DBU sensibilisiert Menschen für Bedeutung ökologischer Zusammenhänge

Das Staatsoberhaupt würdigte auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt anlässlich ihres 25. Geburtstags in diesem Jahr. Bundespräsident und DBU verbinde eine lange, ausgezeichnete Partnerschaft. Bereits die Genese der DBU bestätige, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sein müssten. Schon die Gründerväter hätten auf das Potenzial der kleinen und mittelständischen Unternehmen gesetzt. Denn umweltfreundliche Verfahren, Dienstleistungen und Produkte seien Motor für Wachstum und Arbeitsplätze. Dabei sei vor 25 Jahren Skepsis gegenüber der »Green Economy« in den klassischen Industriezweigen noch weit verbreitet gewesen. Die Fördermaßnahmen der DBU hätten deshalb einen doppelten Effekt: Sie trieben die Entwicklung umweltschonender Produkte und Verfahren an. Zugleich gelinge es, Sorgen abzubauen, Umweltschutz schade der Wettbewerbsfähigkeit. Die DBU habe Millionen Menschen in Deutschland für die Bedeutung ökologischer Zusammenhänge sensibilisiert. Ihre Förderprojekte bewiesen, wie viele Möglichkeiten es gebe, durch Umwelt- und Ressourcenschutz Lebensbedingungen zu verbessern. Der Bogen spanne sich vom Klima-, Boden- und Gewässerschutz über den Schutz der Artenvielfalt, den sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen bis zur umweltgerechten Abfallverwertung und zu verantwortungsbewusster Ernährung.

Als Ansporn und Ermutigung wertete Gauck die Dynamik, die den Ratifizierungsprozess des Klimaschutzabkommens von Paris vorangetrieben habe. Dass auch die USA, China, Indien und die Europäische Union das Abkommen ratifiziert haben, sei ein großer diplomatischer Erfolg, bei dessen Zustandekommen sich die Bundesregierung stark habe einbringen können. Gauck: »Aber wir wissen auch, die eigentliche Bewährungsprobe, die substantielle Minderung der Treibhausgase, steht uns noch bevor.« Gefordert sei nicht nur die Politik. Denn Klima- und Umweltschutz insgesamt seien nicht zuletzt eine Frage des Kaufverhaltens jedes Einzelnen. Diese Erkenntnis sei nicht neu, sie aber zu beherzigen, falle dennoch schwer.

Mit unglaublich viel Mut, Engagement, Idealismus gegen zahlreiche Widerstände
In ihren Laudationes gingen die Jurymitglieder Prof. Dr. Katharina Hölzle, Inhaberin des Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Entrepreneurship der Universität Potsdam, und Max Schön, Unternehmer und Vorstandsmitglied des Club of Rome Deutschland, auf die Leistungen der Preisträger 2016 ein. Hölzle und Schön betonten, alle drei Preisträger lösten »vertrackte Probleme«, für die es keine einfachen Lösungen gebe, mit unglaublich viel Mut, Engagement, Idealismus und gegen zahlreiche Widerstände. Als Macher und Idealisten schafften sie es, Lösungen umzusetzen und die sehr komplexen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen konkret anzupacken.

In seinem Schlusswort wies DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann darauf hin, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit heute – durchaus nach Rückschlägen – in der Mitte aller gesellschaftspolitischen Institutionen angekommen seien. Den Durchbruch habe im Vorjahr das Klimaschutzabkommen von Paris gebracht, das nun tatsächlich in Kraft treten werde. Bundespräsident Gauck habe diesen Prozess maßgeblich gefördert: Zum einen durch seine zutreffenden Worte zur Bedeutung des Umweltschutzes, wonach Umweltschutz ein zivilisatorischer Lernprozess ist, der uns ein Leben lang begleitet. Zum anderen habe Gauck fünfmal in Folge den Deutschen Umweltpreis überreicht, obwohl sicher auch andere Themen weit vorne auf der Agenda gestanden hätten. Bottermann an Gaucks Adresse: »Eines bleibt für uns immer mit Ihrer Amtszeit verbunden: Die in Osnabrück 2013 geborene Formulierung ‚Umweltschutz muss Freude machen‘ ist der Leitspruch unserer Arbeit.«

Der Festakt wurde von »Tagesschau«-Sprecherin Judith Rakers fachkompetent und souverän moderiert.
Hier der Link zum Video.

Gemeinsame Freude √ľber den Deutschen Umweltpreis (v.l.): DBU-General¬≠sekret√§r Dr. Heinrich Bottermann, Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf, Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, Bundespr√§sident Joachim Gauck, die Umweltpreistr√§ger van Abel, Mettke und Fee√ü und DBU-Kuratoriums¬≠vorsitzende Rita Schwarzel√ľhr-Sutter
© DBU/Peter Himsel
Bundespr√§sident Gauck: Hochachtung f√ľr die Preistr√§ger
© DBU/Peter Himsel
Die Umweltpreisträger 2016 (v. l.): Walter Feeß, Prof. Dr. Angelika Mettke, Bas van Abel
© DBU/Peter Himsel

Medien & Infos

Pressekonferenz vor der Preisverleihung (v. l.): Walter Feeß, Prof. Dr. Angelika Mettke, Dr. Heinrich Bottermann, Bas van Abel, Franz-Georg Elpers (Presse­sprecher der DBU)
Festakt im Congress Centrum W√ľrzburg
Begr√ľ√üung durch Rita Schwarzel√ľhr-Sutter, Parlamentarische Staatssekret√§rin, Vorsitzende des DBU-Kuratoriums (links), Dr. Heinrich Bottermann, DBU-Generalsekret√§r. Judith Rakers (Mitte) moderiert.
Im Gespr√§ch (v. l.): Dr. Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, Ulrike Scharf, bayerische Staatsministerin f√ľr Umwelt und Verbraucherschutz, Prof. Dr. Klaus T√∂pfer, Gr√ľndungsdirektor IASS, Umweltpreistr√§ger 2002, Dr.¬†Bernd Uhl, Weihbischof in der Erzdi√∂zese Freiburg, Judith Rakers
Licht-K√ľnstler Till P√∂hlmann
Daniela Schadt, Bundespr√§sident Joachim Gauck, Rita Schwarzel√ľhr-Sutter, Dr.¬†Barbara Hendricks, Ulrike Scharf (v. l.)
Die Laudatoren der diesj√§hrigen Preistr√§ger im Gespr√§ch mit Judith Rakers (Mitte): Max Sch√∂n, Unternehmer, Club of Rome Deutschland, und Prof. Dr. Katharina H√∂lzle, MBA, Inhaberin des Lehrstuhls f√ľr Innovationsmanagement und Entre¬≠preneurship an der Universit√§t Potsdam
Empfang nach der Preisverleihung

Kurz vor der Klimakonferenz in Marra­kesch Anfang November fragten die Referenten des DBU-Symposiums »Stimmt die Richtung bei der Umsetzung des Paris-Abkommens?« Die Veranstaltung am Vortag der Umweltpreisverleihung in Würzburg bewegte sich damit in historischem Umfeld und rückte mit dem Klimawandel eine der vier Planetaren Grenzen ins Zentrum der Debatte, die nach Darstellung des vorjährigen DBU-Umweltpreisträgers Johan Rockström bereits überschritten sind. Das Symposium wurde versiert und umsichtig von Volker Angres (ZDF) moderiert.

Dr. Karsten Sach, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium und Chefverhandler Deutschlands in Klimafragen, wies darauf hin, dass die Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens kein Selbstzweck sei, sondern nur ein erster Schritt auf einem langen Weg. Gegenwärtig werde in Deutschland um den Klimaschutzplan gerungen. Die globale Situation hingegen sei eine andere: Hier sei die Zeit der Verhandlungen vorüber. »Jetzt ist die Zeit der internationalen Kooperationen«, sagte Sach. Von der Conference of Parties (COP 22) in Marrakesch vom 07.–18.11.2016 müsse ein eindeutiger Impuls für die ambitionierte Umsetzung des Pariser Abkommens ausgehen.

Weniger zuversichtlich fielen die Ausführungen von Prof. Dr. Mojib Latif, Träger des Deutschen Umweltpreises 2015, aus. Der Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klima­dynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sagte wörtlich: »Ob der Klimavertrag von Paris ein historisches Abkommen ist, wie von vielen behauptet, muss sich erst erweisen.« Die Treibhausgas­emissionen seien seit Rio, der Nachhaltigkeitskonferenz im Jahr 1992, förmlich explodiert. Um die Erderwärmung noch auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, müssten die weltweiten Netto-Treibhausgasemissionen bis etwa Mitte des Jahrhunderts auf null sinken und danach negativ werden. Das Paris-Abkommen führe in seiner derzeitigen Fassung selbst bei optimistischer Extrapolation der nationalen Politiken bis zum Ende des Jahrhunderts dazu, dass sich die Erde um knapp 3 °C erwärme, zog Latif ein ernüchterndes Fazit.

Prof. Dr. Johan Rockström, Exekutiv­direktor des Stockholm Resilience Centre, sah den Erfolg für Paris stark davon abhängen, inwieweit die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) umgesetzt werden. Der Umweltpreisträger des Jahres 2015 wörtlich: »Die SDGs sind kein »Sammelsurium«, sondern sie haben eine klare Hierarchie: Es gibt die unverhandelbaren planetaren Grenzen für Klima (13), Boden (14), Ozeane (15) und Trinkwasser (6).«

Sie bildeten die Hauptbasis für den sicheren Handlungsrahmen der Entwicklung der Menschheit auf der Erde. Nach Ansicht des schwedischen Forschers solle die Politik in ihren Entscheidungen den Empfehlungen der Naturwissenschaften folgen. Auch dies sei im Pariser Abkommen vereinbart worden. Inwieweit die Kapitalmärkte auf »Nachhaltigkeit und Klimaschutz« positiv reagieren, erläuterte Prof. Dr. Torsten Henzelmann in seinem Vortrag. Der Leiter des Competence Center »Civil Economics, Energy & Infrastructure« der Roland Berger Unternehmensberatung zeigte den Zuhörern dabei ein geteiltes Bild auf: Während Nachhaltigkeit die Werthaltigkeit eines Unternehmens in Europa steigern könne, treffe dies in den USA nicht zu. Mithilfe eines gezielten Wertmanagements lasse sich Nachhaltigkeit steuern. Dafür sei allerdings eine Definition klarer Nachhaltigkeitskriterien notwendig.

Prof. Dr. Ellen Matthies, Professorin für Umweltpsychologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, erläuterte den Zuhörern dann, wie die vorherrschende Kluft zwischen Wissen und Handeln vieler Verbraucher durch die Rollentrennung als Konsument (weitgehend bestimmt von Alltags­erfordernissen) und Bürgerin/Bürger (bestimmt von Werten) zu begründen ist.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umwelt­veränderungen, dem die Magdeburger Psychologin angehört, sehe in der seit Jahren zunehmenden Verantwortungsbereitschaft der nationalen und internationalen Zivilgesellschaft beim Klima­schutz eine Chance zur Entwicklung einer breiten »transformative literacy«. Damit gemeint sei die Fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger, »Transformationsprozesse adäquat in ihrer Vieldimensionalität zu verstehen und eigenes Handeln in Transforma­tionsprozesse einzubringen«. Auf unterhaltsame Weise stellten während der Veranstaltung außerdem vier DBU-Stipendiatinnen und Stipendiaten die Inhalte ihrer Dissertationen im Rahmen eines »Science Slam« vor. Themen waren Städtepartnerschaften, Klimawandel und Schneeverteilung in den Alpen.

»Die Richtung stimmt, aber die Umsetzung geht uns zu langsam. Wichtig ist sich klarzumachen: Klimaschutz ist elementare ‚Daseinsvorsorge’«, fasste DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann die Ergebnisse des Symposiums aus Sicht der DBU zusammen und ergänzte: »Das Pariser Abkommen ist als großer Erfolg zu werten, da es einen verbindlichen Rahmen setzt, um in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Treibhausgasneutralität und eine weltweite Klimastabilisierung zu erreichen.« Allerdings mahnte der DBU-Chef, es müssten alle Bereiche umdenken und sich bewegen: Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Der Staat müsse über das Ordnungsrecht Signalgeber sein, gleichzeitig aber Aktivitäten aus der Zivilgesellschaft fördern. Auch auf einen weiteren wichtigen Punkt in diesem Zusammenhang machte Bottermann aufmerksam: Moore und Wälder seien von enormer Bedeutung als CO2-Senken, um Kohlendioxid zu binden. CO2 sei nicht nur ein Schadstoff als klimarelevantes Gas, sondern auch ein Rohstoff, der im Kreislauf geführt werden müsse. »Dafür allerdings sind weitere Innovationen erforderlich«, so Bottermann.

Prof. Dr. Johan Rockström, Exekutivdirektor des Stockholm Resilience Centre und Umweltpreisträger des vergangenen Jahres, war einer von zahlreichen prominenten Rednern beim DBU-Symposium zum Pariser Klima-Abkommen.
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Planetare Leitplanken der Erde
© aus Publikation von Steffen et al. aus 2015
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiums­diskussion diskutierten unter anderem die Notwendigkeit eines Transformationsplans.
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Die ‚ÄěSustainable Development Goals‚Äú im √úberblick
© UN

DBU-Finanzchef im Innenausschuss

DBU-Finanz- und Personalchef Michael Dittrich war Mitte Oktober als Sachverständiger zu einer Anhörung im Innenausschuss des Deutschen Bundestages eingeladen. Es ging um die Altersversorgung von Bundesbeamten, Berufssoldaten und Richtern. Das Thema wird im Gesetzentwurf »zur Änderung des Versorgungsrücklagegesetzes und weiterer dienstrechtlicher Vorschriften« behandelt, der von der Bundesregierung vorgelegt wurde. Danach soll die 1999 errichtete Versorgungsrücklage länger erhalten werden, indem der Beginn der Mittelentnahme auf das Jahr 2032 verschoben wird. So werde die Aufzehrung des Vermögens verhindert, bevor das mit dem Gesetz bezweckte Ziel erreicht wird, die Höchstlast bei den Versorgungsausgaben zu dämpfen, heißt es in der Vorlage.

Daneben ging es auch um eine Optimierung der Anlagestrategie für die zurückgelegten Mittel. Michael Dittrich warb dafür, ethische, ökologische und soziale Kriterien bei der Kapitalanlage zu berücksichtigen und entsprechende Vorgabe in den Gesetzesentwurfes mit aufzunehmen. Nach den Erkenntnissen verschiedener Studien und den Erfahrungen der DBU sei dies sowohl unter gesellschaftlichen als auch finanziellen Gründen sinnvoll, sagte Dittrich.


Bottermann erläutert DBU-Divestment-Strategie

Beim Fachgespräch der Grünen Bundestagsfraktion »Divestment: Baustein nachhaltiger Politik« Ende Oktober stellte DBU-Generalsekre­tär Dr. Heinrich Bottermann die Position der DBU dar. Er wies daraufhin, dass die Einführung einer Divestment-Strategie bereits im November 2015 beschlossen wurde. Diese sehe vor, aus Kohle­investments auszusteigen, so Bottermann. Die DBU tätige in diesem Segment keine weiteren Neuinvestitionen mehr und habe binnen Jahresfrist bereits 75 % der bestehenden Kohleinvestments abgebaut. Öl- und Gas-Investments würden hingegen differenzierter betrachtet: Öl werde als Grundstoff für hochwertige Produkte als zu wertvoll zum Verbrennen betrachtet, Gas hingegen als notwendige Brückentechnologie für die Energiewende angesehen. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müsse die Weltwirtschaft auf Dauer auf die Nutzung aller fossilen Brennstoffe verzichten, erklärte der DBU-Chef zusammenfassend.

 


Holzbau-Ausstellung in Berlin eröffnet

Mitte Oktober ist die DBU-geförderte Ausstellung »Bauen mit Holz« im Lichthof des Martin-Gropius-Baus in Berlin eröffnet worden. Sabine Djahanschah (2. v. r.), DBU-Expertin für Architektur und Bauen, hielt in Vertretung von DBU-General­sekretär Dr. Bottermann die Eröffnungsrede. Bemerkenswert sei, so Djahanschah, wie es den Ausstellungsmachern gelungen sei, Wald-, Forst-, Rohstoff- und Ökologieaspekte in die Ausstellung einzubinden. Nach Ansicht der Baufachfrau stelle das ein absolutes Alleinstellungsmerkmal dar.

Auch DBU-Kuratoriumsmitglied Cajus Caesar (2. v. l.) nahm an der Eröffnung teil und erklärte nach einem Ausstellungsrundgang: »Die Botschaft für die breite Öffentlichkeit lautet: Holz ist Zukunft!« Weiter auf dem Foto: Uwe Beckmeyer (links), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundes­wirtschaftsministerium, und Prof. Hermann Kaufmann (rechts) von der TU München, deren Fachgebiet Holzbau die Ausstellung konzipiert hat.

 


Naturerbegebäude erhält den 1. Preis

Für den Neubau des 2015 eingeweihten neuen Verwaltungs­gebäudes der Stiftungstochter DBU Natur­erbe nahm DBU-Verwaltungschef Michael Dittrich Mitte November gemeinsam mit Architekt Marcus Huber vom Büro METARAUM in Stuttgart einen der Hauptpreise des Holzbaupreises Niedersachsen in Empfang. Die Auszeichnung wurde von Niedersachsens Verbraucherschutzminister Christian Meyer überreicht. Die Preisjury betonte: Ganz auf die Funktionen ausgerichtet, vermeide der Entwurf des DBU-Gebäudes überflüssige Gestaltungselemente. »Die Akzeptanz von Holzbauten zu steigern – und damit ihre Verbreitung –, ist uns ein besonders wichtiges Anliegen«, sagte Dittrich bei der Entgegennahme des Preises.

 


Historische Saline in Montenegro als Naturerlebnisstätte


Das Salz aus der historischen Saline Tivat finanzierte einst den kulturellen Reichtum der seit 1979 als UNESCO-Welterbestätte anerkannten »natürlichen und kulturhistorischen Region von Kotor« in Montenegro. Der Betrieb der Saline ist längst erloschen, sie stellt aber noch immer einen wichtigen Rastplatz für Zugvögel dar. Im Gegensatz zu den Vögeln nahmen die menschlichen Besucher die Saline in Tivat aber bisher nicht wahr.

Um die außergewöhnliche Verbindung von Kulturgeschichte und Natur in der Saline Tivat zu bewahren und in ihrer Wahrnehmung zu fördern, startete die Stiftung EuroNatur daher im Jahr 2013 mit finanzieller Unterstützung der DBU ein Projekt, um Naturerleben und -erfahren in der historischen Saline Tivat zu beleben. Heute, drei Jahre später kommt das Projekt nun zu einem erfolgreichen Ende.

Im Laufe des Vorhabens wurde zunächst ein Managementplan für das Feuchtgebiet erarbeitet, der auch ein Konzept für die Besucherlenkung enthält. Auf dieser Basis wurden unter anderem ein Informationszentrum und Beobachtungstürme errichtet sowie Karten, Informationsbroschüren und eine Smartphone-App zum Schutz­gebiet erstellt. Für den Betrieb des Informationszentrums wurde eine Fachkraft eingestellt, deren Übernahme nach Projektende durch das Tourismusbüro der Gemeinde Tivat sichergestellt werden konnte. Im Rahmen von zahlreichen Umweltbildungsveranstaltungen und Exkursionen wurden die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geschichte der Saline mehreren hundert Schülern aus ganz Montenegro näher gebracht. Auf der im September veranstalteten Abschlusskonferenz blickten nun alle beteiligten Akteure auf das Projekt zurück und waren sich einig, dass nicht nur das gute Ergebnis an sich, sondern vor allem auch die Zusammenarbeit zwischen der montenegrinischen Naturschutzorganisation CZIP, der Küstenschutzbehörde Morsko Dobro, der Gemeinde Tivat und den Stiftungen EuroNatur und DBU Modellcharakter für den zukünftigen Naturschutz in Montenegro hat.


Ausstellung über Erneuerbare in Breslau

Eine neue Ausstellung zum interaktiven Kennenlernen erneuerbarer Energien zeigt das Breslauer Forschungszentrum EIT+ seit Anfang September im »Humanitarium«. Zahlreiche Installationen präsentieren dort auf praktische Weise Wissenswertes über Sonnen-, Wasser- und Windkraft sowie Geothermie. Die von der DBU finanzierte Ausstellung entstand dank Mitwirkung des Breslauer Forschungszentrums EIT+ und der Pädagogischen Ideenwerkstatt BAGAGE e. V. aus Freiburg. Das Projekt zeigt an praktischen Beispielen, wie die Energiegewinnung der Zukunft aussehen kann. Dr. Ulrich Witte (2. v. r.), Leiter der DBU-Abteilung Umweltkommunikation, hob in seiner Ansprache besonders die räumliche Nähe dieser Experimentierwerkstatt zu den Forschungslaboren des EIT+ hervor. Das Vorhaben setzt sich zum Ziel, junge Besucher auf spielerische Weise zum weiteren »erwachsenen« Forschen zu animieren. Die DBU engagiert sich in Polen mit insgesamt 170 Projekten, die meisten davon in Niederschlesien.


 

DBU-Finanz- und Personalchef Michael Dittrich
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann erläutert DBU-Divestment-Strategie
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Ausstellung ¬ĽBauen mit Holz¬ę er√∂ffnet: Uwe Beckmeyer (links), Parlamentarischer Staatssekret√§r im Bundeswirtschaftsministerium, und Prof. Hermann Kaufmann (rechts) von der TU M√ľnchen
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Naturerbe-Neubau
© Zooey Braun
Historische Saline in Montenegro
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Neue Ausstellung zum interaktiven Kennenlernen erneuerbarer Energien
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Neu: Handlungsleitfaden


Neu erschienen ist die Broschüre »Handlungsleitfaden zur Wiedereinbürgerung von Pflanzenarten als Naturschutzmaßname«. Die Publikation wurde im Rahmen des Projektes »Die Wiedereinbürgerung von Pflanzenarten in naturnahen Lebensgemeinschaften – Entwicklung eines Handlungsleitfadens« mit Professor Martin Diekmann, Abteilung Vegetationsökologie und Naturschutzbiologie, Institut für Ökologie Universität Bremen, erstellt. Der Leitfaden soll dabei helfen, Wieder­einbürgerungen von Pflanzen in allen Sta­dien besser planen und durchführen zu können, von der Klärung der grundsätzlichen Voraussetzungen und der Auswahl der Arten bis zu konkreten Hinweisen für die praktische Durchführung der Versuche.




Faltblätter neu erschienen
Neu erschienen sind vor kurzem verschiedene Faltblätter.
Außerdem ist zur Messe »denkmal« (10. bis 12.11.2016) in Leipzig die Faltmappe »Umwelt und Kultur­güter« erschienen.

Alle Publikationen sind kostenlos bei der Geschäftsstelle erhältlich und stehen zum Download bereit.



¬ĽHandlungsleitfaden zur Wiedereinb√ľrgerung von Pflanzenarten als Naturschutzma√üname¬ę
© Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Herausgeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel. 0541|9633-0
Fax 0541|9633-190
www.dbu.de

Redaktion
Stefan Rümmele
DBU Zentrum für Umweltkommunikation
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Tel. 0541|9633-962
Fax 0541|9633-990

Verantwortlich
Prof. Dr. Markus Große Ophoff

Erscheinungsweise
10 Ausgaben pro Jahr
Adresse für Bestellungen und Adressänderungen ist die Redaktionsanschrift
kostenlose Abgabe

Gestaltung
Birgit Stefan