DBU aktuell – Nr.6 | Juni 2007

Informationen aus der FördertÀtigkeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Bundespräsident Horst Köhler hat zum Abschluss der dritten »Woche der Umwelt« Anfang Juni ein positives Fazit gezogen. Der Park des Schlosses Bellevue stand auf Initiative des Staatsoberhauptes und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zwei Tage lang im Blickpunkt des innovativen Umwelt- und Naturschutzes. Fast 12.000 Besucher waren nach Berlin gekommen, um die Exponate der 187 Aussteller in der Zeltstadt zu sehen.

Rund 300 Experten hatten dort in 75 Gesprächs- und Diskussionsforen Lösungsmodelle für Umwelt- und Naturschutzvorhaben erörtert. Auch DBU-Kuratoriums-Vorsitzender Hubert Weinzierl zeigte sich von der Atmosphäre der »Woche der Umwelt« begeistert: »So stelle ich mir den Natur- und Umweltschutz der Zukunft vor.« Die Fotos auf Seite 1 vermitteln einen Eindruck von der gelungenen Veranstaltung. Eine kleine Auswahl der Projekte, die in Berlin zu sehen waren, zeigt DBU aktuell auf den Seiten 2 bis 7.

Bildgalerie "Woche der Umwelt 2007"

www.wochederumwelt.de

FriedensnobelpreistrÀger Muhammad Junus, Bundes- ­prÀsident Horst Köhler, Bundesumwelt­minister Sigmar Gabriel, DBU-Kuratoriums­- vor­sitzender Hubert Weinzierl und DBU-GeneralsekretÀr Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde (v. l.)
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Forderte doppelte Anstrengungen fĂŒr den globalen Klimaschutz: BundesprĂ€sident Horst Köhler bei seiner Eröffnungsrede.
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Medien & Infos

Viele Besucher verfolgten die Diskussionsrunden auf der HauptbĂŒhne.
Umwelteinflüsse, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Schimmel können Holz schädigen. Mechanische Beanspruchungen führen oft zu Dellen, Rissen und Absplitterungen. In der Regel wird Holz heute nicht umweltverträglich ausgebessert, repariert und veredelt. Viele marktgängige Produkte zur Holzreparatur sind kennzeichnungspflichtig und enthalten gesundheitsschädliche Substanzen.

hanse chemie (Geesthacht) arbeitet derzeit an einem neuartigen Reparatur- und Veredlungs-System für alle Holzarten. Es soll umweltverträglich, kennzeichnungsfrei, ungiftig, hoch licht- und wetterbeständig, schnell und vollständig durchhärtend, elastisch, mechanisch belastbar, gut mit Holz verbindend und haftend, mit Lacken, Holzlacken und Holzlasuren überstreichbar und schleifbar sein.

www.hanse-chemie.com
Das Reparatur- und Veredelungs-System fĂŒr Holz wird im Labor entwickelt.
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Was können kleine und mittelständische Güterkraftverkehrsunternehmen für den Umweltschutz tun? Im Kontext dieser Fragestellung hat das Institut für angewandte Verkehrs- und Tourismus­forschung e. V. (IVT/Mannheim) eine Qualifi­zierungs- und Ausbildungs­offensive zur Sicherstellung des Umweltschutzes in kleinen und mittelständischen Betrieben des Güterkraftverkehrs unter dem Namen Ökologik gestartet.


Zielgruppe sind Ausbildungsleiter, Auszubildende, Nachwuchskräfte und angehende Verkehrsfachwirte. Projektziel ist die Förderung des branchenspezifischen Umweltwissens im Sinne einer nachhaltigen Mitarbeiterqualifikation. An Ökologik wirken 15 kleine und mittelständische Transport- und Speditionsbetriebe unter Beteiligung eines großen Patenunternehmens, drei Berufsschulen sowie Branchenverbände mit. Das Projekt erreicht inzwischen mehr als 500 Mitarbeiter, Auszubildende und Berufsschüler.

www.oekologik.info

Ökologik – Ausbildungsoffensive zur Sicherstellung des Umweltschutzes in kleinen und mittleren Betrieben des GĂŒterkraftverkehrs
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Wie in der Medizin gesunde Haut verpflanzt wird, so verpflanzen Schüler in Brickaville auf Madagaskar Pflanzen aus den Restbeständen des noch vorhandenen Primärwaldes in das daneben liegende Grasland. Die lokale Dorfbevölkerung unterstützt die Schüler beim Einpflanzen der Stecklinge auf einer Fläche von 20 000 Hektar. Das Einbinden der Bevölkerung und die Berücksichtigung ihrer Interessen soll sicherstellen, dass die Wiederaufforstung nachhaltige Akzeptanz findet.
Die Dorfbevölkerung auf dem Weg ins Wiederaufforstungsgebiet
Die Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium in Sögel und dem Lycée de Brickaville besteht seit 1992. Zwischen den Schulleitungen und einzelnen Kollegen bestand ein Briefkontakt, die Schüler des Hümmling-Gymnasiums sammelten regelmäßig Geld zur Unterstützung der Schülerschaft in Brickaville. Dank Internet können die Schüler heute den direkten Kontakt pflegen. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Umweltbildung im Unterricht. Am Hümmling-Gymnasium sind insbesondere die Fachgruppen Erdkunde, Biologie und Französisch aktiv. In Brickaville sind nur wenige Lehrer in der Lage, Fragen des Umweltschutzes im Unterricht zu behandeln. Umweltbildung ist in den Rahmenrichtlinien nicht vorgesehen, außerdem fehlen ihnen die Mittel für die Gestaltung des Unterrichts. Deshalb unterstützt das Gymnasium Sögel die madagassischen Lehrer sowohl fachlich als auch finanziell.

www.huemmling-gymnasium.de

Mehr als 2,5 Milliarden Menschen bereiten weltweit ihr Essen an offenen Feuerstellen zu. Dafür werden 700 kg Holz pro Kopf im Jahr verbrannt. Die Folgen sind schwerwiegend. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben durch die dabei entstehenden Emissionen jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen. Außerdem entstehen durch die Abholzung der Wälder ökologische Probleme: Erdrutsche und Überschwemmungen sind in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern mittlerweile an der Tagesordnung.

Die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH hat bei der Entstehung des Pflanzenölkochers Protos ihre Kernkompetenz im Bereich Kochen eingebracht und zusammen mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft eine gesunde Alternative zur offenen Feuerstelle entwickelt: einen neuartigen Kocher, der mit Pflanzenöl betrieben wird.

www.bsh-group.de
Der Pflanzenölkocher Protos ist einfach zu bedienen und verbrennt verschiedene Pflanzenöle sparsam und sauber.
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Batterien auf Nickel- und Lithiumbasis weisen erheblich höhere Materialkosten und Funktionsnachteile im Vergleich zu Bleibatterien auf. Deshalb sind die Bleibatterien in den kommenden Jahren technisch und wirtschaftlich unverzichtbar. Die verbrauchten Bleibatterien werden heute zu über 90 Prozent dem Recycling zugeführt.
Konventionelle und DSL-Technologie im Vergleich
Die DSL Dresden Material Innovation (DSL) entwickelte eine vollkommen neuartige Technologie, die aus Bleischrott und dem verbrauchten Aktivmaterial in einem einzigen Verfahrensschritt neue und technisch verbesserte Batteriegitter herstellt. Diese ökologische und ökonomische Innovation verursacht keine CO2-Emissionen und minimiert die Abfälle und den Energieverbrauch. Statt mehrerer herkömmlicher mechanischer und thermischer Verfahrensstufen beruht die einstufige Verfahrenskombination auf der Elektrolyse. Da Bleibatterien 80 Prozent des weltweiten Bleiverbrauchs ausmachen, kann diese Neuentwicklung die Umweltgefährdung durch das Schwermetall entscheidend verringern.

www.dsl-dresden.de/contact.htmDeutschland hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis 2012 um 21 Prozent zu reduzieren. Mit 168 Mio. Tonnen CO2 produzierten die deutschen Haushalte im Jahr 2004 - Fernwärme einbezogen - mehr Treibhausgas als die deutsche Industrie mit 162,1 Mio. Tonnen. Hausbesitzer können allein durch energetische Sanierungsmaßnahmen ihren CO2-Ausstoß um 50 Prozent reduzieren.

Mit dem Modellprojekt »Emissionsankauf durch Schornsteinfeger für energetische Verbesserungen in Anlagetechnik und der Gebäudehülle« (EmSAG) können auch Privathaushalte aktiv am Emissionshandel teilnehmen. EmSAG schafft mit dem Pooling eine Plattform, die den Handel mit kleinen Mengen ermöglicht. Dazu fassen viele Hausbesitzer ihre CO2-Einsparungen in einem Pool zu einer handelbaren Menge zusammen. Eine spezielle Software ermittelt bei der Ausstellung des Gebäudeenergieausweises die Menge an CO2, die eine Gebäudesanierung einspart.

www.myschornsteinfeger.de
Schornsteinfeger können EnissionsankĂ€ufe fĂŒr Privatleute durchfĂŒhren.
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Das CO2-Einsparpotential fĂŒr Privathaushalte liegt bei 50 Prozent.
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Weinzierl weiter Mitglied im Nachhaltigkeitsrat

DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl (Bild) ist vor kurzem für weitere drei Jahre als Mitglied in den »Rat für Nachhaltige Entwicklung« berufen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt den Mitgliedern dieses Gremiums in einem Schreiben, dass der Rat »wichtige Impulse dafür gesetzt hat, wie ein lebenswerte Zukunft für gegenwärtige und zukünftige Generationen gestaltet werden kann«.

Weinzierl
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Gezählt, geschrieben - und gewonnen

Preisträger und -verleiher freuten sich über den Gewinn in den Wettbewerben »Klasse!« und »Klasse-Kids!« der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): Schüler der Klasse 8G1 der Gesamtschule Schinkel (2. Reihe von hinten), Schüler der Klassen 3a und 3b der Altstädter Grundschule (1. und 2. Reihe) und (hintere Reihe v. l.) DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde (DBU), NOZ-Chefredakteur Ewald Gerding sowie die Lehrer Jutta Weyhmann-Harke, Waltraud Schulz (Altstädter Grundschule) und Joachim Bodde (Gesamtschule Schinkel).

Während die Grundschüler für ihr Projekt »Verkehrszählung« mit dem Besuch der Ökologischen Bildungsstätte in Papenburg belohnt werden, erhalten die Schüler der Gesamtschule Schinkel für ihr Projekt »Energie sparen« einen mehrtägigen Aufenthalt im Nationalpark Hainich als Preis. 

SchĂŒler der Klasse 8G1 der Gesamtschule Schinkel (2. Reihe von hinten), SchĂŒler der Klassen 3a und 3b der AltstĂ€dter Grundschule (1. und 2. Reihe) und (hintere Reihe v. l.) DBU-GeneralsekretĂ€r Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde (DBU), NOZ-Chefredakteur Ewald Gerding sowie die Lehrer Jutta Weyhmann-Harke, Waltraud Schulz (AltstĂ€dter Grundschule) und Joachim Bodde (Gesamtschule Schinkel)
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Nachhaltiger Sportstättenbau

Am 26. und 27. Juni findet im Osnabrücker Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) eine Mittelstandstagung zum nachhaltigen Sportstättenbau statt. Die Fachtagung versteht sich auch als Auftaktveranstaltung zur Sammlung und Dokumentation von Beiträgen der mittelständischen Wirtschaft zum nachhaltigen Sportstättenbau innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette, der sogenannten Lebenszyklusbetrachtung sowie zur Sanierung im Bestand. Anhand von praktischen Beispielen werden zukunftsweisende Lösungsansätze vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert.

Der Veranstaltungsbeitrag beträgt 80,- Euro.

Anmeldungen per Telefax an den Landessportbund Hessen e. V.,
Fax 069|6789-428 oder per E-Mail an mwillig@lsbh.de

muna-Countdown läuft

Am 30. Juni endet die Bewerbungsfrist für den Naturschutzwettbewerb »muna - Mensch und Natur«. Aus den Bewerbungen werden fünf Preisträger von einer Jury aus Vertretern führender deutscher Naturschutz- und Umweltverbände sowie weiteren Experten ausgewählt. Ende September werden ZDF.umwelt und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) dann bereits zum sechsten Mal den Preis vergeben. Ausgezeichnet werden Personen oder Initiativen, die sich ehrenamtlich für den Erhalt und die Förderung der Natur engagieren oder mit ihren Projekten das Thema Naturschutz öffentlich machen.

Die Preisverleihung findet am 28. September im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) statt.

 

Anmeldung zur DBU-Sommerakademie

Für die diesjährige DBU-Sommerakademie (01.-06.07.2007) »Nachhaltigkeit in der Chemie« sind noch einige wenige Teilnehmerplätze frei.

Infos unter: www.dbu.de/550artikel26394_135.html

muna Preis
© Axel Kramer

Kulturlandschaft

Unsere heutige Kulturlandschaft ist das Ergebnis eines komplexen historischen Prozesses, der in der Landschaft sehr unterschiedliche Erscheinungsformen ausgebildet hat. Voraussetzung für einen nachhaltigen Schutz und die Entwicklung des Natur- und Kulturerbes ist es, die Dimension der Kulturlandschaft sichtbar zu machen, um sie ins allgemeine Bewusstsein zu heben. Mobilität, wachsender Nutzungsdruck sowie immer schnellerer Daten- und Informations­fluss führen zu einer Verwischung kulturlandschaftlicher Konturen und damit letztendlich zu ihrem Verlust. Das Buch enthält 32 Beiträge, die die breite Facette der Thematik aus unterschiedlichen Blickrichtungen beleuchten.

Kulturlandschaft, administrativ - digital - touristisch Bauerochse/Hassmann/Ickerodt (Hrsg.)
Reihe »Initiativen zum Umweltschutz, Band 67«
Erich Schmidt Verlag; 550 Seiten
56,00 Euro
ISBN 9-783503-097944

Neues von der Baumkontrollmethode VTA

15 Jahre nach dem ersten Buch von Prof. Dr. Claus Mattheck zum Thema »Visual Tree Assessment (VTA)« ist vor kurzem die »Aktualisierte Feldanleitung für Baumkontrollen mit VTA« erschienen.

Das im Verlag des Forschungszentrums Karlsruhe erschienene Buch wendet sich an Baumpfleger und alle anderen Berufsgruppen, die mit der Verkehrs­sicherung von Bäumen zu tun haben, beziehungsweise an interessierte Laien und Baumliebhaber.

170 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen
30,- Euro
ISBN 978-3-923704-58-3

Bezugsadresse:
Buchhandlung Mende in Karslruhe
Tel. 0721|981610
E-Mail: info@mende.de

 

Herausgeber:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU; An der Bornau 2, 49090 Osnabrück
Tel. 0541|9633-0, Fax 0541|9633-190, www.dbu.de

Redaktion:
Stefan Rümmele, Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gGmbH ZUK, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück
Tel. 0541|9633-962, Fax 0541|9633-990, zuk-info@dbu.de

Verantwortlich:
Dr. Markus Große Ophoff (ZUK)

Erscheinungsweise:
monatlich (Doppelausgabe: Juli/August)

Adresse für Bestellungen und Adressänderungen ist die Redaktionsanschrift, kostenlose Abgabe

Gestaltung (Print):
Birgit Majewski (ZUK)

Satz:
ZUK

Druck:
Steinbacher Druck GmbH, Osnabrück