DBU aktuell Nr. 12 | Dezember 2013

Informationen aus der FördertÀtigkeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Sportboote werden immer noch regelmĂ€ĂŸig mit giftigen, biozidhaltigen »Antifoulings« gestrichen, um sie vor Bewuchs zu schĂŒtzen. Zwar ist die Anwendungsmenge verglichen mit der Berufsschifffahrt gering, dennoch geht von den hochwirksamen Farbanstrichen eine ernst zu nehmende Gefahr fĂŒr den Anwender und die Umwelt aus. Viele Biozide schĂ€digen Wasserorganismen und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein oder auf das Hormonsystem zu wirken. Die Anwendung von biozidhaltigen »Antifoulings« fĂŒr Sportboote ist in verschiedenen Revieren regional bereits eingeschrĂ€nkt oder verboten. Zu erwarten ist, dass der Biozideinsatz im SĂŒĂŸwasser in einigen LĂ€ndern der EuropĂ€ischen Union (EU) weiter beschrĂ€nkt werden wird. Ziel der DBU-Förder­arbeit ist es daher, ungiftige Beschichtungs-, Reinigungs­systeme und -techniken fĂŒr Yachten und Sport­boote zu entwickeln, die Bewuchs verhindern und so beseitigen, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wird.

Bei der Messe boot 2014 in DĂŒsseldorf vom 18.–26. Januar prĂ€sentiert die DBU gemeinsam mit Projektpartnern neue, umweltfreundliche Alternativen fĂŒr den Bewuchsschutz und die chemische Trinkwasserdesinfektion. Am DBU-Gemeinschaftsstand in Halle 11 (Stand Nr. A 30) demonstriert die Firma IPT (Bremerhaven) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremerhaven eine innovative Kombination aus Bootswaschanlage und biozidfreier Beschichtung. MAReCOAT stellt ein neu entwickeltes, umweltfreundliches Antifoulingsystem fĂŒr Sportboote vor. Am Montag, 20. Januar 2014 (12 Uhr), veranstaltet die DBU das PodiumsgesprĂ€ch »Biozidfreie Sportschifffahrt« mit Experten (Treffpunkt: DBU-Stand).

UmweltvertrĂ€gliche Anstriche fĂŒr Sportboote prĂ€sentiert die DBU anlĂ€sslich der Messe boot 2014 in DĂŒsseldorf.
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Von heute an prÀsentiert sich DBU aktuell in einem neuen, frischen Layout, das im Rahmen eines um-
fassenden Redesign-Prozesses erarbeitet wurde. Hauptgrund fĂŒr die Überarbeitung war die Entwicklung eines einheitlichen Corporate Designs (CD) fĂŒr die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und ihre »Töchter« DBU Naturerbe GmbH und DBU Zentrum fĂŒr Umweltkommuni­kation.

Das Dach der gesamten Markenfamilie bildet das neue Logo der DBU, das in einen zeitgemĂ€ĂŸen Auftritt ĂŒberfĂŒhrt wurde, sich insgesamt aber durch große Wiedererkennbarkeit auszeichnet. Nach und nach werden im neuen Jahr alle DBU-Medien vom Flyer ĂŒber BroschĂŒren, BĂŒcher und Briefbögen bis hin zur DBU-Internetseite im neuen Erscheinungsbild gestaltet. Bei der Vielzahl der DBU-Medien bedeutet das jedoch, dass altes und neues Layout fĂŒr eine gewisse Übergangszeit neben­einander existieren werden. Auch darauf wurde bei der Erarbeitung des CDs durch die beauftragte Agentur Concept X (Rheine/Köln/Berlin) ge­achtet.

Komplett neu gestaltet wurden auch die Materialien zum DBU Deutschen Umweltpreis. Insgesamt gelingt es mit der neuen frischen und klaren Gestaltung der Materialien noch besser als bisher, die zu vermittelnden Inhalte ĂŒbersichtlich und einprĂ€gsam fĂŒr die Zielgruppen der DBU aufzu­bereiten und zu kommunizieren.

Das Bild zeigt die neue Titelseiten­gestaltung der BroschĂŒre.
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Untersuchungen der E.S.C.H Engineering Service Center und Handel GmbH (Unterwellborn) erbrachten den Nachweis, dass die vorgewÀrmten KohlenstÀube im Hochofen besser umgesetzt werden als nicht vorgewÀrmte StÀube, wenn sie in die Wirbelzone des Hochofens als Reduktionsmittel eingeblasen werden. Dadurch lassen sich der Koksverbrauch und die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) eines Hochofens deutlich senken.

Im Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Technischen UniversitĂ€t Berg­akademie Freiberg durchgefĂŒhrt wurde, konnte im Rahmen von Technikumsversuchen die bezogen auf den Hochofenprozess optimale VorwĂ€rmtemperatur fĂŒr verschiedene Kohle­arten ermittelt werden. Das inzwischen von der Firma zum Patent angemeldete Verfahren verfĂŒgt ĂŒber erhebliche Einsparpotenziale: FĂŒr einen Hochofen mit einer Jahresproduktion von 2 Mio. t Roheisen könnte die Minder­emission an CO2 rund 89 000 Jahrestonnen betragen. Hinzu kommen jĂ€hrliche Kosteneinsparungen durch den reduzierten Kokseinsatz in Höhe von etwa 13,5 Mio. EUR. Eine entsprechend konstruierte VorwĂ€rm-, Förder- und Einblasanlage fĂŒr Kohlenstaub wĂŒrde sich daher bereits nach eineinhalb Jahren amortisieren. Wenn die Energie­bereitstellung fĂŒr die Staub­vorwĂ€rmung durch betriebsinterne AbwĂ€rmequellen erfolgt, verbessert sich die Kosten- und Emissionsbilanz noch weiter. Die im bisherigen Rahmen erhobenen Daten sollen nun in einer zweiten Projektphase mittels einer Pilotanlage an einem Hochofen validiert werden.

Mehr Informationen unter: http://www.esch-online.de

Wirbelschicht-Versuchsanlage
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Sechs Millionen Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland stellen eine erhebliche Verbrauchermacht dar. Die IG BAU als Umweltgewerkschaft will deshalb auch auf der Mitgliederebene agieren und mit Blick auf Arbeit und Umwelt ein Zeichen fĂŒr einen welt­weiten respektvollen Einkauf setzen. Erste AnsĂ€tze gab es bereits vor Projekt­beginn, aber es waren noch lĂ€ngst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Das Vorhaben »Solidarisch Einkaufen« zielte daher auf ein effizientes, nachhaltiges Handeln der IG BAU. Es ging und geht dabei um eine bessere Umsetzung der sozialen und ökologischen Standards in der eigenen Beschaffung. So entstand ein Modell fĂŒr ein verantwortungsvolles Einkaufsverhalten von Arbeitnehmerorganisationen. Gleichzeitig wurde das Interesse am fairen Konsum bei den Mitarbeitern, Mitgliedern und deren Familien gefördert.

Mit einem Ratgeber und der Darstellung von guten Praxisbeispielen wurde das Projekt am Gewerkschaftstag an die 350 Delegierten und anschließend deutschlandweit verbreitet. Es erstreckte sich auf das Umsetzen neuer Einkaufspraktiken in den teilnehmenden Einrichtungen, aber auch auf Maßnahmen zum MĂŒllvermeiden, zum Energieeinsparen, zum verantwortungsvollen Umgang mit BĂŒromaterial und zum WohlfĂŒhlen am Arbeitsplatz. Diese Aktion zielte auf das »mĂŒllvermeidende BĂŒro«. Das erste »Modell-BĂŒro« dazu wurde in Bielefeld im Januar 2012 eröffnet (siehe auch den Kanal der IG BAU auf YouTube: Deutschland hat sein erstes »grĂŒnes« BĂŒro).

Das Peco-Institut (gewerkschaftsnahes Institut) beriet, begleitete und schulte die Partnereinrichtungen wĂ€hrend der dreijĂ€hrigen Projektdauer, die Anfang 2014 auslĂ€uft. Anschließend wird das Vorhaben in der IG BAU fortgefĂŒhrt.

Mehr zu den Projektinhalten unter: http://solidarisch-einkaufen.de

Beim Gewerkschaftstag 2013 prÀsentierte das Peco-Institut das Projekt »Solidarisch Einkaufen« mit Erfolg.
© IG BAU, D. Gust

FĂŒr den Naturschutz kann es wichtig sein, Arten auch außerhalb des eigentlichen Lebensraumes, also ex-situ, zu erhalten, wenn der Naturstandort gefĂ€hrdet ist. Eine Untersuchung des Botanischen Gartens der Freien UniversitĂ€t Berlin (FU) am Beispiel von LeimkrĂ€utern (Silene otites und S. chlorantha) hat gezeigt, dass mit ex-situ-Kulturen in Botanischen GĂ€rten Arten ĂŒber lĂ€ngere Zeit außerhalb des natĂŒrlichen Lebensraums bewahrt werden können. DafĂŒr reicht es jedoch oft nicht aus, nur einige Pflanzen zu kultivieren, da sich mitunter genetische Drift und genetische Verarmung einstellen können. Dies ist besonders dann der Fall, wenn nur wenige Ausgangsindividuen und Entwicklungsstadien fĂŒr die Kultivierung herangezogen wurden und die Kultivierung ĂŒber lange ZeitrĂ€ume erfolgen soll.

FĂŒr Botanische GĂ€rten mit ihrer enormen Artenvielfalt auf engstem Raum stellt der Erhalt der IdentitĂ€t einer bestimmten Art durch die Aufhebung geografischer Barrieren und der Kultur­bedingungen eine Herausforderung dar. Auch Kenntnisse der Geschichte einer Population sind wichtig, um evolutionĂ€re Prozesse verstehen und fĂŒr ex-situ-Belange nutzen zu können. Damit die internationalen Verpflichtungen zum Schutz gefĂ€hrdeter Pflanzenarten langfristig und effizient erfĂŒllt werden können, sind ex-situ-Kulturen in Botanischen GĂ€rten erforderlich. Zum gezielten Arterhalt und zur Effizienzsteigerung werden moderne molekulargenetische Methoden eingesetzt. Ebenso wichtig ist es, langjĂ€hrige ex-situ-Kulturen regelmĂ€ĂŸig auf ihre »Fitness« zu testen sowie Kultivierungsaktionen im Netzwerk der Botanischen GĂ€rten zu koordinieren.

Weitere Informationen unter: http://www.bgbm.org

 


Genetische Drift und Verarmung

Wenn nur wenige Pflanzen kultiviert werden und die Populationen zu klein fĂŒr einen ausreichenden genetischen Austausch sind, kann es zu genetischer Drift (zufĂ€llige Änderung der Genpoolzusammensetzung) und Verarmung kommen.

LeimkrautblĂŒte
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Im Darwineum des Rostocker Zoos begeben sich die GĂ€ste auf eine spannende Zeitreise durch die menschliche Entstehungsgeschichte auf den Spuren Charles Darwins.

Das Herz des Darwineums schlĂ€gt in der modernen Tropenhalle. Das abgesenkte 4000 qm große Tropenhaus als neue HeimstĂ€tte fĂŒr Gorillas und Orang-Utans ist eingebettet in zwei Ausstellungsbereiche und umgeben von einer großzĂŒgigen 10000 qm umfassenden Außen­anlage fĂŒr die Primaten.

Die Förderung der DBU war auf das Einrichten einer Kinder- und Jugend­ausstellungsebene gerichtet. Dort wird in zwei interaktiven Ausstellungs­bereichen mit mehr als 50 Tierarten die biologische Vielfalt des Lebens im Zuge der Evolution erlebbar gemacht.

Im Darwineum gibt es ein vielfĂ€ltiges Angebot fĂŒr SchĂŒler unterschiedlicher Klassenstufen.

NĂ€here Informationen unter

Tel.: 0381 | 2082 179 oder
E-Mail: service@zoo-rostock.de
http://www.zoo-rostock.de

 


Evolution kindgerecht

Die Zeitepochen »verstecken« sich in gerĂ€umigen Kojen mit urzeitlichen Landschafts- und Tier­bildern, darunter auch der deutschlandweit grĂ¶ĂŸte Quallen­kreisel. Auf mehreren Touchscreens kann der Ursprung des Lebens erkundet werden.

In der Ausstellung gibt es zahlreiche Exponate fĂŒr Kinder- und Jugendliche: hier die Quallen-Rotunde.
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FĂŒr Jugendliche und junge Erwachsene schreibt die Tropenwaldstiftung OroVerde den Filmwettbewerb »Green movie. Green media« aus. SchĂŒler, Azubis und Studenten werden dazu aufgerufen, kurze Filmclips zu entwickeln und damit die Themen »Regenwaldschutz« und »Nachhaltigkeit« fĂŒr die Öffentlichkeit darzustellen. Die Filme sollen zwischen 15 Sekunden und zwei Minuten lang sein. Einsendeschluss ist der 31.07.2014. UnterstĂŒtzt durch begleitende Unterrichtsmaterialien (sowohl zum Thema Film als auch zum tropischen Regenwald) lĂ€sst sich das DBU-geförderte Projekt im Unterricht und in Projektwochen, Ferienfreizeiten oder Arbeitsgemeinschaften umsetzen.


Arbeits-Infos sowie alle nötigen Materialien unter: www.oroverde.de/green-movie

Gleich zweimal ist das von der DBU geförderte und der Firma Wöhler (Bad WĂŒnnenberg) entwickelte StaubmessgerĂ€t Wöhler SM 500 (siehe DBU aktuell 06|12) mit dem »Plus X Award« ausgezeichnet worden: einmal in der Kategorie »Bestes Produkt des Jahres«, zum anderen fĂŒr seine »exzellente FunktionalitĂ€t«. Mit dem Plus X Award werden innovative und zukunftsfĂ€hige Produkte aus Technologie/Sport/Lifestyle prĂ€miert.

Nachhaltige Arzneimittelproduktion durch Biotechnologie: Unter diesem Motto prĂ€sentierte sich die DBU in Kooperation mit BIO Deutschland – Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e. V. bei der mit mehr als 10 000 GĂ€sten gut besuchten Biotechnica 2013 im Oktober in Hannover. Mehrere nationale und internationale Wirtschaftsdelegationen informierten sich am DBU/BIO Deutschland-Gemeinschaftsstand bei DBU-Projektpartnern zur ressour­ceneffizienten Schmerzmittelherstellung, zu umweltschonend gewonnenen, pharmazeutisch wirksamen Zuckern sowie zur innovativen Antibiotikaproduktion. Hier fand außerdem die Auftaktkonferenz fĂŒr die Fachpresse statt. Einen besonderen Erfolg feierte das DBU-geförderte Unternehmen BRAIN AG (Zwingenberg), das mit dem 10. European Biotechnica Award ausgezeichnet wurde. Die DBU-unterstĂŒtzten Firmen m2p-labs GmbH (Baesweiler) und Qmilch Deutschland GmbH (Hannover) gewannen im Bio­tech­nica Wettbewerb »bio­economy’s next business model«.

Anregungen, wie sich Jugendliche in schulischen und außerschulischen Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekten praxisnah und handlungsorien­tiert engagieren können, liefert die DBU-Fachtagung »Lernen durch Umweltengagement – bestechend gut!? Modellhafte Instrumente fĂŒr die Motivation Jugend­licher zu nachhaltigem Handeln«. Sie findet am 21. und 22. Februar im DBU Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation in OsnabrĂŒck statt. Anhand von Projektbeispielen werden modellhafte AnsĂ€tze vorgestellt, die Jugendliche zu nachhaltigem Handeln motivieren: von Arbeitsgemeinschaften, die in der Imkerei tĂ€tig sind, und nachhaltigen SchĂŒlerfirmen bis zu Medienprojekten. Neben VortrĂ€gen und Diskussionen wird es einen »Markt der Möglichkeiten« geben.

Informationen und Anmeldemöglichkeit: http://www.dbu.de/550artikel35019_135.html

Ehemalige sowie aktuelle DBU-Stipendiaten haben im Vormonat einen Sammelband veröffentlicht. Er ist das Resultat des Fachkolloquiums »Erneuerbare Energien zwischen Technik, Recht und Politik«, das im vergangenen Jahr stattgefunden hat. Der Band behandelt zentrale Punkte zukunftsorientierter Techniken zum Thema erneuerbare Energien. Aufgegriffen werden Fragen der nachhaltigen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, von Bio-, Wind- und Solarenergie sowie von EnergieĂŒbertragung und Speicherung. Energie wird dabei nicht auf Strom reduziert, sondern ebenso auf WĂ€rme und Treibstoff bezogen. Ferner werden auch einige rechtliche, politische und soziale Aspekte thematisiert.

Neue technische Perspektiven erneuerbarer Energien und ihre politisch-rechtliche Verarbeitung; Nadine Austel, Felix Ekardt, MĂĄria HĂșĆĄĆ„avovĂĄ, Simon P. Philipps (Hg.); Reihe »BeitrĂ€ge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung«; Band 10; Metropolis Verlag fĂŒr Ökonomie, Gesellschaft und Politik GmbH, 398 Seiten, print: 38 EUR, pdf: 29,64 EUR, ISBN 978-3-7316-1038-0

Herausgeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU
An der Bornau 2
49090 OsnabrĂŒck
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Fax 0541|9633-190
www.dbu.de

Redaktion
Stefan RĂŒmmele
Zentrum fĂŒr Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gGmbH ZUK
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