„Nutzen statt besitzen“ oder „Tauschen statt kaufen“: „KonsumKompass“ heute eröffnet

Neue Ausstellung von DBU und UBA – „Besucher auf den Weg bringen, über Einkaufsverhalten nachzudenken“

Osnabrück. „Wir möchten die Besucher auf den Weg bringen, über das eigene Einkaufsverhalten nachzudenken. ‘Nutzen statt besitzen‘ oder ‚Tauschen statt kaufen‘: Das sind einige altbekannte, aber wieder zu entdeckende Alternativen, die wir mit der neuen Ausstellung vorstellen möchten.“ – Das sagte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), heute bei der Eröffnung der neuen interaktiven Ausstellung „KonsumKompass“ in der DBU in Osnabrück. Konzipiert zum Thema „Nachhaltiger Konsum und Zukunftsfähige Lebensstile“, sollen Anregungen für den Alltag gegeben werden. Die achte Ausstellung der DBU entstand mit dem Umweltbundesamt (UBA). Dessen Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann betonte, dass die Umweltkrise im Kern eine Krise der modernen Industrie- und Konsumgesellschaft sei: „Wir brauchen Menschen, die den Mut und die Energie aufbringen, neue Wege des sozialen Experimentierens zu beschreiten und neue Formen des Alltagshandelns auszuprobieren.“

Brickwedde: "Nachhaltigem Konsum kommt zukünftig eine große Bedeutung zu"

Mit der Ausstellung solle gezeigt werden, „wie jeder von uns auf einfache und teils auch kostengünstige Weise – schonend und verantwortungsvoll im Umgang mit der Umwelt, den natürlichen Ressourcen und auch sozialverträglich – seine Bedürfnisse befriedigen kann“, hob der DBU-Generalsekretär hervor. „In einer Gesellschaft, die vom Wegwerfen geprägt ist, kommt dem nachhaltigen Konsum zukünftig eine große Bedeutung zu“, meinte Brickwedde. Er verwies unter anderem auf den aktuell an Bedeutung gewinnenden Begriff der „Share Economy“: eine Wirtschaftsweise, bei der es um das geteilte Nutzen von Gütern geht.

"Insbesondere junge Menschen neugierig machen"

Über viele praktische Beispiele und Produkte des alltäglichen Gebrauchs wie Jeans oder Handys wollten DBU und UBA mit der Ausstellung insbesondere junge Menschen neugierig machen auf das Thema. In Zeiten der Globalisierung, die geprägt sei von zunehmender Umweltverschmutzung, Klimawandel und immer knapper werdenden Rohstoffen, scheine es dringend an der Zeit, umzudenken, mahnte der Chef der weltweit größten Umweltstiftung. „Mit der Ausstellung wollen wir darauf neugierig machen.“

Holzmann: „Die Ausstellung passt genau: Sie kommt zum richtigen Thema – und zur richtigen Zeit“

Holzmann betonte, es gehe um neue Konsumformen, neue soziale Arrangements bei der Alltagsbewältigung und damit um soziale Innovationen für nachhaltigen Konsum und zukunftsfähige Lebensstile. „Die Ausstellung passt genau: Sie kommt zum richtigen Thema – und zur richtigen Zeit“, zeigte sich der UBA-Vizepräsident sicher. Sie beantworte eine wichtige Fragestellung unserer Zeit: der „Frage nach der Nachhaltigkeit in unserem Alltagsleben und den Grundlagen guten Lebens in einer Welt begrenzter Ressourcen.“ Denn wir alle wüssten, dass die in unseren Breitengraden vorherrschenden Konsummuster und Wohlstandsmodelle mit Blick auf ökologische und soziale Folgewirkungen nicht nachhaltig seien. Holzmann weiter: „Nachhaltiger Konsum ist vor allem eine grundlegende Vermittlungs- und Bildungsaufgabe.“

Schmidt: „Wir sind am Anfang eines grundlegenden Wandels.“

Neben Holzmann und Brickwedde sprachen Almut Kottwitz, Staatssekretärin im niedersächsischen Umweltministerium und DBU-Kuratoriumsmitglied, sowie Jürgen Schmidt, Mitbegründer der memo AG und Träger des Deutschen Umweltpreises der DBU. Kottwitz, die in ihrer Rede unter anderem auf den Zusammenhang von Werbung und Konsum einging, meinte: „Einzig die gesellschaftliche Verpflichtung zur Nachhaltigkeit zieht dem Konsum Grenzen.“ Schmidt äußerte seine Gewissheit, dass die Gesellschaft nicht nur vor einer Konsumwende stehe: „Wir sind sogar am Anfang eines grundlegenden Wandels.“ Er verwies auf beginnende Veränderungen, die vorangetrieben würden durch Netzwerkgesellschaften und Soziale Medien, durch eine immer größere Beliebtheit von Fairtrade-Produkten und durch die zunehmende Bewegung eines „Kollaborativen Konsums“: dem Tauschen, Verleihen und Mieten von Gütern.

Ausstellung „KonsumKompass“: acht Themenfelder, 16 interaktive Stationen

In der Ausstellung „KonsumKompass“ erfahren Besucher in acht Themenfeldern an 16 interaktiven Stationen mehr über die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit von Kleidung, Beleuchtung, Wohnen, Bauen, Reisen, Mobilität, Informationstechnologien und Kommunikation. „KonsumKompass“ rückt Qualitäts- und Umweltzeichen wie den Blauen Engel, das Energielabel, das Fairtrade-Siegel, das Ecolabel der Europäischen Union (EU), das deutsche Bio-Siegel und das EU-Bio-Logo in den Fokus, um die durch sie gekennzeichneten Produkte bekannter zu machen.

Zielgruppengerechte pädagogische Programme für Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse

Die Ausstellung steht bis mindestens Ende 2014 im ZUK der DBU, bevor sie auf fünfjährige Wanderschaft durch Deutschland geht. Für Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse bietet das ZUK der DBU zielgruppengerechte pädagogische Programme zur Ausstellung an – auf Wunsch auch besondere Angebote für jüngere. Weitere Informationen unter www.konsumkompass.com.

Gingen mit gutem Beispiel als nachhaltige Konsumenten voran und tauschten zur Eröffnung der Ausstellung "KonsumKompass" mitgebrachte Objekte (v. l. n.r.): Jürgen Schmidt, DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Staatssekretärin Almut Kottwitz und UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann.
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