Naturleben in blühender Heide

Schützenswert: Die Besenheide auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald

Neuärgerniß. Lila Schimmer: Auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald steht die Heide in der Blüte. Im August entfalten die Zwergsträucher ihre Blütenpracht. Doch nicht nur Gäste schätzen die farbliche Ästhetik des Heidekrauts: Die Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Calluna vulgaris dient auch als verlässliche Futterquelle und Brutstätte für eine Vielzahl von Insekten.

Wo die Heide blüht

„Wer die blühenden Heidepflanzen sehen möchte, kann über die freigegebenen Wege unsere DBU-Naturerbefläche erkunden“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Am besten erreichen Gäste die Blütenpracht im Norden und Osten der insgesamt 1.900 ha großen DBU-Fläche über den Zugang vom Wanderparkplatz Neuärgerniß aus.

Die blühenden Heidepflanzen lassen sich von den freigegebenen Wegen auf der DBU-Naturerbefläche Pöllwitzer Wald entdecken.
© Michelle Liedtke

Heimat für außergewöhnliche Arten

Heute sind Heideflächen wichtige Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen. Vögel wie Heidelerchen, Baumpieper und Goldammer nutzen die halboffene Landschaft mit den vereinzelten Sträuchern und Büschen.

Pflegeintensives Offenland droht kontinuierlich zu verbuschen

Damit die Besenheide Jahr für Jahr so schön blüht wie zurzeit, braucht sie dauerhafte Pflege. „Seit vielen Jahren hilft uns ein Schäfer mit seiner Herde als Landschaftspfleger, die Pflanzen kurz zu halten und damit zu erhalten“, weiß Krüger. Ohne Beweidung und andere Maßnahmen droht das Offenland durch aufwachsende Sträucher und Bäume zu verbuschen. „Wenn die jungen Bäume zu groß werden, gehen die Schafe da nicht mehr ran. Dann müssen wir manuell oder maschinell nachhelfen und von Zeit zu Zeit entkusseln, also Gehölzwuchs entfernen“, erklärt Krüger. Auch kontrollierte Brände könnten helfen, um die Heide zu verjüngen. „Die Blütenpracht und dieser gleichzeitig wichtige Lebensraum ist also ausgesprochen pflegebedürftig. Aber das Ergebnis lässt sich sehen“, meint Krüger.

DBU Naturerbe hat 66 Flächen vom Bund übernommen

2011 gehört der ehemalige militärische Übungsplatz zu der wohl größten Naturschutzinitiative des Bundes, dem Nationalen Naturerbe, welches in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Es umfasst ehemalige Militärgebiete, Flächen am Grünen Band an der ehemals innerdeutschen Grenze und aus dem DDR-Volkseigentum sowie Sanierungsflächen des ostdeutschen Braunkohletagebaus – alles Flächen aus dem Bundesvermögen. Auf Initiative von Naturschutzorganisationen verzichtet der Bund seit 2005 auf die kommerzielle Privatisierung dieser naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen auf insgesamt rund 164.000 Hektar und widmet sie dauerhaft dem Naturschutz.

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