Nasse Zukunft fürs Adlermoor

DBU Naturerbe vernässt Niedermoor auf DBU-Naturerbefläche Authausener Wald
Die Baustoff- und Gewässersanierung GmbH Dessau (BSD) setzte rund 68 sogenannte Erdplomben, bei denen Entwässerungsgräben an einzelnen Punkten zugeschüttet werden, und entfernten alte Betondurchlässe.
© Nancy Bruder/Bundesforst

Bad Düben. Jahrhundertelang haben Menschen mithilfe von Gräben sehr effektiv Böden und Moore entwässert, um sie land- oder forstwirtschaftlich zu nutzen. Auch das sogenannte Adlermoor, ein Niedermoor auf der DBU-Naturerbefläche Authausener Wald im Naturpark Dübener Heide, zeigt diese Praxis: Entwässerungsgräben in Richtung Dommitzscher Grenzbach durchziehen die rund fünf Hektar große Fläche und leiten das Wasser ab. Indem die Gräben verschlossen werden, wird zukünftig mehr Wasser in der Landschaft gehalten. „Wir wollen den natürlichen Wasserhaushalt in dem Niedermoor wiederherstellen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, aber auch, um den selten gewordenen Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Mehr Wasser im Authausener Wald

Intakte Ökosysteme sind natürliche Klimaschützer. Gut wasserversorgte Moore speichern Kohlenstoff, indem abgestorbene Pflanzenreste aus Vorzeiten im Boden unter Luftabschluss konserviert werden. Das in seinem natürlichen Wasserhaushalt gestörte Adlermoor auf der DBU-Naturerbefläche Authausener Wald ist von einem hunderte Meter langen Grabensystem durchzogen, das den organischen Boden seit Jahrzehnten entwässert und durchlüftet. Dadurch verliert das Moor nicht nur seine ökologische Funktion als Kohlenstoffsenke, sondern es verschwinden begleitend auch seltene Lebensräume und damit gleichzeitig die besondere Flora und Fauna. „Der Torfkörper wird sich nur erholen, wenn das von Menschen gezogene Grabensystem durch Verfüllung und die Installation von Grabenplomben dem Moor kein Wasser mehr abziehen kann. Denn was seinerzeit für die Forstwirtschaft gut war, führte zwangsläufig dazu, dass der Torfkörper kontinuierlich durch das regelmäßige Austrocknen des Bodens mit Luftsauerstoff in Verbindung kam, fortwährend mineralisiert und dadurch Klimagase wie insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2) freisetze. Mit der Wiedervernässung schlagen wir nun den umgekehrten Weg ein“, erklärt Jan Felix Schneider, zuständig für die Fläche im DBU-Naturerbe.

Das Adlermoor auf der DBU-Naturerbefläche Authausener Wald ist von einem hunderte Meter langen Grabensystem durchzogen. Durch die Verfüllung mit Grabenplomben bleibt das Wasser in der Landschaft und der Torfkörper kann sich erholen.
© Nancy Bruder/Bundesforst

Material für Wiedervernässung aus der DBU-Naturerbefläche

Die Baustoff- und Gewässersanierung GmbH Dessau (BSD) setzte rund 68 sogenannte Erdplomben, bei denen Entwässerungsgräben an einzelnen Punkten zugeschüttet werden, und entfernten alte Betondurchlässe. „Als Füllmaterial wurde ausschließlich Bodenmaterial von der DBU-Naturerbefläche genutzt. Außerdem wurden die Plomben im Kern mit Stammholz verstärkt“, erklärt Jan Claußnitzer, Revierleiter der DBU-Naturerbefläche vom Bundesforstbetrieb Mittelelbe. Mit der Wiedervernässung des Adlermoors schütze das DBU Naturerbe den Lebensraum für spezialisierte und stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie den Königs-Rispenfarn, verschiedene Libellen-Arten oder den Moorfrosch. Ob der Verschluss der Entwässerungsgräben die erhoffte Wirkung entfaltet, wird das Naturerbe-Team weiter beobachten und mit Wasserpegelmessstellen regelmäßig überprüfen.

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