Dauban. Auf der DBU-Naturerbefläche Daubaner Wald steht die Heide in der Blüte. Im August entfalten die Zwergsträucher ihre Blütenpracht. Doch nicht nur Gäste schätzen die farbliche Ästhetik des Heidekrauts: Die Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Calluna vulgaris dient auch als verlässliche Futterquelle und Brutstätte für eine Vielzahl von Insekten.
Wo die Heide blüht
„Wer die blühenden Heidepflanzen sehen möchte, kann über die freigegebenen Wege unsere DBU-Naturerbefläche erkunden“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Hinweistafeln informieren über Aussichtspunkte, Wanderrouten, Naturbesonderheiten und Historie. Am besten erreichen Gäste die Blütenpracht der insgesamt 3.300 Hektar großen und weitläufigen DBU-Fläche mit dem Fahrrad über gekennzeichnete Wege von Göbeln oder Halbendorf her oder von Wartha, Dauban und Mücka aus.

Heimat für Wiedehopf und andere außergewöhnliche Arten
Heideflächen sind wichtige Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen. Vögel wie Heidelerchen, Baumpieper und Goldammer nutzen die halboffene Landschaft mit den vereinzelten Sträuchern. „Mit etwas Glück kann man vor Ort den Wiedehopf entdecken“, sagt Andreas Petzel, DBU-Koordinator vom Bundesforstbetrieb Lausitz. Die Art habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Einerseits profitiert der Wiedehopf von den durch den Klimawandel gestiegenen Durchschnittstemperaturen“, so Petzel. „Andererseits braucht er strukturreiche Landschaften mit niedriger Vegetation, Nistmöglichkeiten und offenem Boden für die Nahrungssuche.“ Das findet er im DBU Naturerbe Daubaner Wald. Auffällig sei Petzel zufolge sowohl der Federschopf am Kopf als auch der Gesang des Vogels: „uup uup uup“ töne es aus den Waldrändern und über die Heide. „Das hat dem Vogel seinen wissenschaftlichen Namen Upupa verschafft“, so der DBU-Koordinator.
Pflegeintensives Offenland droht kontinuierlich zu verbuschen
Damit die Besenheide Jahr für Jahr so schön blüht wie zurzeit, braucht sie regelmäßige Pflege. „Seit vielen Jahren helfen uns ein Schäfereibetrieb und eine Naturschutzstation mit ihren Herden als Landschaftspfleger, die Pflanzen kurz zu halten und damit die Heide zu erhalten“, sagt Petzel. Ohne Beweidung und andere Maßnahmen droht das Offenland durch aufwachsende Sträucher und Bäume zu verbuschen. „Wenn die jungen Bäume zu groß werden, gehen die Schafe da nicht mehr ran. Dann müssen wir manuell oder maschinell nachhelfen und von Zeit zu Zeit entkusseln, also Gehölzwuchs entfernen“, erklärt Petzel. Auch kontrollierte Brände könnten helfen, um die Heide zu verjüngen. „Die Blütenpracht und dieser gleichzeitig wichtige Lebensraum ist also ausgesprochen pflegebedürftig. Aber das Ergebnis lässt sich sehen“, so Petzel.
DBU Naturerbe hat 66 Flächen vom Bund übernommen
Seit 2013 gehört der ehemalige militärische Übungsplatz zu der wohl größten Naturschutzinitiative des Bundes, dem Nationalen Naturerbe. Es umfasst ehemalige Militärgebiete, Flächen am Grünen Band an der ehemals innerdeutschen Grenze und aus dem Volkseigentum der ehemaligen DDR sowie Sanierungsflächen des ostdeutschen Braunkohletagebaus – alles Flächen aus dem Bundesvermögen. Auf Initiative von Naturschutzorganisationen verzichtet der Bund seit 2005 auf die kommerzielle Privatisierung dieser naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen auf insgesamt rund 164.000 Hektar und widmet sie dauerhaft dem Naturschutz.