Herdenschutzhunde im Einsatz

DBU Naturerbe und Landkreis Wolfenbüttel bitten um Rücksichtnahme in den Herzogsbergen und Wohlder Wiesen
Da, wo Schafe auf der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge grasen, fördern sie die biologische Vielfalt.
© Gesa Wannick/DBU Naturerbe

Cremlingen/Schandelah. Rund 600 Mutterschafe leisten mit ihren Lämmern in den nächsten Wochen zunächst auf der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge nahe Cremlingen wichtige Arbeit für den Naturschutz bevor sie weiter auf die DBU-Naturerbefläche Wohlder Wiesen nahe Schandelah ziehen. Mit ihrem Verbiss halten sie das Grünland offen. Zur Wolfsabwehr hat Wanderschäfer Christof Bokelmann dieses Jahr wieder neben seinen Hütehunden auch Herdenschutzhunde dabei. Sie sind darauf trainiert, die Schafe zu verteidigen. Das DBU Naturerbe als Flächeneigentümerin und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) im Landkreis Wolfenbüttel bitten Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebiets um Rücksichtnahme und um Abstand zur Schafsherde.

Schafe spielen für den Naturschutz eine wichtige Rolle

Die Herdenschutzhunde werden tagsüber mit einem Teil der Schafe eingepfercht. Auch nachts werden sie so geschützt auf der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge bleiben, um die Herde zu bewachen.
© Silke Krause/Landkreis Wolfenbüttel

„Da, wo Schafe grasen, fördern sie die biologische Vielfalt. Die Weidetierhaltung ist für den Naturschutz wichtig“, betont Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Würden die Schafe das saftige Grün der selten gewordenen und europäisch geschützten mageren Flachland-Mähwiesen nicht abfressen, so würden diese nach und nach zuwachsen und über die Zeit zu Wald werden. Wichtiger Lebensraum ginge verloren etwa für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten wie die im Offenland brütende Feldlerche. „Für unsere Pächterinnen und Pächter ist die Ausbreitung des Wolfs eine große Herausforderung, auf die sich unsere Schäfereien mit viel Aufwand und Kosten einstellen müssen“, weiß Belting. Die Kangal-Hirtenhunde von Christof Bokelmann, der als Wanderschäfer in dritter Generation viel Erfahrung mitbringt, stellen für ein Wolfsrudel eine echte Gefahr dar, so dass diese bestenfalls die Herde meiden.

Hunde sollen angeleint sein und Abstand zur Herde halten

Wanderschäfer Bokelmann wird dieses Jahr wieder von Kangal-Hirtenhunden bei seiner Arbeit mit den Schafen unterstützt.
© Silke Krause/Landkreis Wolfenbüttel

„Damit gerade auch Hunde keine Gefahr laufen, von den Herdenschutztieren mit Wölfen verwechselt zu werden, ist es wichtig, die Regeln im Naturschutzgebiet, vor allem jetzt in der Brut- und Setzzeit, einzuhalten, den eigenen Hund anzuleinen sowie deutlich Abstand zu den Schafen zu halten“, betont Silke Krause von der UNB im Kreis Wolfenbüttel. Tagsüber, wenn Schäfer Bokelmann mit seiner Herde über die DBU-Naturerbefläche wandert, sichern die Herdenschutzhunde einen Teil der Schafe in gezäunten Bereichen. Nachts seien sie zusammen mit der Herde auf der Fläche mithilfe eines mobilen Elektrozauns gesichert. Die Schutzhunde würden zwar lautstark bellen und hörbar sein, wenn jemand zu nah herankomme. „Um jedoch gar nicht erst in eine Konfliktsituation zu kommen, ist es wichtig, dass keine freilaufenden Hunde aus Neugier oder Jagdtrieb zur Herde laufen“, weiß Krause. Die von der Kreisverwaltung eingesetzten Feldhüter*innen sind mehrfach in der Woche im Naturschutzgebiet unterwegs, um das Wegegebot zu kontrollieren.

In der Brut- und Setzzeit Rücksicht auf Wildtiere nehmen

Wenn Gäste im Gebiet ihre Hunde anleinen, verhindere es Störungen bei der Beweidung sowie bei Wildtieren. „Viele Tierarten reagieren allein schon sehr sensibel auf die bloße Anwesenheit von Menschen und Hunden, selbst wenn diese sich ruhig verhalten“, erklärt Belting. Dies habe im schlimmsten Fall zur Folge, dass etwa störungsempfindliche Elterntiere ihr Revier oder sogar Brutvögel ihr Gelege aufgeben. „Das betrifft vor allem am Boden brütende Vögel wie die gefährdeten Arten Wiesenpieper und Feldlerche. Deren Nistplätze sind auf den ersten Blick kaum zu entdecken“, warnt Belting. Umso wichtiger sei es daher, sich an die Naturschutzgebietsverordnung zu halten. So würden Bodennester nicht beschädigt und Störungen vermieden.

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