28.02.2011 | Jetzt ist Thermografie-Saison

Wärmebildaufnahmen vom Haus im Winter machen – Schwachstellen detailliert sichtbar

Thermografie
Eine Wärmebildaufnahme zeigt, was das Haus "hergibt" und wo Schwachstellen sind. Die gedämmte Fassade (links) verzeichnet weniger Wärmeverluste als die unsanierte Hälfte.
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Osnabrück. Energiesparer sollten gerade jetzt früh aufstehen. Die kalte Jahreszeit bietet die besten Voraussetzungen für eine detailgenaue Thermografie. Mit diesen Wärmebildaufnahmen wird sichtbar, was das Gebäude „hergibt“. „Nämlich jede Menge wertvoller Energie und damit bares Geld“, weiß Andreas Skrypietz, Energieberater der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Das Herzstück der Initiative ist der kostenlose Energie-Check. Von geschulten Handwerkern durchgeführt, offenbart er den energetischen Zustand der Immobilie.

Skrypietz: Wärmebilder entlarfen auch mögliche Schimmelherde.

Die Thermografieaufnahmen zeigten anhand einer Farbskala, wo energetische Schwachstellen am Gebäude sind oder wie wirkungsvoll die Dämmung der Heizungsrohre ist. So genannte Wärmebrücken würden schnell entlarvt. Sie seien die kältesten Stellen an Wänden und entstünden, wenn etwa die Dämmung vom Dach an die Außenwand nicht lückenlos anschließe. Weil die Stelle kälter sei als die Umgebung, kondensiere dort Luftfeuchtigkeit. „Wärmebrücken können Nährböden für Schimmelpilzsporen sein“, sagt Skrypietz. Deshalb sei eine Thermografie nicht nur für die Darstellung von Energieverlusten, sondern auch für die eigene Gesundheit wichtig. Typische Schwachstellen für Wärmebrücken seien auch die Außenwandecken und Wandstücke, an denen etwa Schränke die Luftzirkulation einschränkten.

Messung für Frühaufsteher: Temperaturunterschiede am Morgen genauer

Da Temperaturunterschiede bei der Messung eine große Rolle spielten, sei der Winter die ideale Zeit, um die Aufnahmen zu machen. „Zwischen den Innenräumen und der Umgebung sollten mindestens 15 Grad Temperaturunterschied sein. Idealerweise sollte die Messung am Morgen gemacht werden, damit die Fassade nicht schon durch die Sonne aufgewärmt ist“, rät der Energieberater.

Hausbesitzer erhalten Beleg über Qualität einer Sanierung

„Allerdings kostet eine Thermografie mit Beratung mehrere hundert Euro“, betont Skrypietz. Mit einem Infrarot-Thermometer aus dem Baumarkt könnten Hausbewohner selbst die Temperatur an den Wänden messen. Die Genauigkeit dieser Messung schwanke jedoch um rund zwei Grad nach unten oder oben. „Der eigentliche Wärmeverlust muss dann allerdings noch ausgerechnet werden“, sagt Skrypietz. Mit dem Thermografiegutachten, das ein Energieberater erstelle, erhalte der Hausbesitzer einen Beleg, der auch bei der Qualitätskontrolle bereits umgesetzter Sanierungen ein Hilfsmittel sei.

 

Weitere Infos und Handwerker, die neben dem kostenlosen Energie-Check auch eine Thermografie durchführen, finden Interessierte unter www.sanieren-profitieren.de.