Förderinitiative CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen

Um eine klimaneutrale und ressourcenschonende Gesundheitsversorgung zu erreichen, startet die DBU die Förderinitiative „CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen“. Sie ist vorrangig für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Forschungseinrichtungen offen und richtet sich an Hersteller chemisch-pharmazeutischer Erzeugnisse und medizintechnischer Geräte, an Dienstleister und Beratungsunternehmen im Gesundheitswesen, an Krankenhäuser, Rehakliniken, Alten- und Pflegeheime und Arztpraxen sowie an Hochschulen und Ausbildungsstätten im medizinischen Bereich. Das Einreichen von Projektskizzen ist ab sofort möglich; Einreichungsfrist ist der 15.05.2023.

Die DBU-Förderinitiative „CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen“ unterstützt eine klimaneutrale und ressourcenschonende Gesundheitsversorgung. © Canva
Die DBU-Förderinitiative „CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen“ unterstützt eine klimaneutrale und ressourcenschonende Gesundheitsversorgung.
DBU-Förderinitiative CirculAid – Ausführliche Beschreibung
131.51 kB - Aktualisiert/Update: 20.01.2023 13:12:36
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Die Förderinitiative "CirculAid - Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen" ist Teil des DBU-Förderschwerpunktes #DBUcirconomy.

Hoher Ressourcenverbrauch im Gesundheitssektor

Gesundheit ist ein hohes Gut, doch der Ressourcenverbrauch im deutschen Gesundheitssystem muss als ungesund bezeichnet werden: 2016 verbrauchte der Gesundheitssektor 107 Millionen Tonnen Rohstoffe – das sind 1,3 Tonnen pro Einwohner*in. Seit 1995 ist der Ressourcenverbrauch um rund 80 Prozent gestiegen und macht heute fünf Prozent des gesamten deutschen Rohstoffkonsums aus. Der Gesundheitssektor (stationär und ambulant) ist damit für einen signifikanten Anteil der deutschen Rohstoffbilanz verantwortlich.

Gleichzeitig produziert der Gesundheitssektor erhebliche und zunehmende Abfallmengen. Krankenhäuser sind laut Erhebungen aus dem Jahr 2014 mit 4,8 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr der fünftgrößte Müllproduzent in Deutschland. Große Abfallmengen entstehen auch in anderen Gesundheitseinrichtungen wie Rehakliniken, Pflegeheimen oder Arztpraxen. Einwegprodukte aller Art haben die Mehrfachnutzung und Kreislaufwirtschaft im Gesundheitsbereich heute oftmals verdrängt, die Vermeidung und Rückgewinnung von Wertstoffen ist nicht die Regel.

Die aktuellen Rahmenbedingungen erschweren einen sparsameren Umgang mit Ressourcen im Gesundheitswesen. Anreize zur Ressourceneinsparung fehlen ebenso wie klare Zuständigkeiten, Leitlinien, Standards und Strategien, praxistaugliche Beispiele oder produktspezifische Informationen, die Entscheidungen für mehr Nachhaltigkeit ermöglichen würden.

 

DBU-Förderinitiative für klimaneutrale und ressourcenschonende Gesundheitsversorgung

Mit ihrer Initiative für Wirtschaft und Gesellschaft der Zukunft #DBUcirconomy unterstützt die DBU eine erweiterte Kreislaufwirtschaft, die den gesamten Produktlebenszyklus in den Blick nimmt und eine Alternative zum linearen „take – make – waste“-Konzept der Wertschöpfung bietet, das sich auch in der Gesundheitswirtschaft etabliert hat.

Um eine klimaneutrale und ressourcenschonende Gesundheitsversorgung zu erreichen, sieht die DBU aktuell einen hohen Bedarf an innovativen, modellhaften und punktuell in die Praxis umgesetzten Leuchtturmprojekten, die als „proof of concept“ konkrete Lösungsansätze für einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Ressourcen aufzeigen. Daher startet die DBU im Rahmen von #DBUcirconomy die Förderinitiative „CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen“.

Ziel der Förderinitiative ist die Reduktion des Ressourcenverbrauchs im Gesundheitswesen. Adressiert werden vorrangig die Sektoren chemisch-pharmazeutische Erzeugnisse, medizintechnische Gegenstände und Geräte sowie Textilien und persönliche Schutzausrüstung. Geeignete Projektansätze sind vor allem Produkt- und Verfahrensoptimierungen, das Abfall- und Ressourcenmanagement, Bewertungskonzepte, die Etablierung von Plattformen und Netzwerken sowie Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, die auf eine Steigerung der Ressourceneffizienz im Gesundheitswesen abzielen.

Förderfähig sind insbesondere innovative, modellhafte Projekte zu folgenden Themenschwerpunkten:

  1. Kreislauffähige Gestaltung von Produkten und Verfahren
  1. Abfall- und Ressourcenmanagement
  1. Bewertungskonzepte (sozio-ökonomische Innovationen)
  1. Plattformen, Netzwerke und Qualifizierungsmaßnahmen

 

Einzelheiten finden Sie in den ausführlichen Ausschreibungsunterlagen.

Das Einreichungsverfahren für Projekte im Rahmen der „Förderinitiative CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen“ ist vorrangig für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Forschungseinrichtungen offen. Es richtet sich vorrangig an Hersteller chemisch-pharmazeutischer Erzeugnisse und medizintechnischer Geräte, an Dienstleister und Beratungsunternehmen im Gesundheitswesen, an Krankenhäuser, Rehakliniken, Alten- und Pflegeheime und Arztpraxen sowie an Hochschulen und Ausbildungsstätten im medizinischen Bereich. Kooperationsprojekte zwischen KMU und Forschungseinrichtungen sind ausdrücklich erwünscht; die Beteiligung weiterer Akteurinnen und Akteure (z. B. Großunternehmen) ist möglich, ebenso die Einbindung internationaler Partnerinnen und Partner der Lieferkette.

 

Es gelten die Förderleitlinien der DBU in der aktuellen Fassung.

Zur Antragstellung geht es hier.

 

Einreichungsfrist für Projektskizzen ist der 15.05.2023. Bitte kennzeichnen Sie die Projektskizze zu dieser Förderinitiative im Titel mit „FI GES“, um die korrekte elektronische Zuordnung sicherzustellen.

Zusätzlich können im Rahmen des DBU-Promotionsstipendienprogramms Stipendienanträge zu dem Themenkomplex gestellt werden. Die Einreichungsfristen für Stipendienanträge sind der 15. Januar und der 15. Juni (siehe www.dbu.de/stipendien_promotion).

 

Bei Fragen zur Förderinitiative nehmen Sie gern Kontakt auf – Ansprechpersonen finden Sie nebenstehend.

Kontaktdaten "Förderinitiative CirculAid – Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen"
Hier finden Sie eine Übersicht nach Förderthemen und unser Organigramm als PDF.