Rechtliche Aspekte einer Rumpfreinigung von Sportbooten als Alternative zum Einsatz von biozidhaltigen Antifoulingprodukten

Auf den RĂŒmpfen von Booten und Schiffen bildet sich in kurzer Zeit eine Bewuchsgemeinschaft aus Meeres- oder SĂŒĂŸwasserorganismen. Zur Vermeidung des Bewuchses werden bisher biozidhaltige Antifoulingbeschichtungen eingesetzt. Die Biozide beeintrĂ€chtigen aber die GewĂ€sserqualitĂ€t.

In einer Studie des Umweltbundesamtes zeigte sich, dass »... an 35 von 50 SportboothĂ€fen die Konzentrationen an einzelnen Wirkstoffen ĂŒber der QualitĂ€tsnorm der aktuellen EU Richtlinie, z. T. sogar ĂŒber den zulĂ€ssigen Höchstkonzentrationen ...« lagen. »Die Ergebnisse belegen, dass eine weitergehende Entlastung der GewĂ€sser angebracht ist.«

FĂŒr den SĂŒĂŸwasserbereich und vor allem fĂŒr geschlossene SĂŒĂŸgewĂ€sser bestehen aber erhebliche Bedenken, ob die Inkaufnahme von Risiken durch den Antifoulingbiozid-Eintrag gegenĂŒber relativ unproblematischen BewuchsverhĂ€ltnissen gerechtfertigt ist. Diese Frage stellt sich insbesondere, wenn andere nicht biozide Bewuchsschutzverfahren zur VerfĂŒgung stehen. Biozidfreie Alternativverfahren sind besonders fĂŒr Deutschland relevant, da in den ausgedehnten SĂŒĂŸwasserrevieren mit teilweise abgeschlossenen und sensiblen Wasserkörpern zwei Drittel aller LiegeplĂ€tze vorhanden sind. Zudem unterliegen zahlreiche BinnengewĂ€sser in Deutschland einer multiplen Nutzung (z. B. Sportbetrieb, Berufsschifffahrt, Trinkwassergewinnung, Naturschutz), sodass die Zulassung einer Belastung durch Biozide fĂŒr die langfristige Nutzung sorgfĂ€ltig geprĂŒft werden sollte.

Eine biozidfreie Bewuchsverhinderung besteht idealerweise in der Reinigung von abriebfesten Hartbeschichtungen, deren ZulÀssigkeit diskutiert werden soll.

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