In unserer von großen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der rasanten Technologieentwicklung und der Krise der Demokratie geprägten Gegenwart wird von der Schule erwartet, vielfältige Ziele zu erreichen, um die junge Generation auf die Bewältigung dieser Herausforderungen vorzubereiten: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Medienbildung, politische Bildung. Diese (politisch gesetzten) Ziele weisen indes zunächst wenig Zusammenhang auf und haben jenseits ihrer Thematisierung in einzelnen Fächern kaum Auswirkung auf die Schule als Ganzes – obgleich gerade das für eine gelingende politische, digitale und nachhaltige Bildung essentiell wäre. Hier bräuchte es ein verbindendes Bildungskonzept, also ein kohärentes Bild dessen, was und wie der Mensch in der heutigen Welt sein und werden kann und wie sich dieses Werden anleiten ließe. Bot historisch der Humanismus ein solches Leitbild für die Bildung, gerät er inzwischen als anthropozentrisch und eurozentrisch zunehmend in die Kritik. Auf Basis solcher Kritik rekonzeptualisieren kritisch posthumanistische Denker:innen das Verhältnis des Menschen zu Natur und Technik, um zu einem Verständnis des Menschen als mit seiner Umwelt vernetzt und (ver-)antwortend zu gelangen. Diese bisher in der Erzie-hungswissenschaft wenig beachtete Denkrichtung systematisch aufzuarbeiten und auf konkrete Bildungsziele zu beziehen, verspricht die Grundlegung einer gemeinsamen Basis von politischer Bildung, Medienbildung und BNE. Dadurch ließe sich die Schule insgesamt auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ausrichten und Orientierung für die Schüler:innen schaffen.