Der starke Rückgang pelagischer Haie stellt eine zentrale Herausforderung für den Meeresschutz dar, da bestehende Managementinstrumente für hochmobile Arten häufig nur begrenzte Wirksamkeit entfalten. Eine zentrale Ursache hierfür ist ein unzureichendes Verständnis von Schlüsselhabitaten, saisonalen Wanderkorridoren und der Konnektivität zwischen regionalen Populationen, insbesondere in europäischen Gewässern. Diese Wissenslücken erschweren die Entwicklung räumlich differenzierter und ökologisch wirksamer Schutzmaßnahmen.
Ziel des Promotionsvorhabens ist es, managementrelevante Datengrundlagen zur Migration und Habitatnutzung pelagischer Haiarten im Nordostatlantik bereitzustellen. Der Fokus liegt auf Blauhai (Prionace glauca) und Heringshai (Lamna nasus) als stark gefährdeten und ökologisch bedeutsamen Arten. Das Projekt kombiniert dabei konzeptionelle, beobachtungsbasierte und telemetrische Ansätze, um den Schutz dieser Arten in europäischen Gewässern zu verbessern.