Das Projekt untersucht die Biodiversität, Larvenkonnektivität, Populationsresilienz und Habitatdynamiken von Kaltwasserkorallen in der Nordsee unter verschiedenen Klimaszenarien, um wissenschaftliche Grundlagen für Naturschutz und Management zu liefern. Dabei liefert es praktische Erkenntnisse für die Gestaltung von Schutzgebieten, die Identifizierung ökologisch repräsentativer Zonen und die Bewertung zukünftiger Stressfaktoren. Durch die Verknüpfung von Biodiversitätsmustern mit Empfehlungen zum Schutz und zur Bewirtschaftung von Lebensräumen soll eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Politik geschaffen werden. Das Projekt erweitert bestehende Resilienzkonzepte um eine physioökologische Perspektive, ein Ansatz, um zukünftige Meeresschutzgebiete und Klimarefugien zu identifizieren.
Die vier Hauptziele des Projekts sind: 1) Identifikation von Biodiversitäts-Hotspots und räumlicher Gemeinschafts-zusammensetzung, 2) Bewertung der Larvenkonnenktivität und Source-Sink-Dynamiken unter aktuellen und zukünftigen Klimaszenarien (RCP 4.5 & 8.5), 3) Identifikation vulnerabler und resilienter Korallenpopulationen, 3) Quantifizierung der Habitatlabilität, Lokalisie-rung potenzieller Klimarefugien; und 4) Integration von Biodiversitätsmustern, Larvenkonnektivität, trophischen Interaktionen und Habitatveränderungen zur Bewertung der langfristigen Persistenz von Ökosystemen.
Zusammenfassend integriert das Projekt die verknüpften Dynamiken ozeanographischer Veränderungen auf zwei Ebenen: 1) Prozesse auf Artebene von Korallen (z.B. Larvenausbreitung) und 2) Prozesse auf Ökosystemebene von Korallen (z. B. trophische Interaktionen und Habitatlabilität). Durch die Kombination aktueller Vorkommensdaten mit Modellierungsansätzen wird das Projekt das Verständnis dafür verbessert, wie Kaltwasserkorallen auf Klimastressoren auf unterschiedlichen räumlichen (z. B. Tiefe) und ökologischen (z.B. Reproduktionsmodus, Larvenstrategie) Skalen reagieren. Die resultierenden Resilienzkarten und Analysen liefern umsetzbare Erkenntnisse für ein adaptives Management und tragen zu internationalen politischen Zielsetzungen im Rahmen der UN-Dekade der Ozeanwissenschaften und der EU-Biodiversitätsstrategie bei.