Promotionsstipendium: Melina Schöpker

Anwendbarkeit von Toxikogenomik in ökotoxikologischen Modellorganismen zum Monitoring von Arzneimittel-Rückständen als relevante Spurenstoffe in wässrigen Umweltproben

Anthropogene Chemikalien wie PFAS, Nanopartikel und Arzneimittel gelangen über Abwässer in Kläranlagen und bei unzureichender Entfernung in Gewässer oder Trinkwasser. Besonders potente „relevante Spurenstoffe“ gefährden aquatische Ökosysteme; Arzneimittel wie Ibuprofen oder Diclofenac zeigen akute bis chronische Toxizität gegenüber R. subcapitata und L. minor bereits in umweltrelevanten Konzentrationen, wobei Gemischwirkungen Einzelstoffeffekte übersteigen. Spurenkonzentrationen erschweren Target-Analytik (LC-MS/MS), Non-Target-Analytik ist probenaufwändig mit Fehlerrisiken. Toxikogenomik bietet als Lösung eine Kombination aus Ökotox-Tests und Transkriptomik, die molekulare Wirkungen erfasst, vielversprechend als biologische Non-Target-Methode für Spurenstoff-Monitoring.

Meine Doktorarbeit soll daher die genannten Herausforderungen gezielt angehen. Ich möchte die Eignung toxikogenomischer Methoden zur Erfassung molekularer Arzneimittelwirkungen als Spurenstoffe in Gewässern untersuchen und einen wirkmechanismus-sensitiven Monitoringansatz für Einzelsubstanzen, Mischungen und reale Wasserproben etablieren. Am Fraunhofer IME Schmallenberg kombiniere ich OECD-Tests (D. rerio Embryo, R. subcapitata) mit Transkriptomanalyse, tPOD-Berechnung und Bioinformatik, um Sensitivität, Wirkmechanismen und Substanzidentifikation bis in umweltrelevante Konzentrationen zu prüfen.

AZ: 20025/118

Zeitraum

01.01.2026 - 31.12.2028

Institut

Universität Münster Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen

Betreuer

Prof. Dr. Dirk Prüfer