Promotionsstipendium: Paula Rosendahl

Subjektive Zeitverfügbarkeit und Reflexion der eigenen Wünsche als mögliche Gelegenheitsfenster zur Förderung suffizienten Konsumverhaltens

Angesichts des weltweit übermäßigen Konsums und der damit verbundenen umweltbezogenen und sozialen Probleme gewinnt suffizientes Konsumverhalten zunehmend an Bedeutung. Es zielt darauf ab, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung zu verringern, indem der Erwerb neuer Konsumgüter reduziert wird. Ziel meines psychologischen Dissertationsprojektes ist es deshalb, neue Erkenntnisse zur Förderung suffizienten Konsums auf Ebene der Verbraucher:innen zu gewinnen. Hierbei stellt die ausreichende Verfügbarkeit freier Zeit (Zeitverfügbarkeit) einen wichtigen Einflussfaktor dar, da suffizienter Konsum meist mehr Zeit als ressourcenintensiverer Konsum erfordert. Um suffiziente Konsumentscheidungen treffen zu können, könnten Überlegungen zur Notwendigkeit neuer Produkte und den eigenen Konsumwünschen sowie Strategien zur Neukauf-Vermeidung erforderlich sein (Reflection in Consumption, kurz: RIC). Daher soll untersucht werden, ob eine erhöhte (subjektive) Zeitverfügbarkeit sowie eine gesteigerte RIC potenzielle Gelegenheitsfenster zur Förderung suffizienten Konsums darstellen. Zur Überprüfung dieser Annahme sind drei psychologische Studien geplant. In einer ersten Studie soll zunächst mittels qualitativer und quantitativer Methoden eine Skala zur Messung von RIC entwickelt werden. Im Rahmen der zweiten Studie wird RIC im Kontext von Decluttering, d.h. dem Entrümpeln des eigenen Haushalts, näher beleuchtet. Die dritte Studie befasst sich mit möglichen Effekten einer Arbeitszeitverkürzung. Die im Rahmen des Projektes entwickelte Skala soll eine erste quantitative Erfassung von RIC ermöglichen und somit eine Grundlage für weitere Forschung zur Förderung suffizienten Konsums schaffen.

AZ: 20024/049

Zeitraum

01.02.2025 - 31.01.2028

Institut

Universität Kassel

Betreuer

Prof. Dr. Andreas Ernst