Der zentrale Ansatz dieses Promotionsvorhabens ist die Untersuchung von Kreislaufwirtschaftskonzepten speziell für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Kunststoffsektor, um diesen den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy, CE) zu ermöglichen und eine nachhaltigere unternehmerische Handlungsweise zu initiieren. Ihnen fällt die Implementierung von CE im Vergleich zu größeren Unternehmen besonders schwer, da fehlende Informationsgrundlagen sowie personelle Ressourcen und Zeit, um die nötige Expertise im Unternehmen zu generieren, den Einstieg erschweren.
Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen CE-Strategien zur Verbesserung der Umweltwirkungen von Kunststoffprodukten beitragen und wie sie praxisnah umgesetzt und bewertet werden können. Im Rahmen von drei wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden zunächst Ökobilanzstudien (LCAs) zu CE-Strategien systematisch ausgewertet, um deren Umweltwirkungen über unterschiedliche Produkt- und Systemkontexte hinweg einzuordnen. Darauf aufbauend wird ein Framework zur ganzheitlichen Erarbeitung von CE-Strategien für Kunststoffprodukte entwickelt und in Fallstudien mit KMU angewendet. Anschließend wird die tatsächliche Kreislaufführung verschiedener Produktkategorien Kunststoffsektor in Deutschland untersucht und verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt: Auswahl der Kunststoffe, Produktdesign, Recyclinginfrastruktur und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Die Arbeit zeigt, dass CE-Strategien grundsätzlich Potenziale zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs bieten, ihre Umweltvorteile jedoch stark kontextabhängig sind. Zudem wird deutlich, dass unterschiedliche Bewertungsansätze wie LCA, Materialflussanalyse und Circularity-Indikatoren komplementäre Beiträge zur Entscheidungsfindung in KMU leisten, jedoch gezielt kombiniert werden müssen, um fundierte und praktikable CE-Konzepte zu ermöglichen.