Promotionsstipendium: Dr. Michael Schubert

Erfassung von Kontaminationen durch Non-Aqueous Phase-Liquids (NAPLs) im Untergrund mit Hilfe der Bestimmung von Gehalten der Bodenluft an Radon-222

Erfassung von Kontaminationen durch in Phase auftretende nichtwĂ€ĂŸrige FlĂŒssigkeiten (NAPL’s) in AquiKurzbeschreibung des Dissertationsthemas:Die Eignung der natĂŒrlichen Radonkonzentration der Bodenluft als Indikator fĂŒr Bodenkontaminationen durch nichtwĂ€ssrige FlĂŒssigphasen (Non-Aqueous Phase-Liquids; NAPLs) wurde untersucht. Als Arbeitsthese wurde eingangs postuliert, daß infolge der sehr hohen Löslichkeit von Radon in NAPLs eine NAPL-Kontamination in der grundwasserungesĂ€ttigten Bodenzone aufgrund der Akkumulation des Radons in den NAPLs eine lokale Verringerung des Radongehalts der Bodenluft in der Umgebung der Kontamination nach sich zieht und somit eine Detektion der Kontamination ermöglicht. Ziel der Untersuchung war zum einen die theoretische und experimentelle BestĂ€tigung dieser Arbeitsthese und zum anderen die Entwicklung eines feldtauglichen Detektionsverfahrens fĂŒr NAPL-Kontaminationen, welches den Radongehalt der Bodenluft als zentrale MeßgrĂ¶ĂŸe hat. Zur umfassenden Bearbeitung dieser Aufgabenstellung wurden relevante Fragen zur Radonmigration theoretisch behandelt sowie Laborexperimente, Experimente in definierten BodensĂ€ulen und umfangreiche Felduntersuchungen durchgefĂŒhrt.Die theoretischen und experimentellen Untersuchungen ergaben, daß eine Lokalisierung von NAPL-Kontaminationen der grundwasserungesĂ€ttigten Bodenzone mit Hilfe der Detektion von Anomalien des Radongehalts der Bodenluft möglich ist. Dabei sind als NAPL-Indikator grundsĂ€tzlich Radonminima der Bodenluft zu erwarten. Gleichzeitig haben die Untersuchungen gezeigt, daß Radonkartierungen nicht in jedem Falle zur Detektion von NAPL-Kontaminationen geeignet sind. Das eingeschrĂ€nkte Nutzungspotential der Methode ergibt sich daraus, daß (1) eine Aussage darĂŒber, welche konkrete NAPL als Kontaminant im Untergrund vorliegt, nicht gemacht werden kann, (2) die begrenzte DiffusionslĂ€nge des Radons im Boden die Tiefe detektierbarer NAPL-Kontaminationen limitiert, (3) eine ggf. vorliegende sehr uneinheitliche geologische Situation die Interpretation der Meßdaten erschwert und (4) eine Detektion von NAPL-Kontaminationen unterhalb des Grundwasserspiegels nicht möglich ist.

AZ: 06000/467

Zeitraum

01.06.1998 - 31.05.2001

Institut

Georg-August-UniversitÀt Göttingen
Institut fĂŒr Geologie und Dynamik der LithosphĂ€re
Fachbereich Geowissenschaften

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Betreuer

Prof. Dr. JĂŒrgen Schneider