MOE-Fellowship

Olesia Katerusha

Untersuchung von Abwasser-Reinigungsverfahren anhand einer Modell-PflanzenklÀranlage

Phytotechnologie ist ein Verfahren zur Abwasserbehandlung (Abwasserreinigung), die auf der Anwendung von natĂŒrlich selbstreinigenden GewĂ€ssern, mit Verwendung von Überwasserpflanzen, Wasserflora und Mikroorganismen basiert. Man verwendet es bei der Gewerbeabwasserreinigung, bei der Haushaltsabwasserreinigung und auch, bis in den kleinsten Maßstab, auf privaten GrundstĂŒcken. Dazu gehören auch die PflanzenklĂ€ranlagen. Es sind Teiche, die mit Überwasserpflanzen völlig bepflanzt sind.
Der ĂŒberwiegende Teil der höheren Pflanzen wird beim Wachstum im Boden regelmĂ€ĂŸig mit Mykorrhiza.-Pilzen assoziiert. Als Mykorrhiza bezeichnet man eine Form der Symbiose von Pilzen und Pflanzen, bei der ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt ist. Dadurch wird die OberflĂ€che des Wurzelsystems vergrĂ¶ĂŸert und somit können die Pflanzen mehr NĂ€hrstoffe und Wasser aus dem Boden aufnehmen. Viele wichtige Ele-menten wie P, N, Ca, K befinden sich im Boden in einer Form, die viele Pflanzen nicht aufnehmen können. Pilze, die sich im Mykorrhiza befinden, können diese Elemente umwandeln und dadurch die Aufnahme durch die Wurzeln erleichtern. Auch der Pilz bekommt von der Pflanze wichtige organische Stoffe, die er selber nicht synthetisieren kann.
Mykorrhiza wird bei 98% von Pflanzen, sowie Wasserpflanzen nachgewiesen. Mykorrhiza wurde lĂ€ngst in der Landwirtschaft eingesetzt, was zu höheren Ernten gefĂŒhrt hat. Wir möchten anschauen, welche Wirkung die Mykorrhiza auf den Abwasserreinigungsprozess hat.Die Ergebnisse des Projekts gezeigt haben, dass die untersuchten Wasserpflanzen (Flatterbinse) können fĂŒr die Wasserreinigung bei einer erhöhten Konzentration von Sulfat, Phosphat und besonderes Nitrat wirksam einsetzten kann. Bei der Reinigung des Abwassers von Chloriden erreichte die PKA keine bedeutenden Ergebnisse, da der Abbau von Chlorid ungenĂŒgend war. Bei der Arbeit mit dem Sulfat und Nitrat, der BehĂ€lter mit Mykorrhiza mit den Belastungen von Sulfat und Nitrat schneller und wirksamer war, als der BehĂ€lter ohne Mykorrhiza.Die Pflanzen sowie Blau-GrĂŒne Binse, Sumpf-Schwertlilien und Rohrkolben, Kalmus, Blumenbinse und Flatterbinse wurden mit und ohne Pilz gepflanzt. Nach Untersuchungen der Wurzeln hat man gesehen, dass die Pflanzen Blau-GrĂŒne Binse, Sumpf-Schwerlilie und Flatterbinse die Symbiose mit Mykorrhiza bilden und somit in einer PKA eingesetzt werden können. Die Wasserpflanzen Kalmus und Rohkolben haben offensichtlich keine Symbiose nach der Zugabe von Mykorrhiza-Sporen gebildet.

 


Übersicht

Förderzeitraum

01.02.2015 - 30.09.2015

Institut

Fraunhofer-Institut fĂŒr GrenzflĂ€chen- und Bioverfahrenstechnik IGB Projektgruppe BioCat

Betreuer

Dr. Tobias GĂ€rtner

Kontakt

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