MOE-Fellowship

Martin Jares

Integrierte Verkehrssysteme - eine umweltfreundliche Alternative zum motorisierten Individualverkehr

Die immer weiter wachsenden Bef√∂rderungsbed√ľrfnisse werfen heute mehr denn je die Frage auf, wie man mit ihnen umgeht und gleichzeitig negative Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt vermeidet. Die Situation l√§sst sich durch das Anbieten eines qualitativ hochwertigen √∂ffentlichen Personenverkehrs bew√§ltigen. Dessen Nutzerzahlen steigen allein auf Grund der freien Entscheidung der Nutzer an, wenn diese Alternative f√ľr sie vorteilhafter ist. Es ist so m√∂glich, einen entscheidenden Anteil der gestiegenen Bef√∂rderungsbed√ľrfnisse mit einem geringeren Einfluss auf die Umwelt zufriedenzustellen. Dennoch kann er dabei ein Impulsgeber der Weiterentwicklung und ein Statussymbol der Mobilit√§t der Bev√∂lkerung sein. Es bleibt die Frage, wie diese Qualit√§t des √∂ffentlichen Verkehrs erreicht werden kann und zugleich die allgemein begrenzten Finanzmittel effektiv eingesetzt werden. Diese nicht leichte Aufgabe kann man durch die Integration des √∂ffentlichen Verkehrs l√∂sen.Das integrierte √∂ffentliche Nahverkehrssystem (I√∂NVS) bietet dem Fahrgast ein ?Angebot aus einem Guss? aller im jeweiligen Verkehrsgebiet zur Verf√ľgung stehenden √∂ffentlichen Nahverkehrsleistungen ? trotz mehrerer Verkehrstr√§ger, mehrerer Verkehrsunternehmen oder Verwaltungsgrenzen. ?Aus einem Guss? f√ľr den Fahrgast hei√üt: ein Fahrschein, ein Fahrplan, ein Tarif, ein Netz. Das Ganze ist somit mehr als die Summe seiner Teile, weil dabei Synergieeffekte ausgenutzt werden. Diese Arbeit konzentriert sich deshalb auf die Ma√ünahmen, durch deren die Attraktivit√§t und die Wettbewerbsf√§higkeit des √∂ffentlichen Nahverkehrs gesteigert werden kann, und zwar durch Integration und Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Zum Beispiel f√∂rdern Beschleunigungsma√ünahmen auf jeden Fall die Attraktivit√§t aller √∂ffentlichen Nahverkehrssysteme; im Sinne dieser Arbeit steht aber nur die Frage, ob dies auch f√ľr die Verkn√ľpfung der Verkehrsmittel oder Angebote genutzt wird.Gemeinsame Strecken- und Haltestellenutzung von Stra√üenbahnen und Bussen (ein Beispiel der Integrationsma√ünahmen):Diese bauliche Integrationsma√ünahme bringt dem Fahrgast sehr bequeme und sichere √úbergangsm√∂glichkeiten zwischen Bussen und Stra√üenbahnen. Die Fahrg√§ste m√ľssen keine komplizierte Wege unternehmen oder die Ober- und Unterf√ľhrungen nutzen. Diese L√∂sung hat aber auch Wirtschaftsvorteile bei Investitions- und Betriebkosten: man baut und nutzt nur ein Bahnsteig, ein Schutzwitterungsdach und ein Informationstafel mit den Abfahrten, sonst m√ľsste jeder Verkehrstr√§ger eigene Ausstattung verf√ľgen. Eine der zahlreichen Beispiele ist die Dresdner Haltestelle ?Schillerplatz? (siehe Bild), die zwei Stra√üenbahn-, drei Stadtbus- und eine Regionalbuslinie mitnutzen. Dank dem sog. ?Kasseler Bord?, bzw. seiner √∂rtlichen Version ?Dresdner Kombibord? k√∂nnen die Busse bis zur Bahnsteigkante einfahren, was dem Fahrgast barriere- und niveaufreies Einstieg ins Fahrzeug erm√∂glicht. In Deutschland ist derzeit Dresden mit dem Dresdner Kombibord die einzige Stadt, die konsequent eine einheitliche Bahnsteigh√∂he von 23 cm f√ľr Stra√üenbahn und Bus vorsieht. Gerade an dieser Stelle ist Dresden ein gutes Beispiel auch f√ľr den Prager √ĖPNV-System, weil dort √ľberwiegend der Stra√üenbahn- und Busbetrieb getrennt ist.

√úbersicht

Förderzeitraum

01.04.2007 - 31.03.2008

Institut

Technische Universität Dresden
Fakultät Verkehrswissenschaften Friedrich List
Institut f√ľr Bahnsysteme und √Ėffentlichen Verkehr

Betreuer

Prof. Dr. Rainer König

Kontakt

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