Universität Leipzig
Institut für Kulturwissenschaften
Professur für Vergleichende Kultur- und
Gesellschaftsgeschichte des modernen Europas
Beethovenstr. 15
04107 Leipzig
Das Projekt „Eine demokratische Kulturlandschaft sichern“ zielt darauf, zentrale Akteur:innen der Wissensvermittlung in und über Kulturlandschaften im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus demokratietheoretischer Sicht zu stärken. In den letzten fünf Jahren wurde durch Rückmeldungen aus der Kultur- und Umweltbildung deutlich, dass extremistische und populistische Akteur:innen auch den Diskurs um Landschaftsräume dominieren möchten – strukturell, aktionistisch und durch Zersetzungsstrategien. Dadurch entsteht eine Überforderung bei den genannten Akteur:innen der Wissensvermittlung in und über Kulturlandschaften und Kulturgüter. Für sie gibt es derzeit kein bestehendes Angebot, um sich im Sinne einer demokratischen Gegenstrategie Wissen und Verhalten anzueignen. Das Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig möchte in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDwt) der Universität Bamberg mit dem beantragten Projekt auf dieses Desiderat reagieren und ein innovatives Online-Modul entwickeln.
Dieses wird an drei transdisziplinäre Zielgruppen adressiert und transferiert.
Das Online-Modul richtet sich zum einerseits die zertifizierten Natur- und Landschaftsführer:innen (kurz: ZNLer:innen), die an den bundesweiten BANU-Akademien eine zertifizierte Ausbildung absolvieren (Zielgruppe 1).
Andererseits ist eine Vielzahl angestellter, freiberuflicher und ehrenamtlicher Akteursgruppen in den Kulturgüterschutz involviert (Zielgruppe 2): z. B. Mitarbeitende von Gedenkstätten, Stiftungen, kirchlichen oder kommunalen Trägern, Museums-, Gästeführer:innen und Heimatpfleger:innen. Auch an sie wendet sich das Online-Modul.
Weiterhin zielt das Online-Modul darauf ab, die Projektergebnisse an die nächste Generation der Wissenschaftler:innen und Akteur:innen im Bereich der Kulturwissenschaft und Denkmalpflege weiterzugeben (Zielgruppe 3).
Das Online-Modul soll auf einer Projekthomepage barrierefrei bundesweit zur Verfügung stehen. Im Projekttransfer wird das Online-Modul über unterschiedliche Kommunikationskanäle der Zielgruppen beworben.
Bis Oktober 2026 werden die theoretischen Grundlagen z. B. durch eine vertiefte Literaturrecherche zur Geschichte des Kulturgüter- und Naturschutzes aktualisiert. Es folgt die Ausarbeitung des Standes des Wissens. Daraus lassen sich sowohl betroffene Akteursgruppen als auch die Problemstellung und das zu lösende Desiderat des Projektes ableiten. Dieser Schritt ist elementar für das daran anschließende Bedarfsermittlung. Sein Ziel ist es, von den ermittelten Akteursgruppen im Kulturgüter- und Naturschutz den aktuellen Status quo im Umgang mit rechtsextremistischen Gruppierungen zu ermitteln.
Das geschieht im Oktober und November 2026 in zwei Workshops, die sowohl Herausforderungen als auch Wünsche von den Teilnehmenden sammeln. Dazu wird ein Online-Workshop angeboten (AP 2.1), um ortsunabhängig eine große heterogene Personengruppe zu erreichen. Nach Abschluss des Online-Workshops erfolgt die projektinterne Auswertung der ersten Erkenntnisse. Diese fließen direkt in die Ausgestaltung des Präsenz-Workshops ein (AP 2.2). Hierfür werden ausgewählte Akteur:innen des Projekt-Konsortiums eingeladen. Am Ende jeder Veranstaltung werden die Erkenntnisse beider Workshops mit Hilfe von qualitativen Fragebögen evaluiert. So werden die Inhalte des Online-Moduls diskutiert und überprüft, ob sie den Bedarfen entsprechen. Sie werden im Januar 2027 priorisiert, verändert, ausgetauscht oder ergänzt.
Bis Mitte Juni 2027 folgt die Überprüfung der Anwendbarkeit (AP3) der gewonnenen Ergebnisse im Rahmen von Blockseminaren mit Studierenden der Kulturgeschichte der Universität Leipzig und Denkmalpflege der Universität Bamberg. Hier können erste theoretische Erkenntnisse direkt in praktische Lehreinheiten umgewandelt, mit Studierenden erprobt und angepasst werden. Das Feedback und die Evaluierung der Studierenden aus den Seminaren leitet in die Ausarbeitung des Online-Moduls (AP4) über, die bis Ende 2027 erfolgt. Zunächst wird die technische Infrastruktur eruiert, um das Modul anwenderorientiert aufzubauen. Danach folgt eine zweistufige Erarbeitungsphase der Modul-Inhalte inklusive Test- und Überarbeitungsphasen.
Mit der Finalisierung des Online-Moduls startet das AP5 Transfer. Ziel ist es, das erarbeitete Online-Modul über eine Projekthomepage zu veröffentlichen und zu bewerben. Die Schlussphase des Projektes stellt die Ausarbeitung der Abschlusspublikation dar. Das Projekt endet im März 2028.