Projekt 41020/01

Pflanzenkohle aus landwirtschaftlichen Rückständen in Mittel- und Osteuropa: Akteurskonstellationen, strukturelle Rahmenbedingungen und Innovationsdynamiken für nachhaltige Transformationsprozesse

Projektdurchführung

Technische Universität Berlin
Fachgebiet Umweltprüfungen
Str. des 17. Juni 145
10623 Berlin

Zielsetzung

Pflanzenkohle wird durch die Verbrennung von Biomasse (Pyrolyse) hergestellt und wird seit Jahrhunderten zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Wasserrückhaltung verwendet.
Als stabiler Kohlenstoffspeicher kann Pflanzenkohle Hunderte bis Tausende von Jahren im Boden verbleiben, indem sie den durch Photosynthese aufgenommenen atmosphärischen Kohlenstoff bindet und so CO₂-Emissionen reduziert. Darüber hinaus kann Pflanzenkohle die Bodenfruchtbarkeit steigern, indem sie Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeit, Bodenstruktur und Drainage verbessert – je nach Bodentyp mit positiven Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt. Auch kann Pflanzenkohle in einer Vielzahl weiterer Bereiche eingesetzt werden, etwa in der Tierhaltung, der Wasser- und Luftreinigung, im Bauwesen, in Filtersystemen sowie in Textilien und Kosmetika.

Das Interesse an Pflanzenkohle wächst weltweit. In den Ländern Mittel- und Osteuropas bietet der Einsatz von Pflanzenkohle ein beträchtliches Potenzial, ist in der Praxis bisher jedoch begrenzt. Eine breitere Anwendung setzt ein klares Verständnis der lokalen politischen Rahmenbedingungen, zentralen Akteure, Biomasseressourcen und Marktbedingungen sowie die Einführung wirksamer Anreize und klarer Qualitätsstandards voraus.

Ziel des Projekts ist es, Potenziale und Rahmenbedingungen für die umweltförderliche Herstellung und Nutzung von Pflanzenkohle in den Ländern Mittel- und Osteuropas zu identifizieren und zu bewerten sowie den Einfluss gezielter Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu analysieren.
Dabei stehen die folgenden Forschungsfragen im Vordergrund:
- Welche sozialen Netzwerke um Pflanzenkohle gibt es in den Ländern Mittel- und Osteuropas bereits bzw. welche Potenziale solche zu entwickeln?
- Welche technischen und umweltbezogenen Bedingungen beeinflussen die nachhaltige Produktion und Anwendung von Pflanzenkohle aus landwirtschaftlichen Reststoffen in Mittel- und Osteuropa?
- Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich aus Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in den Ländern Mittel- und Osteuropas zum Thema Pflanzenkohle für die dortigen Transformations- und Innovationsprozesse?

Das Projekt wird bestehende Akteure, Netzwerke und Initiativen kartieren, technische, ökologische, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen analysieren, Biomassepotenziale und geeignete Regionen bewerten, Erfahrungen aus früheren Projekten aufarbeiten und Empfehlungen für zukünftige Forschungs- und Pilotaktivitäten entwickeln.

Technische Universität Berlin / Fakultät VI / Fachgebiet Umweltprüfungen / Pflanzenkohle in MOE

Arbeitsschritte

Um die oben genannten Forschungsfragen zu beantworten, wird ein strukturierter Analyseansatz angewandt, der technische, ökologische und institutionelle Aspekte von Pflanzenkohle in Mittel- und Osteuropa integriert.
Das Projekt ist in die folgenden Arbeitspakete gegliedert:
- Erfassung und Analyse der Rahmenbedingungen für Pflanzenkohle in MOE
- Multikriterielle Bewertung der potentiellen Anwendungsfälle und Regionen für Pflanzenkohle
- Ableitung von Kriterien zur umweltnützlichen Herstellung und Anwendung von Pflanzenkohle in MOE
- Identifikation von "Blueprints" & "Best practices"

Öffentlichkeitsarbeit

Die Projektergebnisse werden einem breiten Publikum zugänglich gemacht, darunter Praktiker, Akademiker und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Während der gesamten Projektlaufzeit werden die wichtigsten Erkenntnisse durch klare und leicht verständliche Formate wie Ländersteckbriefe, Veröffentlichungen und Zusammenfassungen der regionalen Potenziale vermittelt.

Darüber hinaus wird das Projektteam die Ergebnisse auf wissenschaftlichen Konferenzen vorstellen, an Workshops mit regionalen Interessengruppen teilnehmen und diese organisieren sowie zu relevanten öffentlichen Veranstaltungen beitragen. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, den Wissensaustausch zu fördern, neue Kooperationen anzuregen und die breitere Diskussion über die nachhaltige Nutzung von Pflanzenkohle in Mittel- und Osteuropa zu unterstützen.
Das übergeordnete Ziel ist es, das Wissen über Pflanzenkohle einem breiten Publikum zugänglich zu machen und praktische Anwendungen zu unterstützen, die zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region beitragen.

Übersicht

Fördersumme

174.774,00 €

Förderzeitraum

01.02.2026 - 31.07.2028

Bundesland

Grenzüberschreitend

Schlagwörter

Grenzüberschreitend
Klimaschutz
Landnutzung
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik