vaestro GmbH
Kesselstr. 3
40221 Düsseldorf
Rund 75 % der kleinen und mittleren Mehrfamilienhäuser (4 bis 30 Wohneinheiten) in Deutschland werden noch fossil beheizt - überwiegend mit veralteten Anlagen mit geringen Wirkungsgraden und hohen CO₂-Emissionen. Der Gebäudesektor verursacht jährlich rund 103 Mio. t CO₂ und verfehlt seine Klimaziele seit Jahren.
Wesentliche Hemmnisse für den Umstieg auf klimafreundliche Wärme sind hohe Investitionskosten und fehlende Geschäftsmodelle, die Vermieter zu energetischen Sanierungen motivieren. Bestehende Wärmeliefermodelle lohnen sich meist nur für Großprojekte. Zudem werden Wärmepumpen bislang überwiegend statisch betrieben - ohne Berücksichtigung von Strompreissignalen oder Netzzuständen -, wodurch ein erhebliches Flexibilitätspotenzial ungenutzt bleibt.
Ziel des Vorhabens ist es, die Wärmewende im kleinteiligen Mehrfamilienhausbestand wirtschaftlich tragfähig und skalierbar zu machen. Die vaestro GmbH verknüpft dazu ein Finanzierungsmodell, bei dem sie bis zu 95 % der Investitionskosten übernimmt und anschließend als Wärmeversorger für die Mieterinnen und Mieter auftritt, mit einer intelligenten Strommarktintegration der Wärmepumpen. Mithilfe thermischer Pufferspeicher und eines eigenen Steuerungsalgorithmus soll Wärme bevorzugt dann erzeugt werden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist und die Strompreise niedrig sind.
Das Vorhaben gliedert sich in folgende Arbeitsschwerpunkte:
1. Pilotprojekte und Standardisierung: Umsetzung und Begleitung erster Wärmepumpenprojekte in Bestands-Mehrfamilienhäusern gemeinsam mit regionalen SHK-Fachbetrieben. Aus den Erfahrungen werden einheitliche Standards für Planung, Installation und Betrieb abgeleitet, damit das Wärmeliefermodell auf viele kleine Projekte übertragbar wird.
2. Digitale Mess- und Abrechnungsinfrastruktur: Installation von Messsystemen zur Erfassung der Wärme- und Stromverbräuche sowie Aufbau eines automatisierten Abrechnungssystems für die Wärmelieferung.
3. Anlagenanbindung und Steuerungsalgorithmus: Die Wärmepumpen werden über Schnittstellen des Herstellers an eine digitale Plattform angebunden, sodass Temperaturniveaus, Speicherzustände und Betriebsmodi in Echtzeit angepasst werden können. Auf Basis von Last- und Preisprognosen wird ein Algorithmus weiterentwickelt, der den Betrieb in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung und niedriger Strompreise verschiebt (Optimierung auf Day-Ahead- und Intraday-Ebene). Überdimensionierte thermische Pufferspeicher ermöglichen dabei die zeitliche Entkopplung von Wärmeerzeugung und -verbrauch.