Projekt 40918/01

BrückenBauer:in-Netzwerk – Starke Stimmen für eine nachhaltige Landwirtschaft

Projektdurchführung

ackern und bewegen e. V.
Projekt BrückenBauer:in
Neverstaven 2 a
23843 Travenbrück

Zielsetzung

Angesichts von Klimawandel, Biodiversitätsverlust sowie steigenden Anforderungen an Tierwohl und Ressourcenschutz stehen landwirtschaftliche Betriebe unter erheblichem Transformationsdruck. Gleichzeitig fehlen vielfach geeignete Strukturen und Kompetenzen, um betriebliche Nachhaltigkeitsleistungen fachlich fundiert, transparent und öffentlich wirksam darzustellen. Bestehende Beratungs- und Schulungsangebote konzentrieren sich überwiegend auf technische oder betriebswirtschaftliche Aspekte, während kommunikative Kompetenzen bislang kaum systematisch gestärkt werden.

Vor diesem Hintergrund unterstützt das Vorhaben Bäuerinnen und Bauern, die Verantwortung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft übernehmen. Ziel ist es, konkrete Beiträge zur Umweltentlastung sichtbarer zu machen sowie deren Verbreitung innerhalb des Berufsstands und den sachlichen Dialog zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik zu fördern.

Kern des Projekts BrückenBauer:in ist der Aufbau und die Begleitung eines bundesweiten Netzwerks mit 50 Landwirt:innen. Die Teilnehmenden befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien nachhaltiger Betriebsführung – von bereits fortgeschrittenen Ansätzen bis hin zu Betrieben, die ihre Praxis weiterentwickeln möchten. Sie bewirtschaften ihre Höfe unter anderem mit klimaresilienten Anbausystemen, bodenschonenden Verfahren, verbessertem Nährstoffmanagement, biodiversitätsfördernden Strukturen oder tiergerechteren Haltungsformen.

Das Projekt verfolgt drei übergeordnete Ziele: die Stärkung der kommunikativen Handlungsfähigkeit nachhaltig wirtschaftender Betriebe, die Förderung von Wissensaustausch und gegenseitigen Lernprozessen zu umweltentlastenden Praktiken sowie die Multiplikation praxiserprobter Lösungsansätze durch erhöhte öffentliche Sichtbarkeit. Die Umweltentlastung erfolgt über die Verbreitung bewährter ressourcenschonender Bewirtschaftungsformen und die Förderung von Nachahmungseffekten innerhalb des Berufsstands.

Das Projekt besitzt Modellcharakter, da es bundesweit erstmals Netzwerkbildung, nachhaltigkeitsbezogenen Peer-to-Peer-Austausch und professionelle Kommunikationsförderung systematisch miteinander verknüpft. Die entwickelten Formate sind übertragbar angelegt und bieten Perspektiven für eine Skalierung auf weitere Regionen und Zielgruppen.

Arbeitsschritte

Das Vorhaben ist auf 24 Monate angelegt und basiert auf einem kombinierten Ansatz aus Qualifizierung, Vernetzung und professioneller Begleitung. Die teilnehmenden Betriebe wurden vor Projektbeginn durch eine unabhängige Jury aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Kommunikation ausgewählt.

Zentrale Arbeitsschritte sind:

1. Qualifizierungsprogramm
Die 50 Netzwerkmitglieder durchlaufen ein strukturiertes Schulungsprogramm mit zwölf Online-Workshops und 22 „Skill Share“-Kurzformaten. Inhaltlich verbinden die Module Aspekte betrieblicher Nachhaltigkeit (z. B. Klimaresilienz, Biodiversität, Tierwohl, Ressourceneffizienz) mit kommunikativen Kompetenzen wie Social Media, Pressearbeit, Veranstaltungsauftritten oder Dialogformaten. Methodisch kommen Fachinputs, Gruppenarbeiten, Reflexionsphasen sowie anwendungsorientierte Übungen mit direktem Bezug zur alltäglichen Realität der Teilnehmenden zum Einsatz.

2. Kommunikations-Coaching für ausgewählte Betriebe
Acht Betriebe erhalten eine vertiefte individuelle Begleitung durch das Projektteam und Kommunikationsexpert:innen. Dazu gehören die Unterstützung bei Kommunikationsplanung, die Ausarbeitung ihrer Botschaften und Trainings im Umgang mit digitalen Kommunikationsrisiken. Ergänzend nehmen sie an sechs Präsenzmodulen teil. Ziel ist die schrittweise Professionalisierung einer eigenständigen und sachorientierten Öffentlichkeitsarbeit zu Nachhaltigkeitsthemen.

3. Netzwerkbildung und Wissenstransfer
Eine digitale Plattform stellt Materialien, Handreichungen und Aufzeichnungen dauerhaft bereit. Ergänzend werden moderierte Austauschformate organisiert, um Peer-to-Peer-Lernen zu stärken und die Weiterentwicklung umweltentlastender Praxisansätze zu fördern.

Die Evaluation erfolgt begleitend über strukturierte Feedbackinstrumente und Reflexionsgespräche. Ergebnisse und Lernprozesse werden dokumentiert und aufbereitet, um den Wissenstransfer und die Übertragbarkeit des Ansatzes über das Projekt hinaus zu sichern.

Übersicht

Fördersumme

175.000,00 €

Förderzeitraum

01.03.2026 - 01.03.2028

Bundesland

Schleswig-Holstein

Schlagwörter

Umweltkommunikation