Projekt 40670/01

Nutzung kieselsäurehaltiger Aschen aus einheimischen Pflanzen als nachhaltige metallurgische Abdeckmassen

Projektdurchführung

Minreco GmbH
Weidenweg 27
47059 Duisburg

Zielsetzung

Das Projekt „SiliziPlants“ zielt auf die Entwicklung eines nachhaltigen Verfahrens zur Erzeugung kieselsäurehaltiger Aschen aus einheimischen Pflanzen, die als thermische Abdeckmassen in metallurgischen Prozessen eingesetzt werden können. Dort dienen sie zum Abdecken der Schmelzbäder, um Wärmeverluste zu vermeiden. Dazu müssen die Aschen reaktionsträge sein und dürfen nicht mit dem abgedeckten Metallbad reagieren. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Kieselsäuregehalt der Aschen. Derzeit werden solche Abdeckmassen überwiegend aus Reisspelzenaschen gewonnen, die aus Asien und Norditalien importiert werden. Diese Importe sind mit erheblichen CO₂-Emissionen verbunden – allein der Transport von 2.000 Tonnen Reisspelzenasche aus Indien verursacht jährlich rund 445 Tonnen CO₂-Äquivalente. Durch die Nutzung regional verfügbarer Biomasse kann dieser Emissionsanteil signifikant reduziert werden.
Im Fokus des Projekts steht die stoffliche und energetische Nutzung von Pflanzen wie Rohrschwingel, Seggen, Acker-Schachtelhalm und Dinkelspelzen, die von Natur aus hohe Gehalte an biogener Kieselsäure aufweisen. Diese Pflanzen wachsen meist auf extensiv genutzten oder naturschutzfachlich gepflegten Grünlandflächen, deren Aufwuchs bislang kaum verwertet wird. Die thermische Verwertung dieser Biomasse kann einerseits Energie bereitstellen und andererseits werden funktionale Aschen mit hohem Anteil an amorpher Kieselsäure und Restkohlenstoff für die Anwendung als metallurgische Abdeckmasse erzeugt.
Ein weiterer umweltrelevanter Aspekt ist die geplante Düngung der Pflanzen mit Konverterschlacken aus der Stahlindustrie. Diese Maßnahme fördert die Siliziumaufnahme der Pflanzen und trägt zur Kreislaufwirtschaft bei, indem industrielle Nebenprodukte sinnvoll verwendet werden. Die gekoppelte Nutzung – Energiegewinnung und stoffliche Nutzung – stärkt die regionale Rohstoffversorgung, reduziert die Abhängigkeit von Drittstaaten und trägt zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse bei.
Im Rahmen des Projekts werden die chemischen und physikalischen Eigenschaften der erzeugten Aschen umfassend untersucht und techno-ökonomisch bewertet. Insgesamt leistet „SiliziPlants“ einen innovativen Beitrag zum industriellen Klimaschutz durch die Etablierung eines regionalen, nachhaltigen Stoffstroms für metallurgische Anwendungen sowie für die landwirtschaftliche Wertschöpfung.

Übersicht

Fördersumme

174.654,00 €

Förderzeitraum

23.11.2025 - 23.11.2027

Bundesland

Nordrhein-Westfalen