Projekt 40640/01

Singvogelzug & Offshore-Windenergie: Innovative Erfassung zum Singvogelverhalten an Offshore-Windparks für gezielte Artenhilfsmaßnahmen

Projektdurchführung

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Biologie und Umweltwissenschaften
AG Migrationsökologie
Ammerländer Heerstr. 114
26129 Oldenburg

Zielsetzung

Millionen von Singvögeln überqueren jedes Jahr die Nordsee auf ihren Wanderungen zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten. Der aktuelle und geplante Ausbau der Offshore-Windenergie ist dort ein vielfältiger Eingriff in das Ökosystem, wie beispielsweise die Kollisionsgefahr für Singvögel an den Offshore-Strukturen. Im Zuge des Klimaschutzes ist ein Ausbau der erneuerbaren Energien, besonders der Offshore-Windkraft (WindSeeG: 30 GW bis 2030 und mindestens 70 GW bis 2045), unerlässlich, um die Klimaziele der Regierung (Bundes-Klimaschutzgesetz) zu erreichen. Damit der Ausbau nicht im Widerspruch mit den Biodiversitätszielen der Bundesregierung (Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt) steht, muss dieser naturverträglich den Schutz der Biodiversität gewährleisten. Um dieses Umweltproblem, auch „Grün-Grün-Dilemma“ genannt, zu reduzieren, werden relevante Managementmaßnahmen benötigt.
Dafür brauchen wir wissenschaftliche Erkenntnisse, wie sich der Ausbau der Offshore-Windparks auf die Umwelt und auf wandernde Singvögel auswirkt. Dies könnte von keinem Effekt bis hin zu einer artspezifisch bedeutsamen Populationsabnahme durch eine hohe zusätzliche Sterberate variieren. Spezifische Fragestellungen sind: Welcher artspezifische Anteil wählt einen Weg über die Nordsee anstatt entlang der Küste? Welcher Anteil der Vögel passiert bei ihren Flügen den Offshore-Windpark? Wie verhalten sich die Vögel beim Anflug auf einen Offshore-Windpark? Welche Anteile zeigen Anlockungs-, Vermeidungsverhalten, Landen auf den Strukturen oder Kollidieren? Gibt es artspezifische Unterschiede in der Reaktion auf Offshore-Windparks? Welche Wetterbedingungen beeinflussen all diese Verhaltensweisen?
Um diese Wissenslücke zu füllen, plant das vorliegende Vorhaben in Kooperation mit den assoziierten Projektpartnern RWE Offshore Wind GmbH und WindMW Service GmbH, das Flugverhalten von Singvogelarten an Offshore-Windparks mit einer innovativen Erfassungsmethode (Motus-Radiotelemetrie) im Feldversuch erstmals zu quantifizieren. Basierend auf diesem Wissen sollen anschließend gezielte Artenhilfsmaßnahmen als Lösung für den naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien abgeleitet und formulieren werden.

Übersicht

Fördersumme

1.143.975,00 €

Förderzeitraum

01.07.2026 - 01.07.2029

Bundesland

Niedersachsen

Schlagwörter

Klimaschutz
Ressourcenschonung
Umweltforschung
Umwelttechnik