Projekt 40505/01

AMOEBOFUN – Pilzfressende Amöben für den Einsatz als Biofungizid

Projektdurchführung

Hochschule Wismar
University of Applied Sciences
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Campus Insel Poel
Inselstr. 12
23999 Insel Poel

Zielsetzung

Das Projekt AMOEBOFUN verfolgt das Ziel, ein neuartiges biologisches Fungizid auf Basis einer pilzfressenden Amöbe zu entwickeln und diese zukünftig zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten bei Kulturpflanzen eingesetzt werden. Im Projekt werden insbesondere die biotechnologische Kultivierung der Amöbe sowie die Entwicklung einer stabilen, lagerfähigen und mit herkömmlicher Spritztechnik ausbringbaren Formulierung der Amöbenzysten vorangetrieben. Ziel ist es, einen praxistauglichen Prototyp zu entwickeln, der die Grundlage für eine spätere Zulassung als Biofungizid bildet.
Anlass des Projekts ist der weiterhin hohe Einsatz chemischer Fungizide in der Landwirtschaft, der mit Umweltbelastungen, Risiken für Biodiversität sowie zunehmender Resistenzbildung bei Krankheitserregern verbunden ist. Gleichzeitig steigt der politische und gesellschaftliche Druck, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu reduzieren und nachhaltige Alternativen zu entwickeln. AMOEBOFUN knüpft an bestehende wissenschaftliche Vorarbeiten und erste erfolgreiche Anwendungstests an und soll langfristig dazu beitragen, chemische Fungizide teilweise zu ersetzen und umweltfreundlichere Pflanzenschutzstrategien zu ermöglichen.

Arbeitsschritte

Im Projekt werden mehrere aufeinander aufbauende Arbeitsschritte durchgeführt bei denen die Hochschule Wismar und der Industriepartner e-nema GmbH eng zusammenarbeiten und jeweils komplementäre Aufgaben übernehmen.

Im ersten Arbeitsschritt erfolgt die bioverfahrenstechnische Validierung der Kultivierung, die überwiegend durch die e-nema GmbH durchgeführt wird. Hier werden Kultivierungsprozesse im Rührkesselreaktor optimiert, um hohe Zelldichten und eine reproduzierbare Bildung von Amöbenzysten zu erreichen. Dazu werden geeignete Fütterungsstrategien, das Inokulum-Management sowie teilweise sterile Prozessführungen untersucht. Ziel ist eine stabile und skalierbare Produktion der Amöben im vorindustriellen Maßstab.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Formulierungsentwicklung und dem Downstream-Processing, das hauptsächlich an der Hochschule Wismar bearbeitet wird. Die gebildeten Zysten werden aus der Kultur abgetrennt, getrocknet und mit geeigneten Trägerstoffen und Additiven zu einem lagerfähigen Pulverpräparat (Wettable Powder) formuliert. Untersucht werden insbesondere Adhäsionshilfen, Netzmittel und Trägerstoffe, um eine gleichmäßige Verteilung, gute Blattbenetzung sowie eine hohe Stabilität und Reaktivierbarkeit der Zysten zu gewährleisten.

Ergänzend übernimmt die Hochschule Wismar die Projektkoordination sowie Analysen zu regulatorischen, ökotoxikologischen und wirtschaftlichen Aspekten, um die Voraussetzungen für eine spätere Zulassung und Vermarktung zu schaffen. Durch diese Arbeitsteilung wird die wissenschaftliche Forschung mit industrieller Entwicklung und Produktionskompetenz kombiniert.

Ergebnisse

Das Projekt ist derzeit in Bearbeitung.

Öffentlichkeitsarbeit

Um die Projektergebnisse in Wissenschaft und Praxis sichtbar zu machen sind verschiedene Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und zum Wissenstransfer geplant. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Präsentation von Ergebnissen auf wissenschaftlichen Fachkonferenzen, wie der VAAM (Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie), Veranstaltungen der DECHEMA im Bereich Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik sowie die Deutsche Pflanzenschutztagung (DPST). Ergänzend ist geplant, Projektergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu veröffentlichen und über akademische Netzwerke zu verbreiten. Darüber hinaus können Informationen über Webseiten der Projektpartner, Pressemitteilungen oder Beiträge in Fachmedien kommuniziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Austausch mit Praxisakteuren aus Landwirtschaft und Gartenbau. Durch Vorträge, Workshops oder Informationsveranstaltungen können potenzielle Anwender frühzeitig über die Entwicklung eines biologischen Fungizids informiert und ihre Erfahrungen in die weitere Projektentwicklung einbezogen werden.

Fazit

Ein Fazit ist erst nach Projektabschluss möglich.

Übersicht

Fördersumme

174.796,00 €

Förderzeitraum

01.02.2026 - 31.07.2027

Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern

Schlagwörter

Landnutzung
Naturschutz